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Kultur

Hartweizen

Triticum durum
TRZDU

Der Hartweizen (Triticum durum, EPPO-Code: TRZDU), auch als Durumweizen oder Glasweizen bekannt, ist nach dem Weichweizen die wirtschaftlich bedeutendste Weizenart. Er zeichnet sich durch ein besonders hartes, glasiges Endosperm und einen hohen Proteingehalt aus, was ihn zur idealen Rohstoffbasis für die Teigwaren- und Couscous-Herstellung macht. Im Vergleich zu Weichweizen stellt diese Kultur jedoch deutlich höhere Ansprüche an Wärme, Trockenheit und die Nährstoffversorgung, weshalb der Anbau in Mitteleuropa traditionell auf Gunstlagen mit tiefgründigen, gut erwärmbaren Böden konzentriert ist.

In Deutschland hat sich der Anbau von Winterhartweizen in den letzten Jahrzehnten etabliert, da er im Vergleich zum Sommerhartweizen ertragsstabiler ist und die Winterfeuchtigkeit besser ausnutzt. Dennoch erfordert die Kulturführung ein hohes pflanzenbauliches Fingerspitzengefühl, insbesondere bei der Stickstoffdüngung zur Absicherung der geforderten Glasigkeit und des Proteingehalts sowie beim Pflanzenschutz zur Vermeidung von Qualitätsverlusten durch Schaderreger.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
Mitte Oktober bis Anfang November (Winterdurum) oder Anfang März bis Anfang April (Sommerdurum)
Erntefenster
Mitte Juli bis Mitte August
Reihenabstand
12,0–15,0 cm
Typischer Ertrag
5,0–7,5 t/ha (Winterdurum) bzw. 3,5–5,5 t/ha (Sommerdurum)
Wärmesumme (GDD)
1900–2100 °C
Boden-pH
6,5–7,5

Bodenmanagement

Hartweizen stellt extrem hohe Ansprüche an die Bodenstruktur und verlangt tiefgründige, gut durchlüftete und kalkreiche Böden mit einer optimalen Wasserführung, wie Löß- oder Schwarzerdeböden. Ein optimaler pH-Wert im neutralen bis schwach alkalischen Bereich ist für die Nährstoffeffizienz unerlässlich. Da die Kultur empfindlich auf Bodenverdichtungen und Staunässe reagiert, ist eine sorgfältige, strukturreparative Bodenbearbeitung im Herbst zwingend erforderlich. Das Saatbett sollte gut abgesetzt, feinkrümelig und ausreichend rückverfestigt sein, um einen gleichmäßigen Feldaufgang zu garantieren. Eine harmonische Grunddüngung mit Phosphor und Kalium im Herbst fördert die Winterhärte und die frühe Wurzelentwicklung.

Schaderreger-Management

Der integrierte Pflanzenschutz im Durumanbau fokussiert sich stark auf die Gesunderhaltung der oberen Blattetagen und der Ähre, da Ertrag und Kornqualität eng miteinander verknüpft sind. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Blatt- und Spelzenbräune (*Parastagonospora nodorum*) sowie Ährenfusariosen, welche Mykotoxine bilden und die Vermarktung als Lebensmittel unmöglich machen können. Eine gezielte Fungizid-Anwendung in der Blüte (BBCH 61–65) ist in feuchten Jahren obligatorisch. Gegen Ungräser wie den Windhalm (*Apera spica-venti*) kommen im Herbst oder zeitigen Frühjahr selektive Herbizide zum Einsatz. Blattläuse wie die Große Getreideblattlaus (*Sitobion avenae*) müssen ab der Ährenentwicklung regelmäßig überwacht werden, um bei Überschreiten der Schadschwellen eine gezielte Insektizid-Behandlung durchzuführen.

Sorten

Auradur

mittelspät

Sehr ertragsstabil mit hervorragender Kornqualität und hoher Glasigkeit.

Resistent gegen: Gelbrost, Mehltau

Anfällig für: Ährenfusarium, Braunrost

Eine der führenden Winterhartweizensorten in Mitteleuropa, bekannt für exzellente Teigwareneigenschaften.

Wintergold

mittel

Hohes Ertragspotenzial bei guter Stickstoffeffizienz.

Resistent gegen: Mehltau, Braunrost

Anfällig für: Ährenfusarium, Halmbruch

Sehr winterharte Sorte, die sich besonders für den Anbau in klassischen deutschen Durum-Anbaulagen eignet.

Sambadur

mittelfrüh

Spitzenerträge in trocken-warmen Lagen.

Resistent gegen: Gelbrost

Anfällig für: Ährenfusarium, Blattseptoria

Frohwüchsige Sorte mit guter Standfestigkeit, benötigt jedoch intensiven Ährenschutz.

Durasol

mittelfrüh

Sichere Erträge im Sommeranbau bei ausreichender Frühjahrsfeuchtigkeit.

Resistent gegen: Mehltau

Anfällig für: Ährenfusarium, Schwarzrost

Bewährte Sommerdurumsorte mit sehr hoher Glasigkeit und exzellenter Grießfarbe.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie unterscheidet sich die Stickstoffdüngung bei Durumweizen im Vergleich zu Weichweizen?

Durumweizen benötigt eine betont späte und hohe Stickstoffgabe zur Blüte (BBCH 51–59), um den geforderten Proteingehalt von mindestens 14 % und eine hohe Glasigkeit abzusichern. Eine unzureichende Spätgabe führt zu einem erhöhten Anteil an mehligen Körnern (Mehlfleckigkeit), wodurch die Ware nicht mehr als Teigwarenrohstoff vermarktet werden kann.

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Fungizidbehandlung gegen Ährenfusarium bei Durumweizen?

Die Behandlung muss gezielt in die Vollblüte (BBCH 63–65) erfolgen, idealerweise unmittelbar vor oder bis maximal zwei Tage nach einem Infektionsereignis (Niederschlag bei warmen Temperaturen). Da Durum hochgradig anfällig für Fusariosen ist, ist die Einhaltung dieses engen Zeitfensters entscheidend für die Vermeidung von Mykotoxinen.

Welche Vorfrüchte eignen sich am besten für den Anbau von Winterdurum?

Ideale Vorfrüchte sind Raps, Leguminosen oder Zuckerrüben, da sie den Boden in gutem Strukturzustand hinterlassen. Der Anbau nach Körnermais oder Weizen sollte aufgrund des extrem hohen Risikos einer Infektion mit Ährenfusariosen unbedingt vermieden werden.

Wie kann das Risiko von Lagergetreide bei ertragsstarken Durumsorten minimiert werden?

Durumweizen besitzt genetisch bedingt oft ein längeres Stroh und eine geringere Standfestigkeit als moderner Weichweizen. Ein gezielter Einsatz von Wachstumsreglern im Stadium BBCH 31/32 und gegebenenfalls eine Nachbehandlung in BBCH 37/39 sind auf gut versorgten Standorten pflanzenbauliche Pflicht, um Lager und die damit verbundenen Qualitätsverluste zu verhindern.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen die Blatt- und Spelzenbräune?

Navigieren Sie im Hub zum Bereich 'Pflanzenschutzmittel' und filtern Sie nach der Kultur 'Hartweizen' sowie dem Schaderreger 'Parastagonospora nodorum'. Dort werden Ihnen alle aktuell in Deutschland zugelassenen Produkte inklusive Aufwandmenge, Wartezeit und Anwendungsbestimmungen angezeigt.

Welche Rolle spielt die Saatzeit bei der Vermeidung von Virusinfektionen im Herbst?

Eine zu frühe Aussaat von Winterdurum erhöht das Risiko von Blattlausbefall im warmen Herbst, welche das Gerstengelbverzwergungsvirus (BYDV) übertragen können. Eine spätere Aussaat ab Mitte Oktober mindert diesen Druck deutlich; bei frühem Befall muss die Schadschwelle überwacht und ggf. eine Insektizid-Anwendung erwogen werden.