Attribut
Attribut ist ein hochwirksames, systemisches Herbizid zur gezielten Bekämpfung von Problemgräsern in wichtigen Wintergetreidekulturen wie Winterweichweizen, Winterroggen, Wintertriticale und Dinkel. Als wasserdispergierbares Granulat (WG) formuliert, hat sich das Pflanzenschutzmittel als Standardlösung im Frühjahr etabliert, um ertragsschädigende Ungräser effektiv zu kontrollieren.
Das Wirkungsspektrum umfasst wirtschaftlich bedeutende Schaderreger wie den Gemeinen Windhalm, den Acker-Fuchsschwanz sowie schwer bekämpfbare Arten wie die Taube Trespe und die Gemeine Quecke. Durch die flexible Anwendung im Nachauflauf im Frühjahr ermöglicht das Produkt eine gezielte Bereinigung der Bestände und sichert das Ertragspotenzial der Kulturen ab.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Propoxycarbazone gehört zur chemischen Klasse der Sulfonylaminocarbonyltriazolinone und wird der HRAC-Gruppe 2 (früher Gruppe B) zugeordnet. Er wirkt als potenter Inhibitor des Enzyms Acetolactat-Synthase (ALS). Dieses Enzym ist essenziell für die Biosynthese der verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin in den Pflanzen. Nach der Aufnahme über die Blätter und Wurzeln wird der Wirkstoff systemisch in der Pflanze transportiert und sammelt sich in den meristematischen Geweben an. Durch die Blockade der Aminosäuresynthese kommt das Wachstum der empfindlichen Schaderreger innerhalb weniger Stunden nach der Behandlung zum Stillstand. Die vollständige Abtötung der Ungräser erfolgt über einen Zeitraum von mehreren Wochen, begünstigt durch wüchsige Witterungsbedingungen.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen bei wichtigen Ungräsern wie dem Acker-Fuchsschwanz oder dem Windhalm vorzubeugen, solltest du Attribut stets in ein integriertes Herbizidmanagement einbinden. Vermeide den wiederholten, alleinigen Einsatz von ALS-Inhibitoren (HRAC-Gruppe 2) auf derselben Fläche. Ein jährlicher Wechsel oder die Kombination mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen (wie z. B. HRAC-Gruppe 15 oder 3) sowie pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine vielseitige Fruchtfolge und eine angepasste Bodenbearbeitung sind entscheidend, um die Wirksamkeit des Wirkstoffs langfristig zu sichern.
Mischbarkeit & Tankmischung
Attribut zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit vielen gängigen Getreideherbiziden, Fungiziden und flüssigen Stickstoffdüngern (AHL) aus. Bei der Bekämpfung von schwer bekämpfbaren Ungräsern wie der Gemeinen Quecke oder der Tauben Trespe wird dringend empfohlen, ein geeignetes, vom Hersteller freigegebenes Additiv zuzusetzen, um die Wirkstoffaufnahme über das Blatt zu optimieren. Achte darauf, die Spritzbrühe stets zügig auszubringen und Mischungen vorab auf physikalische Verträglichkeit zu prüfen, insbesondere bei niedrigen Wassertemperaturen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, obligatorisch. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die abdriftmindernden Auflagen und die spezifischen Abstandsregelungen zu Oberflächengewässern strikt einzuhalten. Da keine spezifische Bienengefährlichkeitsklasse im Datenblatt ausgewiesen ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern vorsorglich auf Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, verzichten und Behandlungen bevorzugt in den Abendstunden durchführen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterweichweizen | Gemeiner Windhalm | 13–29 | 0.06 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Taube Trespe | 20–29 | 0.1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Gemeine Quecke | 13–29 | 0.06 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Gemeine Quecke | 13–29 | 0.06 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Acker-Fuchsschwanz | 13–29 | 0.06 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Gemeine Quecke | 20–29 | 0.1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Gemeine Quecke | 13–29 | 0.06 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Dinkel | Taube Trespe, Gemeine Quecke | 13–29 | 0.06 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Taube Trespe | 13–29 | 0.06 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Gemeiner Windhalm | 13–29 | 0.06 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Gemeiner Windhalm | 13–29 | 0.06 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Acker-Fuchsschwanz | 20–29 | 0.1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Taube Trespe | 13–29 | 0.06 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Acker-Fuchsschwanz | 13–29 | 0.06 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Acker-Fuchsschwanz | 13–29 | 0.06 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Dinkel | Acker-Fuchsschwanz | 13–29 | 0.06 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Taube Trespe | 13–29 | 0.06 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung mit Attribut im Frühjahr?
Der beste Behandlungszeitraum liegt im zeitigen Frühjahr, sobald das Wachstum der Ungräser einsetzt und die Temperaturen tagsüber konstant über 5 °C liegen. Die Schaderreger sollten sich in einer aktiven Wachstumsphase befinden (idealerweise im BBCH-Stadium 13 bis 29 der Kultur), da der Wirkstoff systemisch transportiert wird und wüchsiges Wetter die Aufnahme und Wirkung erheblich beschleunigt.
Warum ist der Zusatz eines Additivs bei der Bekämpfung von Trespen und Quecken so wichtig?
Taube Trespe und Gemeine Quecke besitzen oft eine stark behaarte oder wachshaltige Blattoberfläche, die das Eindringen des Wirkstoffs erschwert. Durch die Zugabe eines empfohlenen Netzmittels oder Additivs verringerst du die Oberflächenspannung der Spritzbrühe, verbesserst die Benetzung der Blätter und stellst sicher, dass ausreichend Propoxycarbazone in die Leitbahnen der Ungräser gelangt.
Kann ich Attribut auch bei Nachtfrostgefahr anwenden?
Du solltest Behandlungen vermeiden, wenn unmittelbar nach der Spritzung starker Nachtfrost (unter -3 °C) angekündigt ist oder die Kulturen durch anhaltende Kälte, Staunässe oder Trockenheit gestresst sind. Frostfreie, milde Tage mit hoher Luftfeuchtigkeit sind ideal, um Kulturverträglichkeit und maximale Herbizidwirkung zu garantieren.
Welche Nachbauauflagen muss ich nach dem Einsatz von Attribut beachten?
Da Propoxycarbazone im Boden abgebaut wird, sind die Nachbaufristen für Folgekulturen einzuhalten. Nach einer normalen Ernte im Herbst können in der Regel Wintergetreide oder Winterraps (nach tiefem Pflügen) gesät werden. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur aufgrund von Auswinterung oder anderen Schäden dürfen nur bestimmte Kulturen nachgebaut werden – konsultiere hierzu stets die aktuellen Gebrauchsanleitungen für die genauen Sicherheitsspannen.
Wie wirkt sich die Bodenfeuchtigkeit auf den Bekämpfungserfolg aus?
Da Attribut sowohl über das Blatt als auch über die Wurzeln aufgenommen wird, begünstigt eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit die Wirkung spürbar. Unter sehr trockenen Bedingungen im Frühjahr lässt die Wurzelwirkung nach; in diesem Fall kommt der exakten Benetzung der Blätter und dem optimalen Applikationstermin bei hoher Luftfeuchtigkeit am Morgen oder Abend eine noch größere Bedeutung zu.
Wie finde ich heraus, ob Attribut mit meinem geplanten Tankmischungspartner kompatibel ist?
Du kannst die offizielle Mischbarkeitstabelle des Herstellers nutzen oder einen einfachen Kübeltest (Mischungstest im kleinen Maßstab) durchführen, um Ausfällungen oder Verklumpungen auszuschließen. Achte darauf, beim Ansetzen der Spritzbrühe zuerst Attribut vollständig im Tank aufzulösen, bevor du flüssige Partner oder Additive hinzugibst.