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Kultur

Dinkel

Triticum aestivum subsp. spelta
TRZSP

Dinkel (Triticum aestivum subsp. spelta, EPPO-Code: TRZSP), auch als Spelzweizen bekannt, ist eine traditionsreiche Kultur, die in Mitteleuropa eine bedeutende Renaissance erlebt. Im Vergleich zu modernem Weichweizen zeichnet sich diese Kultur durch eine ausgeprägte Robustheit gegenüber ungünstigen Witterungsbedingungen und kargen Bodenverhältnissen aus. Das Korn ist fest im Spelz eingeschlossen, was einen natürlichen Schutz gegen Schaderreger und Witterungseinflüsse bietet, jedoch im Nachgang einen zusätzlichen Verarbeitungsschritt, das sogenannte Entspelzen oder Röllen, erfordert.

Für dich als Betriebsleiter bietet Dinkel eine hervorragende Möglichkeit zur Diversifizierung der Fruchtfolge, insbesondere auf Grenzertragsstandorten oder im ökologischen Landbau. Die Kultur stellt geringere Ansprüche an die Stickstoffdüngung, neigt jedoch aufgrund ihres langen Strohs zu einer erhöhten Lageranfälligkeit. Ein präzises Bestandsmanagement und der gezielte Einsatz von Wachstumsreglern sind daher im konventionellen Anbau oft schlüsselkritisch für den Ernteerfolg.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
Mitte Oktober bis Mitte November
Erntefenster
Ende Juli bis Mitte August
Reihenabstand
12,5–15,0 cm
Typischer Ertrag
4,5–6,5 t/ha
Wärmesumme (GDD)
1850
Boden-pH
5,5–7,0

Bodenmanagement

Dinkel stellt im Vergleich zu Weizen deutlich geringere Ansprüche an den Boden und gedeiht auch auf flachgründigen, steinigen oder schweren Tonböden gut. Du solltest bei der Bodenvorbereitung auf eine gute Rückverfestigung achten, um einen gleichmäßigen Feldaufgang der bespelzten Vesen zu gewährleisten. Da die Kultur eine langsame Jugendentwicklung aufweist, ist ein unkrautfreies Saatbett besonders wichtig. Eine moderate Stickstoffdüngung ist ratsam, da eine Überdüngung das ohnehin hohe Lagerrisiko drastisch verschärft. Auf Standorten mit hoher Nachlieferung aus dem Boden kann die Startgabe im Frühjahr reduziert oder ganz weggelassen werden.

Schaderreger-Management

Obwohl der Spelz das Korn vor direktem Pilzbefall schützt, ist die Kultur anfällig für Blatt- und Halmkrankheiten wie Mehltau, Gelbrost und Parastagonospora nodorum. Du solltest die Bestände ab dem Schossen (BBCH 30) regelmäßig auf Schaderreger kontrollieren und bei Überschreitung der Schadschwellen gezielte Pflanzenschutzmittel einsetzen. Ein besonderes Augenmerk gilt der Bekämpfung von Ungräsern wie dem Windhalm oder der Gemeinen Quecke, da Dinkel in der frühen Phase konkurrenzschwach ist. Der Einsatz von Wachstumsreglern im BBCH-Stadium 31/32 ist auf wüchsigen Standorten oft unerlässlich, um die Standfestigkeit der langen Halme zu sichern. Achte bei späten Fungizidanwendungen stets auf die einzuhaltende Wartezeit vor der Ernte.

Sorten

Zollernspelz

mittelspät

Sehr ertragsstark mit hoher Kornqualität und guter Standfestigkeit.

Resistent gegen: Gelbrost, Mehltau

Anfällig für: Braunrost

Eine der am häufigsten angebauten Sorten in Deutschland, ideal für die Humanernährung.

Franckenkorn

mittelspät

Stabile Erträge auch auf schwächeren Standorten.

Resistent gegen: Mehltau, Frost

Anfällig für: Lagerung, Gelbrost

Traditionelle Sorte mit sehr guter Backfähigkeit, benötigt jedoch oft Wachstumsregler.

Oberkulmer Rotkorn

spät

Mäßiger Ertrag, aber hervorragende Qualität für den Bio-Anbau.

Resistent gegen: Frost, Spelzenbräune

Anfällig für: Lagerung, Mehltau

Reiner Dinkel ohne Weizeneinkreuzung, extrem langstrohig und daher sehr lageranfällig.

Badengold

mittel

Sehr hohes Ertragspotenzial im konventionellen Anbau.

Resistent gegen: Gelbrost, Lagerung

Anfällig für: Mehltau, Fusarium

Moderne Sorte mit verbesserter Standfestigkeit und guter Kornqualität.

Albertino

mittel

Hoher und stabiler Ertrag mit guter Sortierung.

Resistent gegen: Gelbrost, Mehltau

Anfällig für: Braunrost

Frohwüchsige Sorte mit guter Halmstabilität und ausgewogenem Gesundheitsprofil.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie unterscheidet sich die Aussaat von Dinkel im Vergleich zu Winterweizen?

Dinkel wird meist als bespelztes Korn (Vese) ausgesät, was eine spezielle Sätechnik oder angepasste Einstellungen der Sämaschine erfordert. Die Aussaatstärke liegt typischerweise bei 120 bis 160 kg Vesen pro Hektar, und du solltest auf eine Saattiefe von 3 bis 4 cm achten, um einen gleichmäßigen Keimprozess im feuchten Boden zu sichern.

Warum ist der Einsatz von Wachstumsreglern bei Dinkel so kritisch?

Dinkel besitzt genetisch bedingt ein deutlich längeres Stroh als moderner Weizen. Ohne den gezielten Einsatz von Wachstumsreglern im BBCH-Stadium 31/32 droht bei hoher Stickstoffnachlieferung oder feuchter Witterung massives Lager, was die Ernte erschwert, die Kornqualität mindert und das Risiko für Pilzinfektionen erhöht.

Welche Besonderheiten gelten für die Stickstoffdüngung bei dieser Kultur?

Du solltest Dinkel deutlich defensiver düngen als Winterweizen. Meist reichen zwei Gaben zur Bestockung und zum Schossen mit insgesamt 80 bis 110 kg N/ha völlig aus, da eine späte Qualitätsgabe das Risiko für Lagerung und Schmachtkorn drastisch erhöht, ohne den Proteingehalt nennenswert zu steigern.

Wie finde ich im Portal zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Windhalm in Dinkel?

Nutze unsere Suchfunktion auf agronomy.farmable.tech und filtere nach der Kultur 'Dinkel' sowie dem Schaderreger 'Apera spica-venti'. Achte unbedingt darauf, dass viele für Weizen zugelassene Herbizide keine Zulassung im Dinkel besitzen oder Unverträglichkeiten hervorrufen können.

Was muss ich bei der Ernte und dem anschließenden Drusch beachten?

Dinkel wird als Vese (Korn im Spelz) gedroschen. Du musst die Trommeldrehzahl und die Windführung am Mähdrescher so einstellen, dass die Spelzen nicht beschädigt werden, aber die Vesen sauber vom Stroh getrennt werden, da das eigentliche Entspelzen erst später in der Mühle erfolgt.