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OTHER · Gowan Crop Protection Limited

Avadex Factor

BVL Zul.-Nr. 00B034-00

Avadex Factor ist ein hochspezialisiertes Bodenherbizid zur gezielten Bekämpfung von Gemeinem Windhalm in wichtigen Wintergetreidekulturen wie Winterweichweizen, Wintergerste, Winterroggen und Wintertriticale. Als Kapselsuspension (CS) formuliert, bietet das Pflanzenschutzmittel eine hervorragende Bodenwirkung im frühen Segment direkt nach der Saat.

Durch seine spezifische Wirkungsweise schließt das Produkt eine wichtige Lücke im herbstlichen Herbizidprogramm, insbesondere auf Standorten mit hohem Besatzdruck durch Ungräser. Die Anwendung erfolgt im Vorauflaufverfahren (BBCH-Stadium 00 bis 09), um den Schaderreger bereits im Keimschlauchstadium effektiv zu erfassen.

Wirkstoffe

Triallat
450 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Triallat gehört zur HRAC-Gruppe 15 (ehemals Gruppe N) und greift primär in die Lipidbiosynthese der Schadpflanzen ein. Triallat wird hauptsächlich über den Keimschlauch (Koleoptile) der keimenden Ungräser aufgenommen, während die Aufnahme über die Wurzeln eine untergeordnete Rolle spielt. Nach der Aufnahme blockiert der Wirkstoff die Zellteilung und das Streckungswachstum im empfindlichen Bildungsgewebe. Dies führt dazu, dass der Gemeine Windhalm bereits vor oder unmittelbar während des Auflaufens abstirbt oder stark deformiert im Boden verbleibt.

Resistenzmanagement

Aufgrund seiner Einstufung in die HRAC-Gruppe 15 eignet sich Avadex Factor hervorragend für das Resistenzmanagement. Da in vielen Regionen bereits Resistenzen des Gemeinen Windhalms gegenüber ALS-Hemmern (HRAC 2) und ACCase-Hemmern (HRAC 1) vorliegen, bietet der Wirkstoffwechsel mit Triallat ein wichtiges Werkzeug zur Absicherung der Feldhygiene. Um der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, sollte das Pflanzenschutzmittel stets in ein integriertes Gesamtkonzept eingebunden und im Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen eingesetzt werden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Für eine optimale Wirkung von Avadex Factor ist ein feinkrümeliges, gut rückverfestigtes Saatbett ohne grobe Klumpen oder übermäßige Strohauflagen erforderlich. Das Pflanzenschutzmittel kann zur Erweiterung des Wirkungsspektrums gegen zweikeimblättrige Unkräuter mit anderen zugelassenen Bodenherbiziden gemischt werden. Bei Tankmischungen ist stets auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge zu achten, und die Mischungspartner sollten unmittelbar nach dem Ansetzen gleichmäßig ausgebracht werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Avadex Factor ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen. Da der Wirkstoff Triallat als gewässerbelastend eingestuft ist, müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen) strikt eingehalten werden. Das Mittel ist in der Regel als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte direkter Kontakt mit blühenden Pflanzen vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WintertriticaleGemeiner Windhalm0–92.7 LITER_PER_HECTARE
WintergersteGemeiner Windhalm0–92.7 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenGemeiner Windhalm0–92.7 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenGemeiner Windhalm0–92.7 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Welche Rolle spielt die Bodenfeuchtigkeit für die Wirkung von Avadex Factor?

Eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der Anwendung oder kurz danach ist entscheidend, da der Wirkstoff Triallat über den Bodenfilm transportiert werden muss, um vom Keimling des Windhalms optimal aufgenommen zu werden. Bei extremer Trockenheit kann die Wirkung verzögert einsetzen.

Warum ist die Saattiefe der Kultur bei der Anwendung von Avadex Factor wichtig?

Die Getreidesaat sollte gleichmäßig und mit einer Mindesttiefe von 2 bis 3 cm abgelegt werden. Da sich der Herbizidfilm in den obersten Bodenschichten konzentriert, schützt eine ausreichende Erdschicht die Keimlinge der Kultur vor direktem Kontakt mit dem Wirkstoff und verhindert phytotoxische Schäden.

Kann Avadex Factor auch auf drainierten Flächen eingesetzt werden?

Ja, allerdings sind die spezifischen Anwendungsbestimmungen und eventuelle behördliche Auflagen zum Schutz des Grundwassers und von Oberflächengewässern (z. B. NG-Auflagen) auf drainierten Flächen genau zu beachten.

Wie beeinflussen Stroh- und Ernterückstände auf der Bodenoberfläche die Wirksamkeit?

Hohe Mengen an Stroh oder Mulch auf der Bodenoberfläche können den Wirkstoff adsorbieren und verhindern, dass ein gleichmäßiger Herbizidfilm auf dem Boden entsteht. Für eine optimale Wirkung sollte der Boden daher möglichst frei von groben Ernterückständen sein.

Warum erfolgt die Behandlung zwingend im Vorauflauf (BBCH 00–09)?

Triallat wirkt spezifisch auf den keimenden Windhalm vor dem Durchstoßen der Bodenoberfläche. Sobald das Ungras das BBCH-Stadium 10 (erstes Laubblatt entfaltet) erreicht hat, ist die Aufnahme über die Koleoptile nicht mehr möglich, und die herbizide Wirkung lässt drastisch nach.

Wie lässt sich Avadex Factor am besten in eine Anti-Resistenz-Strategie integrieren?

Da Avadex Factor zur HRAC-Gruppe 15 gehört, sollte es als Baustein im Herbst eingesetzt werden, um nachfolgende Behandlungen im Frühjahr mit anderen Wirkmechanismen (wie ALS-Hemmern) zu entlasten. Dies verhindert einseitigen Selektionsdruck auf Standorten mit bekannten Resistenzen.