AVISH
AVISH von Indofil Industries ist ein hochwirksames Fungizid zur gezielten Bekämpfung ertragsrelevanter Pilzkrankheiten in wichtigen Ackerbaukulturen wie Weizen, Gerste und Raps. Das Mittel kombiniert zwei bewährte systemische Wirkstoffe aus der Gruppe der Azole, um sowohl präventiven Schutz als auch curative Stopp-Wirkung zu gewährleisten.
Das Anwendungsspektrum umfasst maßgebliche Blatt-, Halm- und Ährenpathogene, darunter Septoria tritici, Fusarium-Arten, Netzflecken (Pyrenophora teres) und Zwergrost (Puccinia hordei) im Getreidebau sowie Sclerotinia sclerotiorum (Weißstängeligkeit) im Rapsanbau. Die ausgewogene Formulierung sorgt für eine rasche Aufnahme in das Pflanzengewebe und eine zuverlässige Verteilung im Laubwerk.
Durch den flexiblen Einsatzzeitraum vom Schossen bis in die Blütephase (BBCH 30–69) kannst du AVISH optimal in deine bestehenden Pflanzenschutzstrategien integrieren, um die Ertragsbildung und die Erntequalität deiner Kulturen abzusichern.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
AVISH basiert auf den beiden Wirkstoffen Difenoconazol und Prothioconazol, die organisatorisch der FRAC-Gruppe 3 (Demethylierungs-Inhibitoren / DMI) angehören. Sie hemmen gezielt das Enzym C14-Demethylase (CYP51) in der Sterol-Biosynthese der Zielpilze. Ohne Ergosterol verlieren die Zellmembranen der Krankheitserreger ihre Stabilität und Funktion, was das Hyphenwachstum und die Sporenbildung wirksam stoppt. Die Kombination beider DMIs vereint unterschiedliche Verteilungseigenschaften im Pflanzengewebe: Difenoconazol bietet eine starke lokale Verteilung und hohe Stopp-Wirkung bei bestehenden Infektionen, während Prothioconazol systemisch akropetal transportiert wird und das neu zuwachsende Gewebe langanhaltend schützt. Dieser synergetische Ansatz maximiert die Wirkungsdauer und -breite gegen ein breites Spektrum an Ascomyceten und Basidiomyceten.
Resistenzmanagement
Um die Empfindlichkeit der Zielpathogene gegenüber Wirkstoffen der FRAC-Gruppe 3 langfristig zu erhalten, solltest du AVISH strikt im Rahmen einer fundierten Antiresistenzstrategie einsetzen. Vermeide wiederholte Solobehandlungen mit DMI-Fungiziden innerhalb derselben Vegetationsperiode. Kombiniere oder alterniere den Einsatz von AVISH mit Fungiziden anderer Wirkungsweisen (z. B. SDHI oder Strobilurine sowie Kontaktwirkstoffe, sofern zugelassen). Achte stets auf die Einhaltung der empfohlenen Aufwandmengen, da Unterdosierungen die Selektion minderempfindlicher Erregerstämme begünstigen können.
Mischbarkeit & Tankmischung
AVISH zeigt eine gute Mischbarkeit mit vielen gängigen Insektiziden, Wachstumsregulatoren und Blattdüngern. Dennoch solltest du vor der Herstellung größerer Spritzbrühenmengen stets einen kleinen Mischtest auf physikalische Verträglichkeit durchführen und die Hinweise der Mischpartner beachten. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge für eine gleichmäßige Benetzung des Bestands. Applikationen bei extremer Hitze, hoher UV-Einstrahlung oder stark gestressten Beständen solltest du vermeiden; bevorzuge mildere Witterungsbedingungen in den Morgen- oder Abendstunden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) wie Schutzanzug, Pflanzenschutz-Handschuhe und Augenschutz zu tragen. Zum Schutz von Gewässerorganismen ist ein direkter Eintrag des Mittels in Oberflächengewässer zu verhindern und der Driftminderungseffekt geeigneter Düsen zu nutzen. Da keine spezifische Bienenhazard-Klasse angegeben ist, solltest du vorsorglich Behandlungen nicht in blühende Bestände oder auf von Bienen beflogene Unkräuter ausbringen und die Ausbringung vorzugsweise in die späten Nachmittags- oder Abendstunden legen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Weizen | Fusarium-Arten | 61–69 | 0.7 LITER_PER_HECTARE | — |
| Raps | Sclerotinia sclerotiorum | 59–69 | 0.3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Zwergrost (Puccinia hordei) | 30–61 | 0.7 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 30–69 | 0.7 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Sclerotinia in Raps?
Wenn du Sclerotinia (Weißstängeligkeit) im Raps bekämpfen möchtest, liegt der optimale Behandlungszeitraum in der Hauptblüte (BBCH 63–65). Achte auf feuchtwarme Witterung, da diese den Sporenausstoß und die Infektion über abgefallene Blütenblätter stark begünstigt.
Wie schützt du deine Bestände effektiv vor Septoria-Blattdürre im Weizen?
Eine vorbeugende Anwendung beim Schossen bis zum Erscheinen des Fahnenblatts schützt die oberen ertragsrelevanten Blattetagen. Achte auf Frühsymptome nach Regenfällen, da Septoria tritici eine lange Latenzzeit besitzt und du Infektionen frühzeitig abfangen solltest.
Warum ist die Kombination zweier DMI-Wirkstoffe pflanzenbaulich vorteilhaft?
Difenoconazol und Prothioconazol ergänzen sich in ihrer Aufnahmegeschwindigkeit und Systemik. Dadurch erreichst du sowohl eine schnelle Kurativleistung als auch einen langanhaltenden Schutz vor Neuinfektionen an Halm, Blatt und Ähre.
Was musst du bei der Applikation zur Ährenbehandlung gegen Fusarium beachten?
Für den gezielten Schutz vor Fusarium-Arten solltest du die Behandlungsmaßnahme direkt in die Blüte (BBCH 61–65) legen, idealerweise kurz vor oder unmittelbar nach Regenschauern. Eine hohe Benetzung der Ähre ist dabei entscheidend für die Absicherung von Ertrag und Mykotoxinwerten.
Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium bei der Terminierung der Behandlung?
Das registrierte BBCH-Fenster zeigt dir den Handlungsspielraum von den Schossphasen bis zum Ende der Blüte. Du solltest den exakten Behandlungszeitpunkt immer am aktuellen Infektionsdruck und der phänologischen Entwicklung deiner Kultur ausrichten.