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Sonstige · Sharda Cropchem Espana S.L.

AZA

BVL Zul.-Nr. 00B164-00

AZA ist ein modernes, pflanzlich basiertes Pflanzenschutzmittel zur gezielten Regulierung saugender und beißender Schaderreger in wichtigen landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen wie Kartoffeln (SOLTU) und Tomaten (LYPES). Mit dem bewährten Wirkstoff Azadirachtin, der aus den Samen des Neem-Baums gewonnen wird, bietet das Produkt eine umweltschonende und zugleich hochwirksame Alternative zu rein synthetischen Insektiziden. Die flüssige Formulierung ermöglicht eine einfache Handhabung und eine gleichmäßige Verteilung auf den Zielflächen.

Das Wirkungsspektrum von AZA umfasst insbesondere wirtschaftlich bedeutende Schaderreger wie den Kartoffelkäfer und verschiedene Blattlausarten. Durch seine vielseitigen physiologischen Effekte greift das Mittel direkt in die Entwicklung der Schädlinge ein. Es eignet sich hervorragend für den Einsatz im integrierten Pflanzenschutz sowie im ökologischen Anbau, da es nützlingsschonende Eigenschaften besitzt und flexibel in bestehende Spritzfolgen integriert werden kann.

Wirkstoffe

Azadirachtin
10 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Azadirachtin gehört zur IRAC-Gruppe UN (Wirkungsmechanismus unbekannt oder nicht exakt klassifiziert, primär als biologischer Wachstumsregulator eingestuft). Er wirkt systemisch-lokal und dringt in das Blattgewebe ein, sodass er von beißenden und saugenden Schaderregern bei der Nahrungsaufnahme aufgenommen wird. Im Insektenkörper blockiert Azadirachtin nicht einfach Nervenkanäle, sondern greift tief in das Hormonsystem ein: Es agiert als Ecdyson-Antagonist, wodurch die Häutung und Verpuppung der Larvenstadien gestört wird. Neben dieser entwicklungshemmenden Wirkung besitzt AZA ausgeprägte fraßabschreckende (Antifeedant) und abschreckende Effekte auf die Eiablage (Repellent). Die Schaderreger stellen kurz nach der Aufnahme die Nahrungsaufnahme ein, verursachen keine weiteren Schäden an der Kultur und sterben nach einigen Tagen ab. Auch die Fruchtbarkeit der adulten Weibchen wird signifikant reduziert, was den Populationsaufbau nachhaltig bricht.

Resistenzmanagement

Aufgrund seines komplexen, mehrfachen Wirkungsmechanismus weist Azadirachtin ein äußerst geringes Risiko für Resistenzentwicklungen auf. Dennoch solltest du AZA im Rahmen eines vorausschauenden Resistenzmanagements stets im Wechsel mit Insektiziden anderer IRAC-Klassen einsetzen. Vermeide aufeinanderfolgende Behandlungen über mehrere Generationen der Schaderreger hinweg, um die Selektion resistenter Biotypen langfristig zu verhindern und die Wirksamkeit aller verfügbaren Wirkstoffklassen zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

AZA ist im Allgemeinen gut mit gängigen Fungiziden und Blattdüngern mischbar. Da der Wirkstoff Azadirachtin jedoch empfindlich auf alkalische Hydrolyse reagiert, solltest du unbedingt auf den pH-Wert der Spritzbrühe achten; dieser sollte im leicht sauren Bereich zwischen 5,5 und 6,5 liegen. Verwende bei Bedarf einen geeigneten pH-Puffer oder pH-Regulator im Tank. Die Anwendung sollte vorzugsweise in den kühleren Morgen- oder Abendstunden erfolgen, da UV-Strahlung den biologischen Wirkstoff auf der Blattoberfläche schneller abbauen kann.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit AZA ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung, obligatorisch. Zum Schutz von Nichtzielorganismen, insbesondere von Bestäubern, empfiehlt es sich, Behandlungen nicht auf blühende Kulturen oder an Orten auszubringen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind; verlege die Anwendung daher bevorzugt in die späten Abendstunden nach dem täglichen Bienenflug. Achte zudem darauf, Abdrift auf angrenzende Gewässer und Saumstrukturen strikt zu vermeiden, um aquatische Organismen und die lokale Fauna zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
TomateBlattläuse12–853 LITER_PER_HECTARE3T
KartoffelKartoffelkäfer12–912.5 LITER_PER_HECTARE4T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit AZA gegen den Kartoffelkäfer?

Du solltest die Behandlung idealerweise frühzeitig beim Erscheinen der ersten Junglarven (Stadium L1 bis L2) durchführen. In diesen frühen Entwicklungsstadien reagieren die Schaderreger besonders empfindlich auf den hormonellen Wirkungsmechanismus von AZA, was zu einer maximalen Wirkungsintensität führt.

Warum fressen die Schädlinge nach der Spritzung noch kurzzeitig weiter?

Azadirachtin ist kein Kontaktgift mit sofortiger Knock-down-Wirkung. Nach der Aufnahme des Wirkstoffs setzt die fraßhemmende Wirkung zwar rasch ein, der eigentliche Bekämpfungserfolg – das Absterben durch gestörte Häutungen – zeigt sich jedoch erst nach einigen Tagen. Mach dir also keine Sorgen, wenn du kurz nach der Behandlung noch lebende Larven siehst; ihr Schadpotenzial ist bereits neutralisiert.

Welchen Einfluss hat der pH-Wert des Wassers auf die Wirkung von AZA?

Ein zu hoher pH-Wert (alkalisches Wasser über pH 7) führt zu einem schnellen chemischen Abbau des Wirkstoffs in der Spritzbrühe. Du solltest daher das Wasser vor der Zugabe von AZA testen und gegebenenfalls mit einem pH-Regulator auf einen optimalen Wert von etwa 5,5 bis 6,0 ansäuern, um die volle Stabilität und Wirkung zu garantieren.

Kann ich AZA auch bei starker Sonneneinstrahlung spritzen?

Davon ist abzuraten. Der natürliche Wirkstoff Azadirachtin ist UV-labil und wird unter intensiver Sonneneinstrahlung schnell abgebaut. Plane deine Anwendung daher am besten für die späten Nachmittags- oder Abendstunden ein, damit der Wirkstoff über Nacht optimal in das Blattgewebe eindringen kann.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meine Kulturen?

Du kannst in unserem Hub gezielt nach deinen Kulturen wie Kartoffel oder Tomate filtern und die Suche mit dem gewünschten Schaderreger kombinieren. So erhältst du eine vollständige Übersicht aller in Deutschland zugelassenen Produkte inklusive ihrer spezifischen Anwendungsbestimmungen und Wirkstoffklassen für deine strategische Spritzfolge.