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OTHER · GLOBACHEM NV

Baltazar

BVL Zul.-Nr. 00A593-61

Baltazar ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel von GLOBACHEM NV, das speziell für den Einsatz im Wein- und Kernobstbau entwickelt wurde. Als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, basiert es auf dem bewährten Wirkstoff Pyrimethanil (400 g/l). Das Präparat zeichnet sich durch seine hervorragende protektive und kurative Wirkung gegen wirtschaftlich bedeutende Schaderreger wie Grauschimmel (Botrytis cinerea) und Schorf (Venturia spp.) aus.

Dank seiner ausgeprägten Gasphase (Dampfphase) verteilt sich der Wirkstoff auch in dichten Laubwänden und schützt schwer erreichbare Pflanzenteile, wie das Innere von Traubenzonen oder dicht stehende Fruchtcluster im Kernobst. Dies macht Baltazar zu einem unverzichtbaren Baustein im modernen, integrierten Pflanzenschutz, insbesondere in kritischen Infektionsphasen ab dem Knospenaufbruch bis hin zur Ernte.

Die flexible Anwendung im BBCH-Bereich von 53 bis 99 ermöglicht es Betriebsleitern, gezielt auf Witterungsverläufe und Infektionsdruck zu reagieren. Die Formulierung haftet hervorragend auf der Kultur und bietet eine hohe Regenbeständigkeit, was die Wirkungsdauer selbst unter wechselhaften Bedingungen maximiert.

Wirkstoffe

Pyrimethanil
400 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Pyrimethanil gehört zur chemischen Gruppe der Anilinopyrimidine (FRAC-Gruppe 9). Die biochemische Wirkung beruht auf der Hemmung der Biosynthese von Methionin, einer essenziellen Aminosäure des Pilzes, sowie der Sekretion von hydrolytischen Enzymen, die der Schaderreger für das Eindringen in das Pflanzengewebe benötigt. Dadurch wird das Keimschlauchwachstum und die Myzelentwicklung des Pilzes effektiv blockiert. Neben der rein kontaktwirksamen Komponente verfügt Pyrimethanil über translaminare und lokalsystemische Eigenschaften. Nach der Applikation dringt der Wirkstoff in das Blattgewebe ein und verteilt sich gleichmäßig, wodurch auch die unbehandelte Blattunterseite geschützt wird. Die zusätzliche Gasphase sorgt für eine kontinuierliche Umverteilung im Mikroklima der Kultur.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung bei Schaderregern wie Botrytis cinerea und Venturia spp. vorzubeugen, muss Baltazar strikt im Rahmen eines integrierten Antiresistenzmanagements eingesetzt werden. Da Pyrimethanil der FRAC-Gruppe 9 angehört, sollte die Anzahl der Anwendungen pro Saison begrenzt und das Mittel stets im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen angewendet werden. Tankmischungen mit Partnern unterschiedlicher Wirkungsmechanismen sind besonders bei hohem Infektionsdruck dringend zu empfehlen.

Mischbarkeit & Tankmischung

Baltazar weist eine breite physikalische und chemische Mischbarkeit mit gängigen Fungiziden, Insektiziden und Blattdüngern auf, die im Wein- und Obstbau etabliert sind. Vor der Ansetzung größerer Spritzbrühemengen wird jedoch stets ein Mischungsversuch im kleinen Maßstab empfohlen. Für eine optimale Benetzung und Verteilung, insbesondere bei dichten Laubwänden, kann der Zusatz eines zugelassenen Netzmittels vorteilhaft sein. Auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine saubere Applikationstechnik ist zu achten, um eine lückenlose Benetzung der Kultur zu gewährleisten.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Baltazar sind die gesetzlich vorgeschriebenen persönlichen Schutzmaßnahmen (PSA), wie Schutzanzug, Schutzhandschuhe und Augenschutz, strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und der aquatischen Umwelt sind die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen und der Einsatz abdriftmindernder Technik zu beachten. Das Produkt ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Kulturen oder Unkräutern während des Bienenflugs vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeinrebeBotrytis cinerea68–812 LITER_PER_HECTARE21T
FuttererbseBotrytis cinerea60–691.5 LITER_PER_HECTARE28T
BirneSchorf (Venturia spp.)53–991.125 LITER_PER_HECTARE56T
QuitteSchorf (Venturia spp.)53–991.125 LITER_PER_HECTARE56T
ApfelSchorf (Venturia spp.)53–991.125 LITER_PER_HECTARE56T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Baltazar gegen Botrytis im Weinbau?

Die gezielte Anwendung gegen Botrytis cinerea erfolgt idealerweise in den kritischen Phasen der Traubenentwicklung. Dazu gehören die abgehende Blüte (BBCH 68), der Traubenschluss (BBCH 77–79) sowie der Beginn der Reife (Weichwerden der Beeren, BBCH 81–85). Eine frühzeitige Absicherung verhindert, dass sich der Pilz im Inneren der Traube etabliert.

Wie wirkt sich die Temperatur auf die Wirksamkeit von Baltazar aus?

Pyrimethanil zeigt auch bei kühlen Frühjahrstemperaturen (ab ca. 5–10 °C) eine hervorragende Wirkung. Dies macht Baltazar besonders wertvoll für die frühen Schorfbehandlungen im Kernobst, wenn andere Wirkstoffklassen aufgrund niedriger Temperaturen noch keine optimale Leistung erbringen können.

Was bedeutet die 'Dampfphase' von Baltazar in der Praxis?

Nach der Applikation verdunstet ein Teil des Wirkstoffs Pyrimethanil minimal und verteilt sich als Gas im dichten Laubdach. Dieser Wirkstoffdampf schlägt sich auf benachbarten Pflanzenteilen nieder und schützt so auch Zuwachs oder Stellen, die von der Spritzbrühe nicht direkt getroffen wurden.

Kann Baltazar in Tankmischungen mit Schwefelpräparaten ausgebracht werden?

Ja, Baltazar ist in der Regel gut mit Netzschwefel-Präparaten mischbar, was im Weinbau zur gleichzeitigen Bekämpfung von Echtem Mehltau (Oidium) und Botrytis genutzt wird. Dennoch sollten die Gebrauchsanleitungen der Mischpartner beachtet und die Spritzbrühe zügig ausgebracht werden.

Wie viele Behandlungen mit Baltazar sind pro Saison maximal zulässig?

Um das Risiko von Resistenzen zu minimieren, ist die Anzahl der Anwendungen pro Jahr und Kultur gemäß der BVL-Zulassung streng limitiert (meist auf 1 bis maximal 3 Behandlungen, je nach Kultur und Schaderreger). Konsultieren Sie hierzu stets die aktuellen Zulassungsdetails auf der Produktseite.

Welche Rolle spielt die Wartezeit (PHI) bei späten Anwendungen von Baltazar?

Die Wartezeit zwischen der letzten Anwendung und der Ernte variiert je nach Kultur (z. B. zwischen 21 und 56 Tagen). Diese Fristen müssen zwingend eingehalten werden, um sicherzustellen, dass eventuelle Wirkstoffrückstände auf den geernteten Früchten oder Trauben die gesetzlichen Grenzwerte nicht überschreiten.