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Kultur

Futtererbse

Pisum sativum subsp. arvense
PIBSA

Die Ackererbse (Pisum sativum subsp. arvense, EPPO-Code: PIBSA), im deutschsprachigen Raum auch als Futtererbse oder Peluschke bekannt, ist eine wertvolle einjährige Leguminose. Sie wird in Mitteleuropa sowohl zur Proteinfuttergewinnung als auch zur Gründüngung und Grünfutterproduktion angebaut. Als stickstofffixierende Kultur spielt sie eine herausragende Rolle in nachhaltigen Fruchtfolgesystemen, da sie den Boden mit Luftstickstoff anreichert und die Bodenstruktur für nachfolgende Kulturen nachhaltig verbessert.

Im Vergleich zur Speiseerbse zeichnet sich diese Unterart durch eine deutlich höhere Robustheit gegenüber ungünstigen Witterungsverhältnissen und eine ausgeprägte Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Bodentypen aus. Sie besitzt meist violett-bunt blühende Blüten und dunklere, oft gesprenkelte Samen. Für den landwirtschaftlichen Erfolg sind eine präzise Saatbettbereitung und die Wahl des optimalen Aussaatzeitpunkts entscheidend, um einen gleichmäßigen Feldaufgang zu sichern.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
Anfang März bis Mitte April (Sommerform); Oktober bis November (Winterform)
Erntefenster
Mitte Juli bis Ende August
Reihenabstand
12–25 cm
Typischer Ertrag
3,0–5,0 t/ha (Körnerertrag); 25–40 t/ha (Grünmasse)
Wärmesumme (GDD)
1150
Boden-pH
6,0–7,2

Bodenmanagement

Die Ackererbse stellt mittlere bis hohe Ansprüche an den Boden und bevorzugt tiefgründige, gut durchlüftete Lehm- und Lößböden mit stabiler Wasserführung. Staunässe und starke Bodenverdichtungen müssen unbedingt vermieden werden, da sie die Aktivität der Knöllchenbakterien (Rhizobium leguminosarum) massiv einschränken und zu Wurzelfäule führen. Eine sorgfältige, krümelige Saatbettbereitung im Frühjahr fördert den gleichmäßigen Feldaufgang und sichert den notwendigen Bodenschluss für das Keimgut. Da die Kultur ihren Stickstoffbedarf über die symbiotische N-Fixierung selbst deckt, ist eine mineralische N-Düngung in der Regel weder notwendig noch wirtschaftlich sinnvoll. Eine bedarfsgerechte Grunddüngung mit Phosphor, Kalium und Magnesium sollte basierend auf aktuellen Bodenanalysen vor der Saat im Frühjahr oder zur Vorfrucht erfolgen.

Schaderreger-Management

Der integrierte Pflanzenschutz bei der Ackererbse konzentriert sich primär auf die vorbeugende Kulturführung, insbesondere die Einhaltung einer weiten Fruchtfolge von mindestens vier bis sechs Jahren zur Vermeidung von Erbsenmüdigkeit. Gegen auflaufende Unkräuter und Ungräser wie Elymus repens oder Apera spica-venti ist ein rechtzeitiger Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Vorauflauf oder frühen Nachauflauf entscheidend, da die Kultur in der Jugendphase konkurrenzschwach ist. Während der Blüte (BBCH 60–69) erfordert der Befall durch die Erbsenblattlaus (Acyrthosiphon pisum) eine engmaschige Überwachung, da sie als Vektor für Virosen fungiert und direkte Saugschäden verursacht. Pilzliche Schaderreger wie Botrytis cinerea oder Mycosphaerella-Brennflecken werden durch luftige Bestände und, falls der Schwellenwert überschritten wird, durch gezielte Fungizidanwendungen eingedämmt. Nach der Ernte mindert eine rasche Einarbeitung der Ernterückstände das Überwinterungspotenzial bodenbürtiger Schaderreger für die Folgejahre.

Sorten

Astronaute

mittelspät

Sehr hoch (Bundessortenamt-Note 8-9)

Resistent gegen: Echter Mehltau, Lagerung

Anfällig für: Brennfleckenkrankheit

Hervorragende Standfestigkeit und sehr gleichmäßige Abreife, die führende Sorte im deutschen Anbau.

Salamanca

mittel

Hoch bis sehr hoch

Resistent gegen: Lagerung, Welke

Anfällig für: Falscher Mehltau

Sehr standfeste Sorte mit guter Druschfähigkeit und hoher Proteinausbeute für die Futtermittelproduktion.

Alvesta

mittelfrüh

Hoch

Resistent gegen: Echter Mehltau

Anfällig für: Brennfleckenkrankheit, Rost

Gute Kornerträge bei hoher Proteinkonzentration, sehr gut für die hofeigene Eiweißversorgung geeignet.

Auditor

mittel

Sehr hoch

Resistent gegen: Lagerung

Anfällig für: Echter Mehltau

Frohwüchsige Sorte mit exzellenter Standfestigkeit und sehr geringer Neigung zum Platzen der Hülsen bei der Ernte.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

Alle Anwendungen ansehen

Häufige Fragen

Wie lässt sich das Risiko von Erbsenmüdigkeit im Boden effektiv minimieren?

Die Erbsenmüdigkeit wird durch einen Komplex aus bodenbürtigen Schaderregern (wie Fusarium-Arten und Nematoden) verursacht. Die wichtigste Maßnahme ist die strikte Einhaltung einer Anbaupause von mindestens 4 bis 6 Jahren zwischen Leguminosen auf derselben Fläche. Zudem sollten Zwischenfrüchte, die als Wirtspflanzen dienen können (z. B. Wicken), in dieser Zeit ebenfalls gemieden werden.

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Herbizidbehandlung im Vorauflauf?

Die Anwendung von Vorauflaufherbiziden sollte idealerweise innerhalb von 5 Tagen nach der Saat erfolgen, solange der Boden noch ausreichend feucht ist. Der Keimling der Ackererbse muss dabei tief genug abgelegt sein (mindestens 4–5 cm), um Schäden durch das Abschwemmen des Wirkstoffs in die Keimzone zu verhindern.

Wie wird die Schadschwelle für die Erbsenblattlaus (Acyrthosiphon pisum) ermittelt?

Die Überwachung erfolgt ab Beginn der Knospenbildung (BBCH 51) bis zum Ende der Blüte. Eine Behandlung mit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln wird empfohlen, wenn bei der Bonitur im Durchschnitt mehr als 10 bis 15 Blattläuse pro Pflanze oder ein Befall von über 20 % der Triebe festgestellt wird.

Welche Rolle spielt die Saatgutimpfung bei der Ackererbse?

Auf Flächen, auf denen seit vielen Jahren keine Erbsen mehr angebaut wurden, fehlen oft die spezifischen Knöllchenbakterien (Rhizobium leguminosarum) im Boden. Eine Impfung des Saatguts mit geeigneten Präparaten vor der Aussaat sichert eine schnelle Symbiosebildung, optimiert die Stickstofffixierung und steigert den Ertrag sowie den Proteingehalt signifikant.

Wie beeinflusst die Standfestigkeit der Sorte die Ernteverluste?

Lagernde Bestände erschweren den Mähdrusch erheblich, führen zu ungleichmäßiger Abreife und erhöhen das Risiko für Pilzinfektionen wie Botrytis cinerea an den Hülsen. Moderne Sorten mit hoher Standfestigkeit (geringe Lagerneigung) ermöglichen eine tiefere Messerführung des Schneidwerks und reduzieren Ernteverluste durch ungeöffnete, bodennahe Hülsen drastisch.

Wie finde ich im Portal zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Ungräser wie die Gemeine Quecke?

Navigieren Sie im Portal zum Bereich 'Pflanzenschutzmittel' und filtern Sie nach der Kultur 'Ackererbse' (oder dem EPPO-Code PIBSA) sowie dem Schaderreger 'Elymus repens' (AGRRE). Dort werden Ihnen alle aktuell für diese Indikation zugelassenen Produkte inklusive Aufwandmengen, Anwendungsbestimmungen und Wartezeiten angezeigt.