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Beetix WG

BVL Zul.-Nr. 007671-00

Beetix WG ist ein hochselektives Herbizid in Form eines wasserdispergierbaren Granulats (WG), das speziell für den Einsatz in Rübenkulturen wie Zuckerrüben (BEAVC) und Futterrüben (BEAVA) entwickelt wurde. Als bewährter Standard im Rübenanbau dient das Pflanzenschutzmittel der zuverlässigen Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern sowie dem Einjährigen Rispengras. Durch seine hervorragende Kulturverträglichkeit bildet es das Fundament moderner Unkrautbekämpfungsstrategien.

Das Produkt basiert auf dem Wirkstoff Metamitron (700 g/kg), der sich durch eine ausgeprägte Flexibilität in der Anwendung auszeichnet. Beetix WG kann sowohl im Vorauflauf als auch im Nachauflauf eingesetzt werden. Dies ermöglicht es Landwirten, flexibel auf die jeweilige Unkrautsituation und die Witterungsverhältnisse zu reagieren und das Mittel optimal in klassische Spritzfolgen (Splitting-Verfahren) zu integrieren.

Durch die gezielte Ausschaltung konkurrierender Schaderreger in den kritischen frühen Entwicklungsphasen der Kulturen sichert Beetix WG den Rübenbeständen einen entscheidenden Wachstumsvorsprung. Die Formulierung als staubfreies Granulat gewährleistet zudem eine einfache Handhabung, präzise Dosierbarkeit und eine schnelle Löslichkeit im Spritztank.

Wirkstoffe

Metamitron
700 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Beetix WG enthaltene Wirkstoff Metamitron gehört zur chemischen Gruppe der Triazinone und ist im HRAC-System in die Gruppe 5 (ehemals C1) eingeordnet. Der Wirkmechanismus basiert auf der Hemmung des Photosynthese-Elektronentransports am Photosystem II. Dies blockiert die CO2-Assimilation der Schadpflanzen, was nachfolgend zu Chlorosen, Welkeerscheinungen und schließlich zum vollständigen Absterben der Unkräuter führt. Die Aufnahme des Wirkstoffs erfolgt primär über die Wurzeln der keimenden Unkräuter, sekundär aber auch über die Blätter bereits aufgelaufener Schadpflanzen. Diese duale Wirkungsweise sorgt für eine hohe Flexibilität. Die ausgeprägte Selektivität in Zucker- und Futterrüben beruht auf einem schnellen enzymatischen Abbau des Wirkstoffs in der Kultur, sodass die Rüben selbst bei direktem Kontakt unbelastet bleiben.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Wirkstoffresistenzen bei wichtigen Schaderregern wie dem Weißen Gänsefuß oder dem Einjährigen Rispengras vorzubeugen, muss Beetix WG im Rahmen eines integrierten Resistenzmanagements eingesetzt werden. Da Metamitron der HRAC-Gruppe 5 angehört, sollte es stets in Kombination oder im Wechsel mit Herbiziden aus anderen Wirkstoffklassen (z. B. HRAC-Gruppe 15) angewendet werden. Das Einhalten der empfohlenen BBCH-Stadien der Unkräuter bei der Behandlung sichert zudem einen maximalen Bekämpfungserfolg und minimiert das Risiko der Selektion widerstandsfähiger Biotypen.

Mischbarkeit & Tankmischung

Beetix WG weist eine hervorragende Mischbarkeit mit anderen gängigen Rübenherbiziden sowie spezifischen Formulierungshilfsmitteln (z. B. aktivierenden Ölen) auf. Bei der Herstellung von Tankmischungen ist darauf zu achten, dass das Granulat bei laufendem Rührwerk als erste Komponente im zu mindestens 50 % mit Wasser gefüllten Spritztank vollständig aufgelöst wird, bevor flüssige Mischpartner hinzugefügt werden. Um Kulturunverträglichkeiten zu vermeiden, sollte die Anwendung nicht bei extremer Hitze, intensivem Sonnenschein oder unmittelbar vor Frostperioden erfolgen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Beetix WG ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen, um den Anwenderschutz lückenlos zu gewährleisten. Zum Schutz von Gewässern und aquatischen Organismen sind die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern sowie der Einsatz abdriftmindernder Düsentechnik strikt einzuhalten. Das Pflanzenschutzmittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, weshalb ein Einsatz auch auf blühenden Beständen oder Unkräutern möglich ist.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ZuckerrübeEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras10–181 KILOGRAM_PER_HECTARE
FutterrübeEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras0–183 KILOGRAM_PER_HECTARE
ZuckerrübeEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras0–183 KILOGRAM_PER_HECTARE
FutterrübeEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras10–181 KILOGRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Behandlung mit Beetix WG?

Der optimale Zeitpunkt richtet sich nach dem gewählten Verfahren. Im Vorauflauf (BBCH 00) sollte die Behandlung unmittelbar nach der Saat auf ein feuchtes Saatbett erfolgen. Im Nachauflauf erzielt Beetix WG die beste Wirkung, wenn die Schaderreger sich im Keimblattstadium befinden, idealerweise aufgeteilt auf mehrere Splitting-Anwendungen.

Wie beeinflusst die Bodenfeuchtigkeit die Wirksamkeit des Produkts?

Da Metamitron zu einem wesentlichen Teil über die Wurzeln aufgenommen wird, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit für die Entfaltung der vollen Bodenwirkung entscheidend. Bei anhaltender Trockenheit dominiert die Blattwirkung; in solchen Phasen empfiehlt sich eine Anwendung in den frühen Morgenstunden bei hoher Luftfeuchtigkeit.

Ist der Zusatz von Ölen oder Adjuvantien bei der Anwendung ratsam?

Ja, insbesondere bei Nachauflaufbehandlungen im Splitting-Verfahren verbessert der Zusatz von zugelassenen pflanzlichen oder mineralischen Ölen die Benetzung der Unkrautblätter. Dies beschleunigt das Eindringen des Wirkstoffs durch die kutikuläre Wachsschicht der Schaderreger und steigert die Gesamteffektivität.

Warum vertragen Rübenkulturen den Wirkstoff Metamitron so gut?

Zucker- und Futterrüben besitzen eine natürliche physiologische Toleranz gegenüber Metamitron. Sie sind in der Lage, den Wirkstoff im Pflanzengewebe extrem schnell enzymatisch abzubauen und zu metabolisieren, wodurch Schäden an der Kultur selbst bei ungünstigen Witterungsbedingungen vermieden werden.

Welche Wartezeit (PHI) muss vor der Ernte der Rüben eingehalten werden?

Die Wartezeit für Beetix WG ist durch die zugelassenen Anwendungsbedingungen und die Vegetationszeit zwischen der letzten Behandlung (maximal bis BBCH 18) und der Ernte abgedeckt. Eine spezifische Wartezeit in Tagen ist daher nicht festgesetzt (gekennzeichnet als 'F'), da Rückstände bei vorschriftsmäßiger Anwendung ausgeschlossen sind.

Wie kann ich Beetix WG optimal in ein Antiresistenz-Programm integrieren?

Um Resistenzen vorzubeugen, sollte Beetix WG (HRAC-Gruppe 5) stets mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen kombiniert werden. Bewährt hat sich die gemeinsame Ausbringung mit Partnern wie Ethofumesat (HRAC-Gruppe 15), um unterschiedliche physiologische Angriffspunkte im Unkraut gleichzeitig zu besetzen.