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OTHER · Cheminova Deutschland GmbH

BeFlex

BVL Zul.-Nr. 006787-00

BeFlex ist ein hochwirksames Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern und dem Gemeinen Windhalm in wichtigen Wintergetreidekulturen wie Winterweichweizen, Wintergerste, Winterroggen und Wintertriticale. Als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Verteilbarkeit und einfache Handhabung in der Praxis aus. Es ist speziell für den frühen Einsatz im Herbst konzipiert, um die Kulturen von Anfang an konkurrenzfrei zu halten.

Durch die gezielte Wirkung gegen Unkräuter und Ungräser im frühen Nachauflauf sichert BeFlex das Ertragspotenzial der Bestände. Die Formulierung sorgt für eine langanhaltende Bodenwirkung, die auch nachfolgende Keimwellen zuverlässig erfasst. Dies macht das Produkt zu einem unverzichtbaren Baustein in modernen Herbizidstrategien für den herbstlichen Pflanzenschutz im Getreidebau.

Wirkstoffe

Beflubutamid
500 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Beflubutamid gehört zur chemischen Gruppe der Phenoxybutanamide und ist im HRAC-System in die Gruppe 12 (ehemals F1) eingestuft. Die Wirkung basiert auf der Hemmung der Phytoendesaturase (PDS), einem Schlüsselenzym in der Biosynthese von Carotinoiden. Da Carotinoide die Chloroplasten vor photooxidativer Zerstörung durch Sonnenlicht schützen, führt ihr Fehlen zu einem raschen Abbau des Chlorophylls. Sichtbares Symptom dieser Blockade ist ein charakteristisches Ausbleichen (Bleaching) der betroffenen Unkräuter und Ungräser, insbesondere an den Vegetationspunkten und jungen Blättern. Die empfindlichen Schaderreger sterben schließlich unter Lichteinfluss ab. Die Aufnahme erfolgt sowohl über die Wurzeln als auch über das Hypokotyl und die Blätter der keimenden Unkräuter, was eine flexible Wirkung über Boden und Blatt ermöglicht.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung bei den Zielorganismen, insbesondere beim Gemeinen Windhalm, vorzubeugen, sollte BeFlex stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts eingesetzt werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen (HRAC-Gruppen) in der Fruchtfolge. Da Beflubutamid (HRAC-Gruppe 12) einen spezifischen Wirkungsmechanismus besitzt, eignet es sich hervorragend als Partner in Spritzfolgen oder Tankmischungen mit Wirkstoffen aus den Gruppen 15 oder 2, um den Selektionsdruck zu minimieren und bestehende Resistenzen zu brechen.

Mischbarkeit & Tankmischung

BeFlex weist eine breite physikalische und chemische Mischbarkeit mit gängigen Herbstherbiziden und Bodenpartnern auf. Für eine optimale Benetzung und Wirkungsabsicherung, insbesondere bei trockenen Bodenverhältnissen im Nachauflauf, kann die Zugabe eines zugelassenen Additivs sinnvoll sein. Es wird empfohlen, stets ein ausreichendes Wasservolumen zu verwenden, um eine gleichmäßige Benetzung des Bodens und der Unkrautblätter zu gewährleisten. Vor dem Ansetzen größerer Mischungen sollte ein physischer Mischbarkeitstest in einem Kleingebinde durchgeführt werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit BeFlex sind die gesetzlich vorgeschriebenen persönlichen Schutzmaßnahmen (PSA) wie Schutzhandschuhe und Schutzkleidung strikt einzuhalten. Da der Wirkstoff Beflubutamid als gewässerbelastend eingestuft ist, müssen die spezifischen Anwendungsbestimmungen zum Schutz von Oberflächengewässern und Nichtzielorganismen (wie Abdriftminderungsklassen und Pufferzonen) genau beachtet werden. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgerechter Anwendung in der Regel als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte direkter Kontakt mit blühenden Pflanzen vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm9–250.5 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm9–250.5 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm9–250.5 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm9–250.5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für BeFlex im Herbst?

Der optimale Behandlungszeitraum liegt im frühen Nachauflauf der Kulturen (BBCH-Stadium 9 bis 25), wenn die Unkräuter und der Gemeine Windhalm gerade auflaufen und sich im Keim- bis frühen Laubblattstadium befinden. Zu diesem Zeitpunkt ist die Empfindlichkeit der Schaderreger am höchsten und die herbstliche Bodenfeuchtigkeit begünstigt die Wirkstoffaufnahme.

Welche Rolle spielt die Bodenfeuchtigkeit für die Wirksamkeit von BeFlex?

Da der Wirkstoff Beflubutamid zu einem erheblichen Teil über den Boden und die Wurzeln aufgenommen wird, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der Anwendung oder kurz danach entscheidend für eine optimale Herbizidwirkung. Bei extremer Trockenheit kann die Bodenwirkung verzögert eintreten, weshalb eine Anwendung auf feuchtem Saatbett zu bevorzugen ist.

Kann BeFlex auch bei niedrigen Temperaturen oder Frost eingesetzt werden?

Die Behandlung sollte auf frostfreien Böden und bei aktiver Vegetation stattfinden. Extrem niedrige Temperaturen verlangsamen den Stoffwechsel der Pflanzen, was die Wirkstoffaufnahme und den sichtbaren Wirkungseintritt (Ausbleichen) verzögern kann. Starke Nachtfröste unmittelbar nach der Spritzung sollten vermieden werden, um die Kultur nicht unnötig zu stressen.

Wie lässt sich BeFlex am besten in eine Anti-Resistenz-Strategie gegen Windhalm integrieren?

Da der Gemeine Windhalm in vielen Regionen bereits Resistenzen gegen ALS-Hemmer (HRAC-Gruppe 2) oder ACCase-Hemmer (HRAC-Gruppe 1) aufweist, bietet BeFlex mit dem Wirkstoff Beflubutamid (HRAC-Gruppe 12) ein wertvolles Werkzeug zum Wirkstoffwechsel. Eine Kombination oder Spritzfolge mit Bodenpartnern aus anderen Wirkstoffklassen sichert den langfristigen Bekämpfungserfolg.

Welche Kulturen können nach einem vorzeitigen Umbruch im Schadensfall nachgebaut werden?

Sollte ein vorzeitiger Umbruch des Getreidebestandes (z. B. durch Auswinterung) notwendig werden, ist aufgrund der Bodenpersistenz von Beflubutamid Vorsicht geboten. Vor dem Nachbau empfindlicher Kulturen wie Raps oder Leguminosen sollte eine tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen) durchgeführt werden. Beachten Sie hierzu stets die spezifischen Wartezeiten und Hinweise in der offiziellen Gebrauchsanleitung.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen den Gemeinen Windhalm?

Nutzen Sie hierzu die Such- und Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech. Wählen Sie Ihre spezifische Kultur (z. B. Winterweichweizen) und filtern Sie in der Schaderreger-Datenbank nach 'Gemeiner Windhalm', um eine vollständige Übersicht aller in Deutschland registrierten Herbizide und deren Anwendungsbestimmungen zu erhalten.