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Sonstige · Bayer CropScience Deutschland GmbH

Betanal SE

BVL Zul.-Nr. 00A817-00

Betanal SE ist ein bewährtes und hochselektives Herbizid von Bayer CropScience Deutschland GmbH, das speziell für den Einsatz in Rübenkulturen wie Zuckerrüben, Futterrüben und Roter Bete entwickelt wurde. Als Suspoemulsion (SE) formuliert, vereint das Pflanzenschutzmittel eine hervorragende Kulturverträglichkeit mit einer zuverlässigen Wirkung gegen einjährige zweikeimblättrige Unkräuter. Es bildet seit vielen Jahren ein solides Fundament für die Unkrautbekämpfung im professionellen Rübenanbau.

Das Mittel wird im Nachauflaufverfahren eingesetzt, um aufkommende Schaderreger direkt im empfindlichen Keimblattstadium zu erfassen. Durch die optimierte Formulierung haftet der Wirkstoff hervorragend auf den Blattoberflächen der Unkräuter, was eine schnelle und effiziente Wirkstoffaufnahme selbst unter wechselhaften Witterungsbedingungen garantiert.

Dank der gezielten Ausrichtung auf einjährige zweikeimblättrige Unkräuter ermöglicht Betanal SE eine saubere und konkurrenzfreie Jugendentwicklung der Kulturen. Dies sichert den Rüben in der kritischen Wachstumsphase den entscheidenden Vorsprung bei der Nutzung von Licht, Wasser und Nährstoffen.

Wirkstoffe

Phenmedipham
160 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Betanal SE enthaltene Wirkstoff Phenmedipham gehört zur HRAC-Gruppe 5 (ehemals C1) und wirkt als selektives Kontaktherbizid. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der gezielten Hemmung des photosynthetischen Elektronentransports im Photosystem II. Phenmedipham bindet sich spezifisch an das D1-Protein in den Thylakoidmembranen der Chloroplasten und blockiert dadurch den Elektronentransfer von Plastochinon QA zu QB. Diese Blockade stoppt die Photosynthese der Unkräuter augenblicklich. In der Folge kommt es zur Überladung des Photosystems und zur Bildung reaktiver Sauerstoffradikale, welche die Zellmembranen zerstören. Die betroffenen Unkräuter zeigen zunächst charakteristische Chlorosen an den Blatträndern, die rasch in Nekrosen übergehen, bis die Pflanzen schließlich vollständig vertrocknen. Die herbizide Wirkung wird durch warme Temperaturen und intensive Sonneneinstrahlung deutlich beschleunigt.

Resistenzmanagement

Um einer Selektion resistenter Biotypen bei einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern vorzubeugen, solltest du Betanal SE stets im Rahmen eines integrierten Herbizidmanagements einsetzen. Da Phenmedipham der HRAC-Gruppe 5 angehört, empfiehlt sich der regelmäßige Wirkstoffwechsel oder die Kombination mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen (wie z. B. HRAC-Gruppe 15 oder 27). Behandle die Unkräuter zudem konsequent im frühen Keimblattstadium, da hier die höchste Empfindlichkeit vorliegt und das Risiko überlebender Unkrautpflanzen minimiert wird.

Mischbarkeit & Tankmischung

Betanal SE zeichnet sich durch eine hervorragende Mischbarkeit mit anderen rübentypischen Nachauflauf-Herbiziden sowie spezifischen Gräserherbiziden aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und die Spritzbrühe direkt nach dem Ansetzen ausbringen. Die Zugabe von formulierten Ölen oder Adjuvantien kann die Benetzung und Wirkstoffaufnahme auf der Unkraut-Wachsschicht verbessern, sollte jedoch bei extremen Temperaturen oder geschwächten Kulturen vorsichtig dosiert werden, um die Kulturverträglichkeit nicht zu beeinträchtigen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Betanal SE ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz) bei der Handhabung des Konzentrats und der Ausbringung unerlässlich. Zum Schutz von Gewässern und aquatischen Organismen sind die gesetzlichen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern strikt einzuhalten und Abdrift durch den Einsatz abdriftmindernder Technik zu minimieren. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Datensatz angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung nicht in blühenden Beständen oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind; verlege die Behandlung in diesen Fällen bevorzugt in die späten Abendstunden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ZuckerrübeEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–182 LITER_PER_HECTARE
FutterrübeEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–182 LITER_PER_HECTARE
Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete)Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–182 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung mit Betanal SE?

Der beste Behandlungszeitpunkt liegt im frühen Nachauflauf der Unkräuter, idealerweise wenn sich diese im Keimblattstadium befinden. Zu diesem Zeitpunkt ist die Wachsschicht der Unkräuter noch dünn, was eine maximale Wirkstoffaufnahme ermöglicht. Achte darauf, dass sich deine Kulturen im BBCH-Stadium 10 bis 18 befinden.

Wie beeinflusst das Wetter die Wirkung von Betanal SE?

Da Phenmedipham ein Licht- und Kontaktherbizid ist, fördern sonniges Wetter und milde Temperaturen (zwischen 15 °C und 20 °C) die herbizide Wirkung erheblich. Vermeide jedoch Behandlungen bei extremer Hitze über 25 °C oder starker, direkter Sonneneinstrahlung zur Mittagszeit, da dies zu vorübergehenden Verträglichkeitsproblemen bei den Rüben führen kann. Weiche in solchen Phasen auf die kühleren Abendstunden aus.

Kann ich Betanal SE in einer Spritzfolge (Splitting-Verfahren) anwenden?

Ja, im Rübenanbau ist das sogenannte Nachauflauf-Splitting Standard. Dabei wird die zugelassene Aufwandmenge oft auf mehrere Teilbehandlungen im Abstand von 5 bis 10 Tagen aufgeteilt, um neu auflaufende Unkrautwellen kontinuierlich zu erfassen. Achte darauf, die registrierte Gesamtaufwandmenge pro Saison nicht zu überschreiten.

Was muss ich tun, wenn kurz nach der Anwendung Regen droht?

Betanal SE benötigt eine gewisse Antrocknungszeit auf der Blattoberfläche, um vollständig aufgenommen zu werden. Als Faustregel gilt, dass nach der Applikation mindestens 3 bis 4 Stunden Trockenheit herrschen sollten. Setzt früher starker Regen ein, kann der Wirkstoff abgewaschen werden, was die Wirkung spürbar mindert.

Warum ist die Kulturverträglichkeit bei Rüben so hoch, obwohl es ein Herbizid ist?

Rüben besitzen die Fähigkeit, den Wirkstoff Phenmedipham im eigenen Stoffwechsel sehr schnell enzymatisch abzubauen und zu entgiften. Die Unkräuter hingegen können diesen Abbau nicht in ausreichendem Maße leisten und sterben ab. Diese physiologische Selektivität funktioniert am besten bei gesunden, nicht durch Frost oder Trockenheit gestressten Rüben.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere passende Mischpartner für Betanal SE?

Du kannst in unserer Produktdatenbank gezielt nach Herbiziden suchen, die für die Kulturen Zuckerrübe, Futterrübe oder Rote Bete zugelassen sind. Achte bei der Auswahl auf Wirkstoffe mit komplementären HRAC-Klassen (z. B. Bodenherbizide), um ein lückenloses Wirkungsspektrum und ein optimales Resistenzmanagement zu gewährleisten.