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OTHER · Gowan Crop Protection Limited

Bioten

BVL Zul.-Nr. 007137-00

Bioten ist ein hochwirksames biologisches Pflanzenschutzmittel (Fungizid) auf Basis von zwei komplementären Stämmen nützlicher Bodenpilze: Trichoderma asperellum (Stamm ICC 012) und Trichoderma gamsii (Stamm ICC 080). Als modernes Biofungizid besetzt Bioten eine Schlüsselrolle im integrierten Pflanzenschutz, insbesondere bei der präventiven Bekämpfung bodenbürtiger Schaderreger. Die Formulierung als wasserdispergierbares Granulat ermöglicht eine einfache Handhabung und eine homogene Verteilung im Substrat oder Boden.

Das Wirkungsspektrum konzentriert sich primär auf schädliche Bodenpilze, die verheerende Wurzel- und Stängelfäulen verursachen können. Bioten ist für den Einsatz in verschiedenen Kulturen zugelassen und schützt die jungen Kulturen bereits in der kritischen Etablierungsphase. Durch die Kombination zweier unterschiedlicher Trichoderma-Stämme deckt das Produkt ein breites Temperaturspektrum und unterschiedliche Bodenbedingungen ab, was es zu einem äußerst verlässlichen Partner sowohl im geschützten Anbau als auch im Freiland macht.

Wirkstoffe

Trichoderma asperellum Stamm ICC 012 (vormals T. harzianum)
20 g/kg · Wirkstoff
Trichoderma gamsii Stamm ICC 080 (vormals T. viride)
20 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die biologische Wirkung von Bioten basiert auf einem mehrfachen, synergistischen Wirkungsmechanismus (Multi-Site-Wirkung) der beiden Trichoderma-Stämme. Nach der Anwendung besiedeln die nützlichen Pilze rasch die Rhizosphäre der Kulturen. Sie konkurrieren extrem erfolgreich mit pathogenen Bodenpilzen um Lebensraum und essentielle Nährstoffe (Konkurrenzausschluss), wodurch die Schaderreger an der Etablierung gehindert werden. Darüber hinaus zeichnen sich die Stämme durch Mykoparasitismus aus: Sie erkennen die Hyphen der Schadpilze, winden sich um sie herum und bauen deren Zellwände enzymatisch ab. Gleichzeitig stimulieren sie das pflanzeneigene Immunsystem (induzierte systemische Resistenz) und fördern durch die Freisetzung von wachstumsfördernden Substanzen eine vitale Wurzelentwicklung, was die Toleranz der Kulturen gegenüber abiotischem Stress stärkt.

Resistenzmanagement

Da es sich bei Bioten um ein biologisches Pflanzenschutzmittel mit einem physikalisch-biologischen Multi-Site-Wirkmechanismus handelt, ist das Risiko einer Resistenzentwicklung bei den Zielpathogenen als extrem gering einzustufen. Es gibt keine bekannten Kreuzresistenzen zu chemisch-synthetischen Fungiziden. Bioten eignet sich daher hervorragend für das Resistenzmanagement in Spritzfolgen, um den Selektionsdruck auf konventionelle Wirkstoffe zu minimieren und deren Wirksamkeit langfristig zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Bioten ist grundsätzlich mit vielen gängigen Düngemitteln, Herbiziden und Insektiziden mischbar. Bei der gemeinsamen Ausbringung mit chemischen Fungiziden ist jedoch äußerste Vorsicht geboten, da diese die Lebensfähigkeit der nützlichen Trichoderma-Sporen beeinträchtigen können. Es wird empfohlen, einen zeitlichen Abstand von mindestens 7 bis 10 Tagen zwischen einer chemischen Fungizidbehandlung des Bodens und der Anwendung von Bioten einzuhalten. Die Wassertemperatur in der Spritze sollte idealerweise zwischen 10 °C und 25 °C liegen, um die Vitalität der Sporen nicht zu gefährden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Als biologisches Pflanzenschutzmittel weist Bioten ein sehr günstiges Ökotoxizitätsprofil auf. Es ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft und schont wichtige Nützlinge sowie Bodenorganismen wie Regenwürmer. Dennoch sind beim Ansetzen der Spritzbrühe und bei der Anwendung die üblichen Arbeitsschutzmaßnahmen (wie das Tragen von Schutzhandschuhen und Atemschutz bei Staubentwicklung) einzuhalten, um eine Sensibilisierung durch Pilzsporen zu vermeiden. Gewässerabstände und spezifische Anwendungsauflagen des BVL sind stets zu beachten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
FruchtgemüseBodenpilze2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE
StielmusBodenpilze2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE
BlattgemüseBodenpilze2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE
ZierpflanzenBodenpilze2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE
ZierpflanzenBodenpilze2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE
FruchtgemüseBodenpilze2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE
StielmusBodenpilze2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE
frische KräuterBodenpilze2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE
frische KräuterBodenpilze2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE
BlattgemüseBodenpilze2.5 KILOGRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Bioten?

Die Behandlung sollte so früh wie möglich erfolgen, idealerweise bereits bei der Aussaat, beim Pikieren oder beim Topfen der Kulturen. Da Bioten präventiv wirkt, müssen die Trichoderma-Stämme die Wurzeln besiedeln, bevor pathogene Bodenpilze die Kulturen infizieren können. Eine nachträgliche Heilung bereits infizierter Pflanzen ist mit diesem biologischen Mittel nicht möglich.

Welche Bodenbedingungen benötigt Bioten für eine optimale Wirkung?

Die enthaltenen Trichoderma-Stämme sind in einem breiten Temperaturbereich aktiv (optimal zwischen 10 °C und 30 °C). Der Boden oder das Substrat sollte nach der Anwendung ausreichend feucht gehalten werden, da die Sporen Feuchtigkeit zur Keimung und zur Besiedlung der Rhizosphäre benötigen. Staunässe oder extreme Trockenheit schränken die Aktivität hingegen ein.

Kann Bioten zusammen mit chemischen Boden-Fungiziden eingesetzt werden?

Eine direkte Tankmischung mit chemisch-synthetischen Boden-Fungiziden sollte vermieden werden, da diese die nützlichen Pilze schädigen oder abtöten können. Wenn chemische Fungizide notwendig sind, sollte Bioten entweder davor oder mit einem Sicherheitsabstand von ca. 10 Tagen danach appliziert werden, um den nützlichen Pilzen Zeit zur Etablierung zu geben.

Wie lange hält die Schutzwirkung von Bioten im Boden an?

Unter optimalen Bedingungen können sich die Trichoderma-Stämme über mehrere Wochen bis Monate im Wurzelraum der Kulturen halten und mit den wachsenden Wurzeln mitwachsen. Bei langen Kulturzeiten oder starkem Infektionsdruck kann jedoch eine Folgebehandlung nach 4 bis 6 Wochen ratsam sein, um den Schutz aufrechtzuerhalten.

Wie lagert man Bioten am besten, um die Vitalität der Sporen zu erhalten?

Da Bioten lebende Pilzsporen enthält, ist die Lagerung entscheidend für die Haltbarkeit. Das Produkt sollte kühl (idealerweise unter 15 °C, am besten im Kühlschrank bei 4–8 °C) und trocken in der Originalverpackung gelagert werden. Frost schadet dem Produkt in der Regel nicht, aber extreme Hitze über 30 °C mindert die Keimfähigkeit der Sporen rasch.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Bodenpilze?

Nutzen Sie hierzu die Such- und Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech. Filtern Sie in der Produktübersicht nach der Schaderreger-Kategorie „Bodenpilze“ oder suchen Sie gezielt nach Ihrer Kultur, um alle in Deutschland (BVL) registrierten biologischen und chemischen Alternativen übersichtlich vergleichen zu können.