BONZI
BONZI von Syngenta ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel aus der Gruppe der Wachstumsregler, das speziell für den professionellen Zierpflanzenbau entwickelt wurde. Als bewährte Formulierung basiert es auf dem Wirkstoff Paclobutrazol und dient der gezielten Hemmung des Triebwachstums. Durch den Einsatz von BONZI lässt sich die Pflanzenarchitektur steuern, was zu kompakteren, stabileren Kulturen mit einer intensivierten Grünfärbung der Blätter führt.
Das Produkt hat sich als Standard im Gartenbau etabliert, insbesondere bei anspruchsvollen Kulturen wie dem Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima) sowie einer Vielzahl weiterer Zierpflanzen. Die präzise Steuerung des Wachstums erleichtert nicht nur den Transport und die Vermarktung, sondern verbessert auch die Gesamtqualität und die Widerstandsfähigkeit der behandelten Kulturen gegenüber Transportstress.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in BONZI enthaltene Wirkstoff Paclobutrazol gehört zur chemischen Gruppe der Triazole und wirkt als spezifischer Inhibitor der Gibberellin-Biosynthese. Gibberelline sind pflanzeneigene Hormone, die maßgeblich für das Streckungswachstum der Zellen verantwortlich sind. Durch die Blockade der Kaurenoat-Oxidase wird die Synthese dieser Hormone gehemmt, was zu kürzeren Internodien und einem kompakteren Wuchs führt. Neben der reinen Stauchungswirkung beeinflusst Paclobutrazol auch andere physiologische Prozesse in der Kultur. Es fördert die Chlorophyllsynthese, was sich in einer tiefgrünen Blattfarbe äußert, und kann die Transpiration reduzieren, wodurch die Kulturen widerstandsfähiger gegen temporären Wassermangel werden. Die Aufnahme erfolgt sowohl über die Blätter als auch über die Wurzeln und den Stängel, wobei der Transport in der Pflanze akropetal über das Xylem erfolgt.
Resistenzmanagement
Obwohl bei Wachstumsreglern wie Paclobutrazol das Risiko einer klassischen Resistenzbildung im Vergleich zu Fungiziden oder Insektiziden als gering eingestuft wird, ist ein verantwortungsvolles Anwendungsmanagement ratsam. Um eine gleichbleibend hohe Sensitivität der Kulturen zu gewährleisten, sollte BONZI im Rahmen eines integrierten Kulturmanagements eingesetzt werden. Dies umfasst den Wechsel mit Wachstumsreglern anderer Wirkstoffklassen sowie die Optimierung von Kulturparametern wie Licht, Temperatur und Düngung, um den chemischen Regulierungsbedarf von vornherein zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
BONZI zeichnet sich durch eine gute physikalische Mischbarkeit mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln aus. Dennoch wird empfohlen, vor großflächigen Anwendungen stets eine Probemischung sowie eine Verträglichkeitsprüfung an einigen Testpflanzen durchzuführen, da die Sortenempfindlichkeit im Zierpflanzenbau stark variieren kann. Die Zugabe von Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich und kann die Wirkstoffaufnahme unvorhersehbar verstärken, was zu Überstauchungen führen kann. Für eine optimale Wirkung sollte die Behandlung auf trockene Kulturen bei mäßigen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit erfolgen, um ein zu schnelles Antrocknen des Spritzbelags zu verhindern.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit BONZI sind die standardmäßigen Arbeitsschutzmaßnahmen für Pflanzenschutzmittel strikt einzuhalten, einschließlich des Tragens von Schutzkleidung und Handschuhen während der Ansetzung der Spritzbrühe und der Applikation. Da das Produkt im professionellen Gewächshaus- und Zierpflanzenbau eingesetzt wird, ist das Risiko für Freiland-Nichtzielorganismen bei sachgemäßer Anwendung im geschützten Anbau minimal. Dennoch müssen Abdrift und das direkte Einbringen des Mittels oder von Spülwasser in Oberflächengewässer konsequent vermieden werden, um aquatische Organismen zu schützen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Weihnachtsstern | Hemmung des Triebwachstums | 12–61 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Hemmung des Triebwachstums | 12–61 | 8 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wie unterscheidet sich die Wirkung von BONZI bei einer Spritzanwendung im Vergleich zu einer Gießbehandlung (Drench)?
Bei einer Spritzanwendung wird der Wirkstoff Paclobutrazol hauptsächlich über die grünen Pflanzenteile (Stängel und Blätter) aufgenommen, was eine schnelle, aber oft kürzer anhaltende Stauchung bewirkt. Eine Gießbehandlung (Drench) führt zu einer Aufnahme über die Wurzeln; dies sorgt für eine sehr gleichmäßige, langanhaltende und intensive Wachstumshemmung, erfordert jedoch eine exakte Dosierung je Topf, um Überdosierungen zu vermeiden.
Welchen Einfluss hat die Luftfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der Applikation auf die Effizienz von BONZI?
Eine hohe Luftfeuchtigkeit verlangsamt das Antrocknen der Spritzbrühe auf den Blättern. Da Paclobutrazol in gelöster Form aufgenommen wird, verlängert eine langsame Trocknung das Zeitfenster für die Wirkstoffaufnahme, was die Effizienz der Behandlung deutlich steigert. Vermeiden Sie Anwendungen bei extremer Hitze oder direkter Sonneneinstrahlung.
Kann BONZI auch noch in späten BBCH-Stadien der Zierpflanzen angewendet werden?
BONZI ist bis zum BBCH-Stadium 61 (Beginn der Blüte) zugelassen. Späte Anwendungen sollten jedoch mit reduzierten Aufwandmengen durchgeführt werden, da eine zu späte Stauchung die Blütenentwicklung oder die Ausfärbung der Hochblätter (z. B. bei Weihnachtssternen) negativ beeinflussen kann. Die Hauptanwendungen liegen meist in den vegetativen Phasen.
Wie kann eine versehentliche Überdosierung oder zu starke Stauchung durch BONZI ausgeglichen werden?
Wenn eine Kultur durch eine Überdosierung von BONZI zu stark gestaucht wurde, kann dem physiologisch durch die gezielte Applikation von Gibberellinsäure entgegengewirkt werden. Da Paclobutrazol die Gibberellinsynthese blockiert, hebt die Zufuhr von exogenem Gibberellin die Blockade teilweise wieder auf und regt das Streckungswachstum wieder an.
Warum ist die Sortenprüfung vor der großflächigen Anwendung von BONZI im Zierpflanzenbau so wichtig?
Verschiedene Zierpflanzenarten und selbst einzelne Sorten innerhalb einer Art reagieren extrem unterschiedlich empfindlich auf Paclobutrazol. Während einige Sorten eine höhere Aufwandmenge für den gewünschten Stauchungseffekt benötigen, können andere bereits bei geringen Dosen überreguliert werden. Testbehandlungen auf kleinen Teilflächen sichern den Kulturerfolg ab.
Wie wirkt sich die Substratzusammensetzung auf die Dosierung von BONZI bei einer Substratbehandlung aus?
Substrate mit einem hohen Anteil an organischer Substanz (wie Torf) oder Tonmineralen können einen Teil des Wirkstoffs Paclobutrazol binden und somit die pflanzenverfügbare Menge reduzieren. Bei sehr leichten, torffreien oder kokosbasierten Substraten ist die Auswaschungsgefahr und die Wirkstoffverfügbarkeit hingegen höher, weshalb die Aufwandmenge hier vorsichtig angepasst werden muss.