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Sonstige · Certis Belchim B.V.

Botiga

BVL Zul.-Nr. 00A219-00

Botiga ist ein leistungsstarkes, selektives Herbizid von Certis Belchim B.V., das speziell für den Einsatz in Mais (Silo- und Körnermais) entwickelt wurde. Die flüssige Formulierung kombiniert zwei bewährte Wirkstoffe mit komplementären Eigenschaften, um ein breites Spektrum an einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern sowie die problematische Hühnerhirse effektiv zu kontrollieren. Durch die Kombination von systemischer Wirkung und starker Kontaktwirkung bietet das Pflanzenschutzmittel eine zuverlässige Unkrautkontrolle auch unter wechselnden Witterungsbedingungen.

In der landwirtschaftlichen Praxis hat sich Botiga als flexibler Baustein im Nachauflauf etabliert. Die Formulierung sorgt für eine hervorragende Benetzung der Blattoberflächen und eine schnelle Wirkstoffaufnahme. Dies macht das Produkt zu einer verlässlichen Lösung, um die Konkurrenz durch Schaderreger in der kritischen frühen Entwicklungsphase der Kultur auszuschalten und das Ertragspotenzial abzusichern.

Wirkstoffe

Mesotrione
90 g/L · Wirkstoff
Pyridat
300 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die hervorragende Wirksamkeit von Botiga basiert auf dem synergistischen Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen. Der Wirkstoff Mesotrione gehört zur HRAC-Gruppe 27 (HPPD-Inhibitoren). Er hemmt das Enzym p-Hydroxyphenylpyruvat-Dioxygenase, was die Biosynthese von Plastochinon und Carotinoiden blockiert. Ohne schützende Carotinoide führt das Sonnenlicht zur Zerstörung des Chlorophylls, was sich optisch durch ein charakteristisches Ausbleichen (Bleaching) der Unkräuter zeigt. Ergänzt wird dieser systemische Effekt durch Pyridat, einen Wirkstoff aus der HRAC-Gruppe 5. Pyridat wirkt primär als Kontaktherbizid und hemmt den Elektronentransport im Photosystem II. Dies führt zur Bildung reaktiver Sauerstoffspezies, die die Zellmembranen zerstören und zu einer schnellen Nekrose des getroffenen Pflanzengewebes führen. Durch diese Kombination wird die Entstehung von Synergien genutzt: Das schnelle Anbrennen durch Pyridat beschleunigt den Zusammenbruch der Unkräuter, während Mesotrione für eine nachhaltige, systemische Wirkung bis in die Wurzeln sorgt.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen wirksam vorzubeugen, nutzt Botiga bereits von Haus aus zwei unterschiedliche HRAC-Wirkstoffklassen (Gruppe 27 und Gruppe 5). Dennoch solltest du im Rahmen eines integrierten Unkrautmanagements darauf achten, Wirkstoffe mit diesen Mechanismen nicht einseitig und wiederholt auf derselben Fläche einzusetzen. Kombiniere die Behandlung mit mechanischen Maßnahmen wie der Stoppelbearbeitung und wechsle in der Fruchtfolge mit Herbiziden ab, die andere Wirkstoffklassen enthalten, um den Selektionsdruck auf Unkräuter und Hühnerhirse dauerhaft niedrig zu halten.

Mischbarkeit & Tankmischung

Botiga zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit vielen gängigen Maisherbiziden sowie flüssigen Blattdüngern aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe durchführen. Da die Formulierung bereits für eine optimale Haftung und Aufnahme optimiert ist, ist der Zusatz von separaten Netzmitteln in der Regel nicht erforderlich. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und vermeide Spritzungen bei extremer Hitze oder starker Sonneneinstrahlung, um die Kulturverträglichkeit zu maximieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Botiga steht der Schutz des Anwenders und der Umwelt an erster Stelle. Trage bei der Handhabung des Konzentrats und während der Applikation stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (Schutzanzug, Schutzhandschuhe und Augenschutz). Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung generell nicht in blühende Bestände legen und Abdriften auf blühende Zwischenfrüchte oder Unkräuter in der Umgebung vermeiden; appliziere das Pflanzenschutzmittel bevorzugt in den Abendstunden, wenn kein Bienenflug stattfindet. Achte zudem darauf, einen direkten Eintrag in Oberflächengewässer zu verhindern, um aquatische Organismen zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ZuckermaisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–181 LITER_PER_HECTARE
ZuckermaisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–180.5 LITER_PER_HECTARE
MaisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Hühnerhirse12–180.5 LITER_PER_HECTARE
MaisEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Hühnerhirse12–181 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

In welchem Entwicklungsstadium der Unkräuter erzielt Botiga die beste Wirkung?

Die beste Wirkung erzielst du, wenn sich die zweikeimblättrigen Unkräuter im frühen Keimblatt- bis Laubblattstadium befinden und die Hühnerhirse maximal im Bestockungsbeginn ist. Zu diesem Zeitpunkt sind die Schaderreger besonders empfindlich für die Wirkstoffkombination.

Wie verhält sich Botiga bei kühlen Temperaturen im Frühjahr?

Botiga wirkt auch bei mäßig kühlen Temperaturen im Frühjahr zuverlässig, da der Wirkstoff Mesotrione systemisch aufgenommen wird. Für den Kontaktpartner Pyridat ist jedoch aktives Wachstum und Sonnenschein vorteilhaft, weshalb du die Behandlung an wüchsigen Tagen mit ausreichender Strahlung durchführen solltest.

Kann ich Botiga direkt nach einem starken Regenereignis spritzen?

Nach starkem Regen solltest du warten, bis sich die schützende Wachsschicht der Maisblätter wieder regeneriert hat (meist 1 bis 2 Tage), um das Risiko von vorübergehenden Kulturunverträglichkeiten wie leichten Aufhellungen zu minimieren.

Welche Rolle spielt die Wasserqualität bei der Anwendung von Botiga?

Eine hohe Wasserqualität ist vorteilhaft. Bei sehr hartem Wasser kann die Zugabe eines geeigneten pH-Puffers oder Ammoniumsulfats die Stabilität und Aufnahme der Wirkstoffe unterstützen. Achte darauf, die Spritzbrühe nach dem Ansetzen zügig auszubringen.

Wie kann ich Botiga optimal in ein mechanisches Unkrautbekämpfungskonzept integrieren?

Du kannst Botiga hervorragend als chemischen Baustein im Nachauflauf nutzen und nach einer Wartezeit von etwa einer Woche, sobald die Unkräuter deutliche Wirkungssymptome zeigen, mit dem Hacken oder Striegeln fortfahren, um verbliebene Schaderreger mechanisch zu beseitigen.

Was muss ich bei der Nachbauplanung nach dem Einsatz von Botiga beachten?

Nach dem regulären Einsatz von Botiga im Mais kannst du im folgenden Frühjahr in der Regel alle üblichen Kulturen ohne Einschränkungen anbauen. Bei vorzeitigem Umbruch der Kultur nach einem Fehlschlag solltest du den Boden tief pflügen und bevorzugt wieder Mais einsäen.