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Kultur

Zuckermais

Zea mays subsp. saccharata
ZEAMS

Zuckermais (Zea mays subsp. saccharata, EPPO-Code: ZEAMS) ist eine wärmeliebende Kultur, die sich durch einen hohen Zuckergehalt im Korn auszeichnet, da die Umwandlung von Zucker in Stärke genetisch blockiert ist. Im mitteleuropäischen Anbau stellt die Kultur hohe Ansprüche an den Boden und die Temperatur, weshalb eine sorgfältige Standortwahl und präzise Aussaatplanung für den wirtschaftlichen Erfolg entscheidend sind. Die Ernte erfolgt im Zustand der Milchreife, was ein enges Zeitfenster für die Erfassung der optimalen Qualität erfordert.

Da Zuckermais besonders empfindlich auf Spätfröste und Staunässe reagiert, ist die Etablierung eines gleichmäßigen Bestandes das primäre Ziel im Frühjahr. Moderne Hybridsorten bieten heute eine verbesserte Kältetoleranz in der Jugendphase, dennoch bleibt die Kultur auf warme, tiefgründige Böden mit guter Wasserführung angewiesen. Der Anbau erfordert zudem ein integriertes Management von Schaderregern, um sowohl die optische Qualität der Kolben als auch den Ertrag zu sichern.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
Ende April bis Mitte Juni
Erntefenster
August bis Oktober
Reihenabstand
70–75 cm
Typischer Ertrag
15–22 t/ha
Wärmesumme (GDD)
1850 °C
Boden-pH
6,0–7,0

Bodenmanagement

Für einen erfolgreichen Anbau benötigt die Kultur tiefgründige, leicht erwärmbare Böden mit einer stabilen Struktur und gutem Wasserspeichervermögen. Schwere, kalte Tonböden oder staunasse Standorte sind ungeeignet, da sie die Keimung verzögern und zu lückigen Beständen führen. Eine sorgfältige Herbstfurche oder eine konservierende Bodenbearbeitung im Frühjahr schafft ein feinkrümeliges Saatbett, das den kapillaren Wasseranschluss sichert. Aufgrund des raschen Wachstums ab dem Schossen hat Zuckermais einen hohen Nährstoffbedarf, weshalb eine bedarfsgerechte Düngung mit Stickstoff, Phosphor und Kalium eng an den Entzug angepasst werden muss. Eine organische Düngung im Frühjahr ist vorteilhaft, sollte jedoch frühzeitig eingearbeitet werden, um die Jugendentwicklung nicht durch Nährstofffestlegung zu hemmen.

Schaderreger-Management

Der Schutz der Kultur erfordert ein wachsames Auge auf spezifische Schaderreger, allen voran den Maiszünsler (*Ostrinia nubilalis*), dessen Larven die Stängel und Kolben schädigen. Hier hat sich der Einsatz von Trichogramma-Schlupfwespen als biologische Maßnahme hervorragend etabliert, während chemische Pflanzenschutzmittel exakt zum Larvenschlupf appliziert werden müssen. Gegen auflaufende Unkräuter wie die Hühnerhirse (*Echinochloa crus-galli*) oder die Gemeine Quecke (*Elymus repens*) ist eine frühe Unkrautregulierung im Vor- oder frühen Nachauflauf entscheidend, um Ertragseinbußen durch Konkurrenz zu vermeiden. Zudem solltest du auf pilzliche Schaderreger wie den Maisbeulenbrand (*Ustilago maydis*) achten, dessen Auftreten durch mechanische Verletzungen (z. B. durch Hagel oder Maschinen) und Trockenstress gefördert wird. Eine weite Fruchtfolge und das sorgfältige Unterpflügen von Ernterückständen mindern das Infektionsrisiko für das Folgejahr erheblich.

Sorten

Sweet Nugget

Früh

Sehr ertragssicher mit gleichmäßiger Kolbenentwicklung.

Resistent gegen: Maisbeulenbrand

Anfällig für: Kälte im Jugendstadium

Eine bewährte sh2-Sorte mit exzellentem Geschmack und hohem Zuckergehalt.

Tasty Sweet

Mittelfrüh bis mittelspät

Hoher Marktwarenanteil mit gut gefüllten Kolbenspitzen.

Resistent gegen: Helminthosporium-Blattfleckenkrankheit

Anfällig für: Dürre

Zeichnet sich durch eine besonders zarte Kornschale und lange Haltbarkeit nach der Ernte aus.

Overland

Spät

Sehr ertragsstark, ideal für den Erwerbsanbau.

Resistent gegen: Maisbeulenbrand, Helminthosporium-Blattfleckenkrankheit, Maisrost

Anfällig für: Spätfröste

Hervorragende Feldhaltbarkeit und starke Pflanzengesundheit, ideal für die industrielle Verarbeitung.

Sprinter

Sehr früh

Guter Erstlingertrag für den frühen Frischmarkt.

Anfällig für: Helminthosporium-Blattfleckenkrankheit

Ermöglicht einen sehr frühen Erntebeginn, benötigt aber warme Standorte für die optimale Jugendentwicklung.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie verhinderst du eine unerwünschte Verkreuzung von Zuckermais mit Futtermais?

Zuckermais ist windbestäubend. Wenn sich in der Nähe Futtermais-Bestände befinden, kann es zur Einkreuzung kommen, wodurch die Körner des Zuckermaises zäh und stärkereich werden. Du solltest daher einen Mindestabstand von 150 bis 200 Metern zu Futtermaisfeldern einhalten oder die Aussaatzeitpunkte so staffeln, dass die Blütephasen mindestens zwei bis drei Wochen auseinanderliegen.

Woran erkennst du den optimalen Erntezeitpunkt bei Zuckermais?

Der optimale Zeitpunkt liegt in der Milchreife (BBCH-Stadium 75 bis 77). Du erkennst ihn daran, dass die Narbenfäden am Kolben braun und leicht eingetrocknet sind, der Kolben sich bis zur Spitze prall anfühlt und bei leichtem Druck auf ein Korn milchig-weißer Saft austritt. Ist der Saft bereits teigig oder klar, ist der optimale Erntezeitpunkt überschritten oder noch nicht erreicht.

Welche Rolle spielt der sh2- oder su1-Genotyp bei der Sortenwahl und Aussaat?

Sorten vom Typ 'Extra Süß' (sh2) haben einen deutlich herrausragenden Zuckergehalt und bauen diesen nach der Ernte langsamer ab als normale süße Sorten (su1). Allerdings keimen sh2-Samen bei kühlen Bodentemperaturen schlechter. Du solltest sh2-Sorten daher erst ab einer konstanten Bodentemperatur von mindestens 10 bis 12 °C aussäen, um Keimlücken zu vermeiden.

Wie kannst du den Maiszünsler im Zuckermaisanbau biologisch regulieren?

Der effektivste biologische Ansatz ist das Ausbringen von Trichogramma-Schlupfwespen, welche die Eier des Schädlings parasitieren. Du solltest die Kärtchen mit den Schlupfwespen zu Beginn des Falterflugs (meist ab Mitte Juni, oft gekoppelt mit Warndienstaufrufen) im Bestand verteilen. Eine zweite Ausbringung nach etwa zwei Wochen sichert den Erfolg ab.

Warum ist die Unkrautregulierung im frühen BBCH-Stadium bei dieser Kultur so kritisch?

Zuckermais besitzt eine sehr langsame Jugendentwicklung und schließt die Reihen erst spät. In den BBCH-Stadien 10 bis 19 ist die Kultur extrem konkurrenzschwach gegenüber schnellwachsenden Unkräutern wie Hühnerhirse oder Quecke. Eine frühe mechanische oder chemische Behandlung sichert den Vorsprung der Kultur und verhindert Licht- und Nährstoffmangel.

Wie finde ich im Portal zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Schaderreger im Zuckermais?

Nutze die Suchfunktion auf agronomy.farmable.tech und filtere gezielt nach der Kultur 'Zuckermais' (oder dem EPPO-Code ZEAMS). Da Zuckermais im Pflanzenschutzrecht oft anders eingestuft wird als Silo- oder Körnermais, zeigt dir unsere Datenbank ausschließlich die aktuell für diese spezifische Gemüseart zugelassenen Pflanzenschutzmittel inklusive ihrer spezifischen Wartezeiten an.