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OTHER · BASF SE

Butisan Kombi

BVL Zul.-Nr. 006288-00

Butisan Kombi von BASF ist ein bewährtes, bodenwirksames Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern in Raps und verschiedenen Kohl-Kulturen. Als flüssige Formulierung kombiniert das Pflanzenschutzmittel zwei komplementäre Wirkstoffe, um eine breite und nachhaltige Wirkung direkt über den Boden zu erzielen. Es hat sich als Standardlösung im Vorauflauf und frühen Nachauflauf etabliert, um Kulturen von Anfang an unkrautfrei zu halten.

Das Wirkungsspektrum umfasst wichtige Problemunkräuter wie Acker-Fuchsschwanz, Windhalm sowie eine Vielzahl von zweikeimblättrigen Arten wie Klettenlabkraut, Kamille-Arten und Vogelmiere. Durch die Kombination der beiden Wirkstoffe wird eine hohe Kulturverträglichkeit bei gleichzeitig exzellenter Dauerwirkung gegen spät keimende Schaderreger erreicht.

Wirkstoffe

Dimethenamid-P
200 g/L · Wirkstoff
Metazachlor
200 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die biologische Aktivität von Butisan Kombi basiert auf den Wirkstoffen Dimethenamid-P und Metazachlor. Beide Wirkstoffe gehören zur HRAC-Gruppe 15 (Inhibitoren der Synthese sehr langkettiger Fettsäuren, VLCFA). Sie blockieren die Zellteilung und das Streckungswachstum im Keimlingsgewebe der Unkräuter, was zu einem Absterben der Schadpflanzen noch vor oder kurz nach dem Auflaufen führt. Die Aufnahme erfolgt primär über die Wurzeln, den Keimling sowie die Koleoptile bzw. das Hypokotyl der keimenden Unkräuter. Da die Wirkstoffe vor allem im frühen Entwicklungsstadium der Schaderreger ansetzen, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit für den Transport des Wirkstoffs zur Keimzone der Unkräuter entscheidend für den Bekämpfungserfolg.

Resistenzmanagement

Da beide Wirkstoffe in Butisan Kombi der HRAC-Gruppe 15 angehören, ist ein konsequentes Resistenzmanagement unerlässlich, um der Selektion resistenter Biotypen (insbesondere bei Acker-Fuchsschwanz) vorzubeugen. Der Einsatz sollte stets in eine weite Fruchtfolge integriert werden, bei der Herbizide mit anderen Wirkmechanismen (z. B. HRAC-Gruppen 1- oder 2-Inhibitoren im Nachauflauf) abwechselnd zum Einsatz kommen. Zudem empfiehlt sich die Kombination mit mechanischen Maßnahmen zur Unkrautregulierung.

Mischbarkeit & Tankmischung

Butisan Kombi zeigt sich in der Praxis als hervorragend mischbar mit gängigen Nachauflauf-Herbiziden, Graminiziden sowie Insektiziden, die für die entsprechenden Kulturen zugelassen sind. Bei Mischungen ist stets auf eine ausreichende Wassermenge (mindestens 200–300 l/ha) zu achten, um eine gleichmäßige Benetzung des Bodens zu gewährleisten. Die Zugabe von Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, kann jedoch bei extrem trockenen Bodenverhältnissen zur Optimierung der Bodenhaftung in Absprache mit der Fachberatung erwogen werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen. Aufgrund der Einstufung der Wirkstoffe sind strenge Auflagen zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen einzuhalten; dazu gehören spezifische Abdriftminderungsklassen und Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern. Das Produkt ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollten Anwendungen zum Schutz von Wildbienen und anderen Bestäubern bevorzugt außerhalb des aktiven Bienenflugs durchgeführt werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ZierpflanzenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter2.5 LITER_PER_HECTARE
BlumenkohleEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–182.5 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–92.5 LITER_PER_HECTARE
Kopfkohle (Weiß-, Rot-, Spitz-, Rosen- und Wirsingkohl)Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–182.5 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter10–182.5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Welchen Einfluss hat die Bodenfeuchtigkeit auf die Wirkung von Butisan Kombi?

Da Butisan Kombi ein bodenwirksames Herbizid ist, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der Anwendung oder kurz danach entscheidend. Feuchtigkeit aktiviert die Wirkstoffe im Boden und ermöglicht deren Aufnahme über die Keimwurzeln und das Hypokotyl der Unkräuter. Bei extremer Trockenheit kann die Wirkung verzögert einsetzen.

Bis zu welchem BBCH-Stadium der Kultur kann das Mittel angewendet werden?

Die Anwendung ist flexibel vom Vorauflauf (BBCH 00) direkt nach der Saat bis zum frühen Nachauflauf (maximal BBCH 18) der Kultur zugelassen. Für eine optimale Wirkung gegen Unkräuter sollte die Behandlung jedoch erfolgen, wenn die Unkräuter selbst noch im Keimblattstadium oder sehr klein sind.

Gibt es gesetzliche Auflagen bezüglich der maximalen Aufwandmenge von Metazachlor in Deutschland?

Ja, für metazachlorhaltige Pflanzenschutzmittel gilt in Deutschland eine strenge Gewässerschutzauflage (NG300): Innerhalb von drei Jahren darf auf derselben Fläche eine maximale Wirkstoffmenge von 1000 g Metazachlor pro Hektar nicht überschritten werden. Dies muss bei der Fruchtfolgeplanung (z. B. Raps alle drei Jahre) zwingend berücksichtigt werden.

Wie verhält sich Butisan Kombi bei der Anwendung auf humosen oder sandigen Böden?

Auf sehr leichten, sandigen Böden mit geringem Humusgehalt sollte die Anwendung vorsichtig erfolgen, da bei Starkregen die Gefahr von Wirkstoffeinwaschungen in die Wurzelzone der Kultur besteht. Auf sehr schweren oder stark humosen Böden kann hingegen ein Teil des Wirkstoffs gebunden werden, was die herbizide Wirkung leicht abschwächen kann.

Kann Butisan Kombi mit flüssigen Stickstoffdüngern (AHL) gemischt werden?

Eine Mischung mit AHL im Vorauflauf ist grundsätzlich möglich, sollte jedoch im Nachauflauf vermieden werden, um Verätzungen an den Blättern der Kulturpflanzen zu verhindern. Bei Mischungen im Vorauflauf ist darauf zu achten, dass der Boden gut abgesetzt und feinkrümelig ist, um Entmischungen und ungleichmäßige Verteilung zu vermeiden.