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Kulturgruppe

Kopfkohle (Weiß-, Rot-, Spitz-, Rosen- und Wirsingkohl)

2 Mitgliedskulturen
NNNKK

Die BVL-Kulturgruppe „Kopfkohle (Weiß-, Rot-, Spitz-, Rosen- und Wirsingkohl)“ fasst wirtschaftlich bedeutende zweijährige Kreuzblütler (Brassicaceae) zusammen. Zu dieser Gruppe gehören der klassische Kopfkohl (umfassend Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl) sowie der Rosenkohl (Brassica oleracea var. gemmifera). Diese Kulturen teilen nicht nur eine enge botanische Verwandtschaft, sondern auch sehr ähnliche morphologische Merkmale, Wachstumsphasen und Anbauverfahren, was eine gemeinsame regulatorische Einordnung im Pflanzenschutz sinnvoll macht.

Die Zusammenfassung in dieser Gruppe erleichtert die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln erheblich. Da die Kulturen vergleichbare Rückstandsprofile aufweisen und von denselben Schaderregern bedroht werden, können Zulassungsbehörden wie das BVL Indikationen für die gesamte Gruppe erteilen. Dies sichert Anbauern eine breitere Palette an verfügbaren Pflanzenschutzmitteln, insbesondere für Nischenkulturen wie den Rosenkohl, für die Einzelzulassungen oft unwirtschaftlich wären.

Pflanzenschutz auf Gruppenebene

Der Pflanzenschutz im Kopfkohl- und Rosenkohlanbau erfordert ein integriertes Management, da die Kulturen über eine lange Standzeit hinweg einem hohen Druck durch Schaderreger ausgesetzt sind. Zu den wichtigsten tierischen Schädlingen gehören die Kleine Kohlfliege (*Delia radicum*), deren Larven den Wurzelapparat schädigen, sowie blattfressende Raupen wie die der Kohlmotte (*Plutella xylostella*) und der Kohleule (*Mamestra brassicae*). Zudem stellen saugende Insekten wie die Mehlige Kohlblattlaus (*Brevicoryne brassicae*) und die Grüne Pfirsichblattlaus (*Myzus persicae*) sowie pilzliche Erreger wie *Alternaria brassicae* (Schwärze) oder *Botrytis cinerea* (Grauschimmel) erhebliche Risiken für Ertrag und Qualität dar. Um Resistenzen vorzubeugen, ist ein konsequentes Wirkstoffmanagement nach den Richtlinien von FRAC (Fungizide) und IRAC (Insektizide) unerlässlich. Da für diese Kulturgruppe häufig Gruppen-Zulassungen vorliegen, müssen Anbauer beim Wechsel der Präparate besonders darauf achten, die Wirkstoffklassen konsequent zu rotieren. Kulturmaßnahmen wie weite Fruchtfolgen zur Reduzierung von bodenbürtigen Erregern wie *Rhizoctonia solani* und *Fusarium oxysporum* sowie der Einsatz von Kulturschutznetzen gegen Zuflugschädlinge bilden das Fundament des integrierten Pflanzenschutzes.

Kulturen in dieser Gruppe

Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)NNNKO
RosenkohlBRSOF

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

Armicarb Spray
Agronaturalis Ltd.
00A325-00
Armicarb Spray
Agronaturalis Ltd.
02A325-00
Armisan AF PilzFrei
Agronaturalis Ltd.
00A325-61
Armisan AF PilzFrei
Agronaturalis Ltd.
02A325-61
ASKON
Syngenta Agro GmbH
006902-00
AZARIUS
JT Agro Ltd.
00A404-60
BALTAZAR
JT Agro Ltd.
00A404-00
Bayer Garten Bio-Schädlingsfrei Neem
Trifolio-M GmbH
024436-63
Bayer Garten Gemüse-Schädlingsfrei Decis AF
SBM Developpement SAS
006788-00
Bayer Garten Schädlingsfrei Decis AF
SBM Developpement SAS
006788-62
Bayer Garten Schädlingsfrei Lizetan AZ
Trifolio-M GmbH
024436-67
Bayer Garten Schädlingsfrei Lizetan Gießmittel AZ
Trifolio-M GmbH
024436-66
Bayer Garten Schädlingsspray Decis AE
SBM Developpement SAS
006788-63
Bayer Garten Schneckenkorn Protect MaXX
DE SANGOSSE
007825-61
Bayer Garten Zierpflanzenspray Decis AF
SBM Developpement SAS
006788-61
BENEVIA
Cheminova Deutschland GmbH
00A175-00
Buchsbaumzünslerfrei
Trifolio-M GmbH
024436-75
BUCHSBAUMZÜNSLER-FREI ORGANIC
Trifolio-M GmbH
024436-81
Butisan Kombi
BASF SE
006288-00
CELAFLOR Schädlingsfrei Neem
Trifolio-M GmbH
024436-74
Centium 36 CS
Cheminova Deutschland GmbH
024798-00
Chamane
UPL Holdings Coöperatief U.A.
008316-00
COMPO BIO Insekten-frei Neem
Trifolio-M GmbH
024436-65
COMPO BIO Mehltau-frei Universal AF
Agronaturalis Ltd.
02A325-60
COMPO BIO Mehltau-frei Universal AF
Agronaturalis Ltd.
00A325-60
COMPO Buchsbaumzünsler K.O.
Trifolio-M GmbH
024436-76
COMPO Schnecken-frei
DE SANGOSSE
007825-60
COMPO Trauermücken-frei
Trifolio-M GmbH
024436-87
Cuprozin progress
Cosaco GmbH
006895-00
CYCLONE CS
Life Scientific Limited
007213-62
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Häufige Fragen

Wie erkenne ich, ob eine Zulassung für „Kopfkohl“ auch für den Rosenkohl in meinem Betrieb gilt?

Wenn ein Pflanzenschutzmittel für die übergeordnete BVL-Kulturgruppe „Kopfkohle (Weiß-, Rot-, Spitz-, Rosen- und Wirsingkohl)“ (Code: NNNKK) zugelassen ist, deckt dies automatisch alle Gruppenmitglieder ab, einschließlich Rosenkohl. Ist die Zulassung jedoch explizit auf „Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)“ (Code: NNNKO) beschränkt, darf das Mittel auf Rosenkohl nicht ohne separate Genehmigung angewendet werden.

Wann ist der kritische Zeitraum für die Überwachung der Kleinen Kohlfliege (Delia radicum) bei Kopfkohlen?

Die kritischste Phase liegt direkt nach dem Auspflanzen im Frühjahr (meist ab BBCH-Stadium 12 bis 19), wenn die erste Generation der Kohlfliege ihre Eier am Wurzelhals ablegt. Ein Monitoring mittels Gelbschalen und die Kontrolle des Bodens auf weiße Eier sind in dieser Phase entscheidend, um den optimalen Behandlungszeitpunkt vor dem Einbohren der Larven zu bestimmen.

Welche Rolle spielt die Wachsschicht der Kopfkohle bei der Applikation von Pflanzenschutzmitteln?

Die ausgeprägte Cuticula (Wachsschicht) von Kopf- und Rosenkohl erschwert die Benetzung der Blätter. Um Wirkungsverluste und Wirkstoffabschwemmungen zu verhindern, ist der Zusatz von zugelassenen Haftmitteln (Netzmitteln) besonders bei Kontaktfungiziden und -insektiziden oft ratsam. Dies verbessert die Verteilung und Regenfestigkeit des Spritzbelags, schont die Umwelt und optimiert das Resistenzmanagement.

Wie beeinflusst das BBCH-Stadium die Bekämpfung von Alternaria brassicae (Kohlschwärze)?

Infektionen mit Alternaria können zwar früh beginnen, werden aber besonders ab der Kopfbildung (BBCH-Stadium 41) kritisch, da ein feuchtes Mikroklima im geschlossenen Bestand die Sporenkeimung begünstigt. Behandlungen sollten präventiv vor Perioden mit anhaltender Blattfeuchte eingeplant werden, wobei die Wartezeit bis zur Ernte strikt zu beachten ist.

Wie lässt sich der Zuflug der Kohlmotte (Plutella xylostella) im integrierten Anbau ohne Chemie kontrollieren?

Neben dem Einsatz von Pheromonfallen zur Flugüberwachung ist das lückenlose Auflegen von feinmaschigen Kulturschutznetzen (Maschenweite maximal 0,8 mm) direkt nach der Pflanzung die effektivste mechanische Maßnahme. Dies verhindert die Eiablage der Falter auf den jungen Blättern und reduziert den Bedarf an Insektizidbehandlungen drastisch.

Was ist bei der Bekämpfung von Rhizoctonia solani im Jungpflanzenstadium zu beachten?

Da Rhizoctonia solani vor allem Keimlinge und junge Kulturen im Auflauf- oder Anwachsstadium schädigt (Umfallkrankheit), sind spätere Blattspritzungen wirkungslos. Die Strategie muss sich auf vorbeugende Maßnahmen wie die Verwendung von gesundem Saatgut, optimale Bodentemperaturen beim Pflanzen und gegebenenfalls eine gezielte Boden- oder Substratbehandlung vor oder während der Pflanzung konzentrieren.