CALMA
CALMA ist ein hochwirksamer Wachstumsregler zur gezielten Halmfestigung und Halmverkürzung in wichtigen Wintergetreidekulturen wie Winterweichweizen, Wintergerste, Winterroggen und Wintertriticale. Das als emulgierbares Konzentrat formulierte Pflanzenschutzmittel basiert auf dem bewährten Wirkstoff Trinexapac, der das Längenwachstum der Pflanzen steuert. Durch den gezielten Einsatz wird die Standfestigkeit der Kulturen signifikant verbessert, was das Risiko von Lagerbildung selbst unter intensiven Anbaubedingungen und hoher Stickstoffdüngung minimiert.
Die Anwendung von CALMA sichert nicht nur das Ertragspotenzial, sondern optimiert auch die Erntebedingungen und erhält die Kornqualität. Dank seines flexiblen Anwendungsfensters im Frühjahr lässt sich das Produkt hervorragend in bestehende Pflanzenschutzstrategien integrieren. Es sorgt für eine gleichmäßige Einkürzung der Internodien und stärkt gleichzeitig die Halmbasis, was zu einer verbesserten Nährstoff- und Wasserleitung in der Kultur beiträgt.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in CALMA enthaltene Wirkstoff Trinexapac greift aktiv in den Hormonhaushalt der Kultur ein. Er hemmt die Biosynthese von Gibberellinsäuren, insbesondere in den späten Phasen der Synthesekette. Gibberelline sind pflanzeneigene Hormone, die maßgeblich für das Streckungswachstum der Zellen verantwortlich sind. Durch diese gezielte Blockade wird das Längenwachstum der im Wachstum befindlichen Internodien gehemmt, was zu kürzeren und gleichzeitig dickwandigeren, stabileren Halmen führt. Der Wirkstoff wird überwiegend über die grünen Pflanzenteile (Blätter und Blattscheiden) aufgenommen und systemisch in die aktiv wachsenden Meristeme transportiert. Neben der oberirdischen Halmverkürzung fördert die physiologische Wirkung von Trinexapac häufig auch die Wurzelentwicklung, was die Standfestigkeit und die Verankerung der Kultur im Boden zusätzlich stärkt.
Resistenzmanagement
Da es sich bei CALMA um einen Wachstumsregler und nicht um ein Fungizid oder Herbizid handelt, steht die klassische Erregerresistenz hier nicht im Vordergrund. Ein nachhaltiges Management basiert jedoch auf der bedarfsgerechten Anpassung der Aufwandmenge an das tatsächliche Lagerrisiko der jeweiligen Sorte, die Bestandesdichte, das Stickstoffniveau und die aktuellen Witterungsbedingungen. Um physiologischen Stress oder Überregulierungen in den Kulturen zu vermeiden, sollte das Produkt stets in ein ausgewogenes pflanzenbauliches Gesamtkonzept integriert werden.
Mischbarkeit & Tankmischung
CALMA zeichnet sich durch eine sehr gute Mischbarkeit mit gängigen Fungiziden, Herbiziden und flüssigen Blattdüngern wie Ammoniumnitrat-Harnstoff-Lösung (AHL) aus. Bei Mischungen mit triazolhaltigen Fungiziden ist jedoch zu beachten, dass diese ebenfalls wachstumsregulierende Nebeneffekte aufweisen können; in solchen Fällen empfiehlt sich eine moderate Reduzierung der CALMA-Aufwandmenge. Die Anwendung sollte stets bei wüchsigem Wetter und ausreichender Bodenfeuchtigkeit erfolgen, während extreme Hitze, intensive Sonneneinstrahlung oder Frostperioden unmittelbar vor oder nach der Behandlung zu meiden sind.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit CALMA sind die standardmäßigen Anwenderschutzbestimmungen einzuhalten, einschließlich des Tragens von vorgeschriebener persönlicher Schutzausrüstung (PSA) bei der Handhabung des Konzentrats und der Ausbringung. Zum Schutz von Gewässerorganismen sind die in der Zulassung definierten Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern strikt zu beachten. Das Produkt ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, was eine flexible Terminierung der Applikation im Einklang mit dem Bienenschutz ermöglicht.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Wintergerste | Halmfestigung | 31–39 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Halmfestigung | 31–39 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Halmfestigung | 31–39 | 0.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Halmfestigung | 31–39 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von CALMA zur Halmfestigung?
Der optimale Anwendungszeitraum liegt in den BBCH-Stadien 31 bis 39, also vom Beginn des Schossens bis zum Erscheinen des Ligulas (Fahnenblattstadium). Für eine gezielte Einkürzung der unteren, instabilen Internodien empfiehlt sich eine frühe Behandlung in BBCH 31–32. Soll die Stabilität des oberen Halmbereichs gestärkt werden, ist eine spätere Anwendung bis BBCH 39 ideal.
Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von CALMA nach der Applikation?
CALMA benötigt für eine optimale Wirkung aktive Stoffwechselprozesse in der Kultur. Ideale Bedingungen sind wüchsiges Wetter mit milden Temperaturen und ausreichend Licht. Bei starker Trockenheit, anhaltender Kälte oder zu erwartenden Nachtfrösten sollte die Behandlung verschoben werden, um Kulturstress und Minderwirkungen zu vermeiden.
Kann CALMA zusammen mit flüssigen Stickstoffdüngern (AHL) ausgebracht werden?
Ja, eine Mischung mit AHL ist grundsätzlich möglich. Allerdings erhöht AHL die Benetzung und das Eindringen des Wirkstoffs in die Wachsschicht der Blätter. Um Blattschäden zu vermeiden, sollte die Mischung nur auf trockene Bestände bei bedecktem Himmel ausgebracht werden, und die Aufwandmenge von CALMA ist gegebenenfalls leicht anzupassen.
Muss ich die Aufwandmenge anpassen, wenn ich CALMA mit Fungiziden mische?
Ja, insbesondere bei der Tankmischung mit Fungiziden aus der Gruppe der Triazole (z. B. Prothioconazol, Tebuconazol) kann ein synergistischer Effekt auftreten, da diese Wirkstoffe ebenfalls die Gibberellinsynthese leicht hemmen. In solchen Kombinationen kann die Aufwandmenge von CALMA in der Regel um etwa 20 bis 30 % reduziert werden, ohne an Standfestigkeit einzubüßen.
Warum ist die Halmfestigung bei Winterroggen und Wintertriticale besonders kritisch?
Winterroggen und Wintertriticale besitzen genetisch bedingt ein sehr langes Stroh und weisen daher ein von Natur aus höheres Lagerrisiko auf als moderne Weizensorten. Eine gezielte Halmfestigung mit CALMA sichert hier die Erntefähigkeit, verhindert das Zusammenbrechen des Bestandes bei Sommergewittern und reduziert das Risiko von Auswuchs und Qualitätsverlusten im Erntegut.
Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel zur Halmfestigung?
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