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Sonstige · Albaugh TKI d.o.o.

Chenkar

BVL Zul.-Nr. 006858-60

Chenkar ist ein hochwirksames Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern in wichtigen Getreidekulturen wie Winterweichweizen, Sommerweichweizen und Sommergerste. Als wasserdispergierbares Granulat (WG) formuliert, kombiniert dieses Pflanzenschutzmittel zwei bewährte Wirkstoffe aus der Gruppe der Sulfonylharnstoffe, um eine breite und zuverlässige Wirkung im Nachauflauf zu erzielen.

Durch die Kombination von Metsulfuron und Thifensulfuron bietet Chenkar eine exzellente Flexibilität in der Anwendung im Frühjahr. Es erfasst ein breites Spektrum an wirtschaftlich bedeutenden Unkrautarten und sorgt für saubere Bestände während der kritischen Schossphase der Kulturen. Die Formulierung zeichnet sich durch eine hervorragende Löslichkeit und einfache Handhabung in der landwirtschaftlichen Praxis aus.

Wirkstoffe

Metsulfuron
68 g/kg · Wirkstoff
Thifensulfuron
682 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die beiden Wirkstoffe in Chenkar, Metsulfuron und Thifensulfuron, gehören zur HRAC-Gruppe 2 (ehemals Klasse B). Sie wirken als Inhibitoren des Enzyms Acetolactat-Synthase (ALS). Dieses Enzym ist essenziell für die Biosynthese der verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin in Pflanzen. Durch die Blockade dieses Stoffwechselwegs wird die Zellteilung in den Meristemen der Unkräuter sofort gestoppt, was zu einem raschen Wachstumsstillstand führt. Die Aufnahme erfolgt überwiegend über das Blattwerk, sekundär auch über die Wurzeln der Schaderreger. Sichtbare Symptome wie Vergilbungen (Chlorosen) und anschließende Nekrosen an den Vegetationspunkten zeigen sich je nach Witterung nach einigen Tagen bis Wochen, gefolgt vom vollständigen Absterben der Unkräuter.

Resistenzmanagement

Da beide Wirkstoffe in Chenkar demselben Wirkungsmechanismus (HRAC-Gruppe 2) angehören, ist ein konsequentes Resistenzmanagement unerlässlich. Um der Selektion resistenter Biotypen von Unkräutern (wie z. B. Vogelmiere oder Kamille) vorzubeugen, solltest du Chenkar im Rahmen einer weiten Fruchtfolge einsetzen und mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen abwechseln oder kombinieren. Vermeide die ausschließliche, wiederholte Anwendung von ALS-Hemmern auf derselben Fläche.

Mischbarkeit & Tankmischung

Chenkar ist im Allgemeinen gut mit gängigen Fungiziden, Insektiziden und flüssigen Stickstoffdüngern (AHL) mischbar. Bei Mischungen mit AHL sollte die Verträglichkeit der Kultur beachtet werden, insbesondere bei Frostgefahr oder starker Sonneneinstrahlung. Die Zugabe eines zugelassenen Netzmittels kann die Benetzung und Wirkstoffaufnahme unter trockenen Bedingungen optimieren. Achte darauf, die Spritze nach der Anwendung gründlich zu reinigen, um Schäden an nachfolgenden empfindlichen Kulturen zu vermeiden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Chenkar ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung und dem Ansetzen der Spritzbrühe, erforderlich. Zum Schutz von Nichtzielpflanzen und Gewässerorganismen sind die vorgeschriebenen Abstandsauflagen und Abschwemmungsminderungen einzuhalten. Da keine spezifische Bienengefährdungsstufe im Datenblatt angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung nicht in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Futtersuche sind, legen und Behandlungen bevorzugt in den Abendstunden durchführen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SommerweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–3960 GRAM_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter12–3970 GRAM_PER_HECTARE
SommergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter13–3960 GRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Chenkar?

Der beste Behandlungszeitpunkt liegt im Frühjahr, sobald die einjährigen zweikeimblättrigen Unkräuter aufgelaufen sind und sich im aktiven Wachstum befinden (idealerweise im 2- bis 4-Blattstadium). Die Kulturen selbst vertragen die Anwendung ab dem BBCH-Stadium 12 (2-Blatt-Stadium) bis zum BBCH-Stadium 39 (Fahnenblatt voll entwickelt).

Welche Witterungsbedingungen begünstigen die Wirkung von Chenkar?

Warme und wüchsige Wetterbedingungen (Temperaturen über 8 °C bis 10 °C) beschleunigen die Wirkstoffaufnahme und den Transport in der Pflanze, was zu einem schnelleren Absterben der Unkräuter führt. Vermeide Anwendungen bei extremen Temperaturen, starker Trockenheit oder wenn Nachtfröste angekündigt sind, da dies die Kultur stressen kann.

Wie verhält sich Chenkar bezüglich des Nachbaus von Folgekulturen?

Aufgrund des raschen Abbaus der Wirkstoffe im Boden ist der Nachbau von Wintergetreide oder Raps im normalen Fruchtfolgezyklus in der Regel problemlos möglich. Bei einem vorzeitigen Umbruch der Kultur nach einer Chenkar-Behandlung solltest du jedoch die spezifischen Wartezeiten und Bodenbearbeitungshinweise beachten, um Schäden an der Folgekultur zu vermeiden.

Kann ich Chenkar mit Gräserherbiziden mischen?

Ja, Mischungen mit vielen gängigen Gräserherbiziden zur gleichzeitigen Bekämpfung von Windhalm oder Flughafer sind möglich. Beachte jedoch, dass es bei bestimmten Mischungspartnern zu antagonistischen Effekten kommen kann, die die Wirkung gegen Gräser leicht abschwächen. Informiere dich vor der Tankmischung über die Verträglichkeit der spezifischen Partner.

Warum ist die Reinigung der Feldspritze nach der Anwendung von Chenkar so wichtig?

Sulfonylharnstoffe wie Metsulfuron und Thifensulfuron sind bereits in extrem geringen Mengen hochwirksam gegen zweikeimblättrige Pflanzen. Rückstände in der Spritze können bei nachfolgenden Behandlungen in empfindlichen Kulturen (wie z. B. Rüben, Raps oder Leguminosen) schwere Schäden verursachen. Reinige die Spritze daher immer gründlich mit einem speziellen Spritzenreiniger gemäß den Herstellerangaben.

Wie kann ich das Risiko von Herbizidresistenzen bei der Nutzung von Chenkar minimieren?

Nutze Chenkar nicht als alleinige Herbizidlösung über mehrere Jahre hinweg. Kombiniere es oder wechsle es mit Wirkstoffen ab, die einen anderen Wirkungsmechanismus besitzen (z. B. Fluroxypyr oder MCPA). Achte zudem darauf, mechanische Unkrautbekämpfungsmaßnahmen in deine Strategie zu integrieren, um den Selektionsdruck zu senken.