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OTHER · ADAMA Deutschland GmbH

Chrome

BVL Zul.-Nr. 00A448-00

Chrome von ADAMA ist ein leistungsstarkes, flüssiges Herbizid (Formulierungstyp: Suspensionskonzentrat, SC) für den gezielten Einsatz im Herbst in wichtigen Wintergetreidekulturen wie Winterweichweizen, Wintergerste, Winterroggen und Wintertriticale. Es kombiniert drei bewährte Wirkstoffe, um eine breite und nachhaltige Wirkung gegen auflaufende Unkräuter zu erzielen.

Das Pflanzenschutzmittel zielt primär auf die Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern sowie dem Gemeinen Windhalm ab. Durch die Kombination von Boden- und Blattwirkung erfasst Chrome sowohl bereits gekeimte als auch nachkeimende Schaderreger und sorgt so für unkrautfreie Bestände vor dem Winter.

Dank seiner flexiblen Formulierung lässt sich das Produkt hervorragend in moderne Ackerbaustrategien integrieren. Es sichert das Ertragspotenzial der Kulturen bereits in der kritischen frühen Entwicklungsphase und entlastet die Arbeitsspitzen im Frühjahr.

Wirkstoffe

Chlortoluron
280 g/L · Wirkstoff
Diflufenican
40 g/L · Wirkstoff
Flufenacet
80 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die herausragende Wirksamkeit von Chrome basiert auf dem synergistischen Zusammenspiel dreier unterschiedlicher Wirkmechanismen. Flufenacet (HRAC-Gruppe 15) hemmt die Synthese sehr langkettiger Fettsäuren (VLCFA), was die Zellteilung im Meristemgewebe der keimenden Gräser und Unkräuter blockiert. Diflufenican (HRAC-Gruppe 12) stört die Carotinoid-Biosynthese, was zu einer typischen Ausbleichung (Bleaching) des chlorophyllhaltigen Gewebes unter Lichteinfluss führt. Ergänzt wird dieses Trio durch Chlortoluron (HRAC-Gruppe 5), einen Photosynthesehemmer am Photosystem II. Dieser Wirkstoff wird hauptsächlich über die Wurzeln aufgenommen und transportiert, blockiert den Elektronentransport und führt zum Absterben der Schadpflanzen. Diese dreifache Wirkstoffkombination sorgt für eine exzellente Bodenwirkung mit ausreichender Dauerwirkung gegen Spätverunkrautung.

Resistenzmanagement

Durch die Kombination von drei Wirkstoffen aus unterschiedlichen HRAC-Klassen (15, 12 und 5) bietet Chrome ein integriertes und hochwirksames Resistenzmanagement. Um der Selektion resistenter Biotypen – insbesondere beim Gemeinen Windhalm – nachhaltig vorzubeugen, sollte Chrome im Rahmen einer weiten Fruchtfolge eingesetzt werden. Der Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen im Frühjahr oder in den Folgekulturen sowie mechanische Maßnahmen zur Unkrautregulierung unterstützen die langfristige Erhaltung der Wirkstoffeffizienz.

Mischbarkeit & Tankmischung

Chrome ist im Allgemeinen gut mischbar mit gängigen Herbstherbiziden sowie ausgewählten Insektiziden zur Vektorenbekämpfung (z. B. gegen Blattläuse als Überträger des Gelbverzwergungsvirus). Bei Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge von mindestens 200 bis 400 l/ha zu achten, um eine gleichmäßige Benetzung des Bodens und der Unkräuter zu gewährleisten. Vor dem Ansetzen größerer Mengen wird dringend ein physikalischer Mischbarkeitstest in einem Kleinbehälter empfohlen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Chrome sind die gesetzlich vorgeschriebenen persönlichen Schutzmaßnahmen (wie Schutzhandschuhe und Schutzkleidung) strikt einzuhalten. Da das Produkt Wirkstoffe mit hoher Mobilität und Relevanz für Gewässer enthält (insbesondere Flufenacet und Diflufenican), müssen die spezifischen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen) und Saumstrukturen genau beachtet werden. Das Mittel ist als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Pflanzen vermieden werden, um Nichtzielorganismen zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm1.2 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm1.2 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm1.2 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm1.2 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm1.2 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm1.2 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm1.2 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm1.2 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für Chrome im Herbst?

Der beste Bekämpfungserfolg wird erzielt, wenn die Behandlung im frühen Nachauflauf der Kulturen erfolgt, idealerweise wenn sich die Unkräuter und der Windhalm im Keim- bis maximalen 2-Blatt-Stadium befinden. Zu diesem Zeitpunkt ist die Aufnahmefähigkeit über das Blatt optimal und der Wirkstofffilm auf dem Boden verhindert effektiv das Auflaufen weiterer Keimlinge.

Welche Bodenbedingungen sind für eine optimale Wirkung von Chrome erforderlich?

Da zwei der drei Wirkstoffe (Flufenacet und Chlortoluron) stark über den Boden wirken, ist ein feuchtes, feinkrümeliges und gut abgesetztes Saatbett ideal. Extreme Trockenheit kann die Bodenwirkung vorübergehend abschwächen, während übermäßige Niederschläge auf leichten Böden das Risiko von Einwaschungen in die Wurzelzone der Kultur erhöhen.

Gibt es Einschränkungen bezüglich bestimmter Getreidesorten bei der Anwendung?

Ja, insbesondere bei Chlortoluron-haltigen Produkten wie Chrome muss die Sortenverträglichkeit beachtet werden. Einige Weizen- und Gerstensorten reagieren empfindlich auf diesen Wirkstoff. Prüfen Sie vor der Anwendung unbedingt die aktuellen Sortenlisten der Züchter oder der offiziellen Beratung auf Chlortoluron-Toleranz.

Wie verhält sich Chrome bei frostigen Temperaturen im Spätherbst?

Die Anwendung sollte nicht bei Frost oder auf gefrorenem Boden erfolgen, da dies die Wirkstoffaufnahme beeinträchtigt und zu Kulturschäden führen kann. Milde, frostfreie Witterung mit hoher Luftfeuchtigkeit begünstigt hingegen die Wirkstoffaufnahme über das Blatt und sorgt für eine schnelle Verteilung im Boden.

Kann Chrome auch im Frühjahr eingesetzt werden?

Nein, Chrome ist speziell für die Herbstbehandlung im Vor- und frühen Nachauflauf registriert. Ein Einsatz im Frühjahr ist aufgrund der Wirkstoffdynamik, der Zulassungsbestimmungen und des fortgeschrittenen BBCH-Stadiums der Kulturen nicht vorgesehen und kann zu erheblichen Schäden an der Kultur führen.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen den Gemeinen Windhalm?

Nutzen Sie hierzu einfach unsere integrierte Schaderreger-Suche auf agronomy.farmable.tech. Wählen Sie in der Datenbank den "Gemeinen Windhalm" aus, um eine vollständige, nach Kulturen filterbare Übersicht aller in Deutschland zugelassenen Herbizide und deren spezifische Anwendungsbestimmungen zu erhalten.