Compola
Compola ist ein leistungsstarkes, flüssiges Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern sowie wichtigen Ungräsern wie dem Gemeinen Windhalm und dem Einjährigen Rispengras in Wintergetreidekulturen (Winterweichweizen, Wintergerste, Winterroggen und Wintertriticale). Durch die Kombination von drei komplementären Wirkstoffen bietet das Pflanzenschutzmittel eine breite und zuverlässige Wirkung im frühen Nachauflauf im Herbst.
Die Formulierung nutzt die Stärken von Prosulfocarb, Diflufenican und Halauxifen-methyl, abgerundet durch den Safener Cloquintocet, der für eine hervorragende Kulturverträglichkeit sorgt. Diese ausgewogene Zusammensetzung ermöglicht es dir, Unkrautkonkurrenz frühzeitig auszuschalten und das Ertragspotenzial deiner Kulturen von Anfang an zu sichern.
Dank der Kombination aus Boden- und Blattwirkung erfasst Compola sowohl bereits aufgelaufene Schaderreger als auch nachkeimende Unkrautsamen. Dies macht das Produkt zu einem flexiblen und verlässlichen Baustein in deiner herbstlichen Unkrautbekämpfungsstrategie.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Die herausragende Wirksamkeit von Compola basiert auf dem Zusammenspiel dreier Wirkstoffe mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen (Multi-Site-Ansatz). Prosulfocarb (HRAC-Gruppe 15) hemmt die Synthese von Fettsäuren mit sehr langer Kette (VLCFA) und wirkt vor allem über den Boden auf die Keimlinge und Wurzeln der Ungräser. Diflufenican (HRAC-Gruppe 12) blockiert die Phytoen-Desaturase (PDS), was die Biosynthese von Carotinoiden stört und zu den typischen Ausbleichsymptomen (Bleaching) bei zweikeimblättrigen Unkräutern führt. Halauxifen-methyl (HRAC-Gruppe 4) ist ein synthetisches Auxin aus der Klasse der Arylpicolinate. Es bindet an spezifische Auxin-Rezeptoren in den Pflanzenzellen und führt zu einem unkontrollierten Wachstum und dem schnellen Absterben der Unkräuter, selbst bei kühlen Temperaturen im Herbst. Der enthaltene Safener Cloquintocet beschleunigt den Abbau der herbiziden Wirkstoffe in den Getreidekulturen, ohne die Wirkung auf die Schaderreger zu beeinträchtigen.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen wirksam vorzubeugen, nutzt Compola bereits drei verschiedene HRAC-Wirkstoffklassen (15, 12 und 4). Dennoch solltest du dieses Pflanzenschutzmittel im Rahmen eines integrierten Managements einsetzen. Wechsle in der Fruchtfolge systematisch zwischen Wirkstoffen mit unterschiedlichen Mechanismen ab und kombiniere mechanische Maßnahmen mit chemischem Pflanzenschutz. Vermeide den wiederholten, alleinigen Einsatz von Herbiziden derselben Wirkstoffgruppe auf derselben Fläche.
Mischbarkeit & Tankmischung
Compola zeigt sich im Allgemeinen gut mischbar mit gängigen herbstlichen Pflanzenschutzmitteln und Blattdüngern. Bei geplanten Tankmischungen solltest du jedoch stets vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen. Achte auf eine ausreichende Wassermenge (mindestens 200–300 l/ha) und eine kontinuierliche Rührung im Spritztank, um eine gleichmäßige Verteilung zu gewährleisten. Vermeide Mischungen bei extremen Witterungsbedingungen wie Frost oder starker Sonneneinstrahlung.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Compola ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du das Produkt aus Vorsorgegründen nicht auf blühende Kulturen oder an Stellen ausbringen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind; verlege die Anwendung vorzugsweise in die Abendstunden. Achte zudem streng darauf, Abdrift auf angrenzende Gewässer oder Nichtzielflächen zu vermeiden, um aquatische Organismen und die umliegende Flora zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterroggen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | 10–14 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | 10–14 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | 10–14 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm, Einjähriges Rispengras | 10–14 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Compola im Herbst?
Der beste Anwendungszeitraum liegt in den frühen BBCH-Stadien der Kultur (BBCH 10 bis 14), wenn die Unkräuter und Ungräser gerade auflaufen oder sich im Keimblattstadium befinden. Zu diesem Zeitpunkt nutzen die Wirkstoffe Prosulfocarb und Diflufenican ihre Bodenwirkung optimal aus, während Halauxifen-methyl bereits aufgelaufene Unkräuter direkt über das Blatt erfasst.
Wie wirkt sich die Bodenfeuchtigkeit auf die Leistung von Compola aus?
Da ein wesentlicher Teil der Wirkung über den Boden (insbesondere durch Prosulfocarb und Diflufenican) erzielt wird, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der Anwendung oder kurz danach sehr vorteilhaft. Sie sorgt dafür, dass die Wirkstoffe im Boden mobilisiert und von den Wurzeln und Keimlingen der Schaderreger optimal aufgenommen werden können.
Kann ich Compola auch bei niedrigen Temperaturen im Spätherbst spritzen?
Ja, dank des enthaltenen Wirkstoffs Halauxifen-methyl zeigt Compola auch bei kühlen Temperaturen im Spätherbst eine zuverlässige Wirkung über das Blatt. Die Pflanzen müssen jedoch aktiv assimilieren, und es sollte kein Dauerfrost herrschen, damit die Wirkstoffe in der Pflanze transportiert werden können.
Warum enthält Compola den Safener Cloquintocet?
Der Safener Cloquintocet schützt die Getreidekulturen (wie Winterweichweizen oder Wintergerste), indem er die Entgiftungsmechanismen der Kultur selektiv anregt. Dadurch werden die herbiziden Wirkstoffe in der Kultur extrem schnell abgebaut, während die unerwünschten Unkräuter und Ungräser, die diesen Schutzmechanismus nicht besitzen, effektiv bekämpft werden.
Wie finde ich heraus, ob Compola für meine spezifische Getreidesorte verträglich ist?
Obwohl Compola durch den integrierten Safener eine sehr hohe Kulturverträglichkeit aufweist, können extreme Witterungsbedingungen oder sensible Sorten die Verträglichkeit beeinflussen. Du kannst im agronomy.farmable.tech Hub nach spezifischen Sortenhinweisen suchen oder dich direkt an deinen regionalen Anbauberater wenden, um Sortenempfehlungen für deine Region abzugleichen.
Welche Rolle spielt die BBCH-Begrenzung von 10 bis 14 bei der Anwendung?
Diese Begrenzung stellt sicher, dass die Anwendung im optimalen Entwicklungsfenster der Kultur stattfindet. Eine spätere Anwendung (nach BBCH 14) kann die Kulturverträglichkeit beeinträchtigen und mindert zudem die herbizide Wirkung, da die Unkräuter und Ungräser dann oft schon zu groß für eine sichere Bekämpfung sind.