Conrod 250 EW
Conrod 250 EW ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid von HELM AG zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von Pilzkrankheiten in wichtigen Ackerbaukulturen wie Weizen, Gerste, Triticale und Winterraps. Als Emulsion, Öl in Wasser (EW) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Benetzung der Blattoberfläche und eine schnelle Wirkstoffaufnahme aus. Dies gewährleistet einen zuverlässigen Schutz auch unter wechselhaften Witterungsbedingungen.
Der bewährte Wirkstoff Tebuconazol verleiht dem Produkt sowohl protektive als auch kurative und teils eradikative Eigenschaften. Im Getreide steht die Bekämpfung von ertragsmindernden Schaderregern wie Gelbrost, Braunrost, Echtem Mehltau sowie Fusarium-Arten im Vordergrund. Im Winterraps leistet Conrod 250 EW zudem einen entscheidenden Beitrag zur Kontrolle der Wurzelhals- und Stängelfäule (Phoma) und fungiert gleichzeitig als Wachstumsregler zur Verbesserung der Winterhärte.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Tebuconazol gehört zur chemischen Gruppe der Triazole und ist im FRAC-Code unter der Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) klassifiziert. Die biochemische Wirkung beruht auf der gezielten Hemmung der C14-Demethylase im Biosyntheseweg des Ergosterols. Ergosterol ist ein essenzieller Baustein für den Aufbau und die Aufrechterhaltung der Integrität von Pilzzellmembranen. Durch die Blockade dieses Enzyms kommt es zu einer Akkumulation von toxischen Methylsterolen und einem Mangel an funktionellem Ergosterol in den Pilzzellen. Dies führt zu einer Störung der Membranpermeabilität, zum Stillstand des Hyphenwachstums und letztlich zum Absterben des Schaderregers. Da Tebuconazol systemisch in der Kultur transportiert wird (akropetale Translokation), schützt es auch den Neuzuwachs nach der Anwendung zuverlässig.
Resistenzmanagement
Um das Risiko einer Resistenzbildung gegen DMI-Fungizide (FRAC-Gruppe 3) zu minimieren, solltest du Conrod 250 EW stets im Rahmen einer integrierten Pflanzenschutzstrategie einsetzen. Vermeide wiederholte Solo-Anwendungen dieses Wirkstoffs auf derselben Fläche. Empfohlen wird der gezielte Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen (wie z. B. Carboxamiden/SDHI oder Strobilurinen) oder die Verwendung von Tankmischungen mit Kontaktpartnern, um unterschiedliche Wirkungsmechanismen zu kombinieren und die Selektion resistenter Schaderreger-Biotypen aktiv zu verhindern.
Mischbarkeit & Tankmischung
Conrod 250 EW ist im Allgemeinen gut mischbar mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe in einer kleinen Menge Wasser durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine gute Wasserqualität (neutraler bis leicht saurer pH-Wert), um die Stabilität der Emulsion zu gewährleisten. Die Anwendung sollte vorzugsweise in den kühleren Morgen- oder Abendstunden erfolgen, um phytotoxische Reaktionen bei starker Sonneneinstrahlung zu vermeiden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Conrod 250 EW ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Datenblatt angegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vermeiden und Behandlungen bevorzugt in die späten Abendstunden verlegen. Um aquatische Organismen und Bodenlebewesen wie Regenwürmer zu schonen, sind Abdriften auf angrenzende Gewässer und Saumstrukturen durch den Einsatz abdriftmindernder Düsentechnik konsequent zu minimieren.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Triticale | Fusarium-Arten | 61–69 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Braunrost (Puccinia recondita) | 30–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans) | 16–59 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Fusarium-Arten | 61–69 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 30–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Triticale | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 30–61 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 30–61 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weizen | Gelbrost (Puccinia striiformis) | 30–61 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wie wirkt sich Conrod 250 EW auf das Wachstum von Winterraps im Herbst aus?
Neben der fungiziden Wirkung gegen Wurzelhals- und Stängelfäule besitzt das Mittel im Raps ausgeprägte wachstumsregulierende Eigenschaften. Wenn du es im Herbst anwendest, hemmt es das Längenwachstum des Sprosses, fördert ein flaches Aufliegen der Blattrosette und stärkt den Wurzelhals. Dadurch verbesserst du die Winterhärte deiner Kultur erheblich und beugst dem vorzeitigen Schossen vor dem Winter vor.
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Fusarium-Arten im Weizen?
Für eine optimale Wirkung gegen Ährenfusarium solltest du die Behandlung gezielt während der Blüte der Kultur (BBCH 61 bis 65) durchführen. Achte darauf, dass die Anwendung idealerweise kurz vor oder bis spätestens zwei Tage nach einem Infektionsereignis (meist ausgelöst durch Niederschläge während der Blüte) erfolgt, um den Erreger effektiv zu stoppen.
Kann ich Conrod 250 EW bei Frostgefahr oder extremer Hitze spritzen?
Nein, du solltest das Mittel nicht bei Frost oder zu erwartenden Nachtfrösten anwenden, da die Kultur den Wirkstoff dann nicht optimal verstoffwechseln kann. Ebenso ist von einer Anwendung bei Temperaturen über 25 °C und intensiver Sonneneinstrahlung abzuraten, um Verbrennungen (Phytotoxizität) auf den Blättern zu vermeiden. Nutze am besten die kühlen Abendstunden.
Warum ist die systemische Eigenschaft von Tebuconazol so wichtig für den Behandlungserfolg?
Da Tebuconazol systemisch ist, dringt es nach dem Antrocknen schnell in das Blattgewebe ein und wird mit dem Saftstrom nach oben (akropetal) transportiert. Das bedeutet für dich, dass auch nach der Spritzung neu zuwachsende Pflanzenteile geschützt werden und der Wirkstoff vor dem Abwaschen durch Regen geschützt im Inneren der Kultur aktiv bleibt.
Wie kann ich feststellen, ob eine Tankmischung mit Conrod 250 EW verträglich ist?
Bevor du eine größere Menge ansetzt, solltest du einen einfachen Eimertest (Mischprobe) mit den geplanten Partnern im richtigen Verhältnis durchführen. Achte darauf, ob Ausfällungen, Klumpenbildung oder extreme Erwärmung auftreten. Zudem empfiehlt es sich, Mischungen immer zügig auszubringen und die Spritze während der Arbeit kontinuierlich zu rühren.
Welche Rolle spielt der pH-Wert des Spritzwassers bei der Anwendung?
Tebuconazol ist in einem leicht sauren bis neutralen pH-Bereich (pH 5,5 bis 7,0) am stabilsten. Wenn dein Spritzwasser sehr alkalisch ist, kann dies zu einem schnelleren Abbau des Wirkstoffs in der Spritzbrühe führen. Du kannst in diesem Fall einen geeigneten pH-Puffer oder Konditionierer zusetzen, um die Wirkstoffstabilität und somit die biologische Leistung zu sichern.