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OTHER · HELM AG

Conrod 250 EW

BVL Zul.-Nr. 007519-65

Conrod 250 EW ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von Pilzkrankheiten in wichtigen landwirtschaftlichen Kulturen. Formuliert als moderne Emulsion, Öl in Wasser (EW), garantiert das Pflanzenschutzmittel eine hervorragende Benetzung der Blattoberflächen sowie ein schnelles Eindringen des Wirkstoffs Tebuconazol in das Pflanzengewebe. Dies sorgt für eine hohe Regenfestigkeit und einen schnellen Wirkungseintritt kurz nach der Applikation.

Das Anwendungsspektrum umfasst bedeutende Getreidekulturen wie Weichweizen, Gerste und Triticale sowie Winterraps. Im Getreidebau bietet das Mittel einen verlässlichen Schutz gegen ertragsmindernde Schaderreger wie Gelbrost, Braunrost, Echten Mehltau und Fusarium-Arten. Im Winterraps überzeugt Conrod 250 EW neben der Kontrolle der Wurzelhals- und Stängelfäule (Phoma) durch seine ausgeprägten wachstumsregulierenden Eigenschaften, die die Standfestigkeit und Winterhärte der Kultur gezielt verbessern.

Wirkstoffe

Tebuconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Conrod 250 EW enthaltene Wirkstoff Tebuconazol gehört zur chemischen Gruppe der Triazole und ist innerhalb der FRAC-Klassifizierung in die Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungshemmer) eingeordnet. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der selektiven Hemmung der C14-Demethylase im Sterol-Biosyntheseweg der Pilze. Dies blockiert die Bildung von Ergosterol, einem essenziellen Baustein für den Aufbau und die Funktion der pilzlichen Zellmembranen, was letztlich zum Absterben des Schaderregers führt. Nach der Applikation wird der Wirkstoff rasch über die grünen Pflanzenteile der Kultur aufgenommen und akropetal (mit dem Saftstrom nach oben) in der Pflanze verteilt. Dank dieser systemischen Eigenschaften bietet das Pflanzenschutzmittel sowohl eine vorbeugende (protektive) Wirkung gegen anfliegende Sporen als auch eine heilende (kurative) Wirkung, indem bereits im Gewebe etablierte Pilzmyzelien in ihrer Entwicklung gestoppt werden.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Wirkstoffresistenzen bei den Ziel-Schaderregern vorzubeugen, muss Conrod 250 EW konsequent in ein integriertes Antiresistenzmanagement eingebunden werden. Da Triazole (FRAC-Gruppe 3) einem mittleren Resistenzrisiko unterliegen, sollte die Anzahl der Anwendungen pro Saison auf das notwendige Maß beschränkt werden. Ein regelmäßiger Wirkstoffwechsel mit Fungiziden anderer Wirkmechanismen (z. B. SDHI oder Multisite-Inhibitoren) sowie die Einhaltung der empfohlenen Aufwandmengen sind essenziell, um die langfristige Wirksamkeit des Wirkstoffs zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Conrod 250 EW zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden und Blattdüngern aus. Bei geplanten Mischungen mit Wachstumsreglern im Getreide oder Raps ist jedoch die synergistische Wirkung auf das Pflanzenwachstum zu berücksichtigen; hierbei kann eine Reduzierung der Aufwandmenge des Wachstumsreglers ratsam sein, um die Kultur nicht übermäßig zu stressen. Vor dem Ansetzen größerer Mengen wird stets eine Mischprobe im kleinen Maßstab empfohlen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Anwendung von Conrod 250 EW sind die gesetzlichen Vorgaben zum Anwenderschutz, einschließlich des Tragens vorgeschriebener persönlicher Schutzausrüstung (PSA), strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen müssen die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen unter Berücksichtigung abdriftmindernder Düsen eingehalten werden. Das Produkt ist bezüglich seiner Toxizität gegenüber Bienen und anderen Nützlingen gemäß den Zulassungsbestimmungen eingestuft, weshalb die Anwendungshinweise zum Schutz von Blütenbesuchern genau beachtet werden müssen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
TriticaleFusarium-Arten61–691.25 LITER_PER_HECTARE
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)30–691 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)16–591.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenFusarium-Arten61–691 LITER_PER_HECTARE
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–611 LITER_PER_HECTARE
TriticaleEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–611.25 LITER_PER_HECTARE
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–611.25 LITER_PER_HECTARE
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)30–611 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Ährenfusarium in Weizen?

Die Bekämpfung von Fusarium-Arten in Weichweizen sollte gezielt während der Blüte (BBCH 59 bis 65) erfolgen. Eine Applikation ist besonders dann ratsam, wenn während der empfindlichen Blühphase feucht-warme Witterungsbedingungen herrschen, die eine Infektion begünstigen, oder wenn Weizen nach einer fusariumanfälligen Vorfrucht wie Mais angebaut wird.

Welche Doppelwirkung bietet Conrod 250 EW beim Einsatz im Winterraps im Herbst?

Im herbstlichen BBCH-Stadium 16 bis 18 wirkt das Mittel nicht nur vorbeugend gegen die Wurzelhals- und Stängelfäule (Phoma), sondern beeinflusst auch das Wachstum der Kultur. Es hemmt das Längenwachstum des Sprosses, verhindert das vorzeitige Aufstängeln des Rapses vor dem Winter und fördert eine flache, winterharte Rosette sowie ein kräftiges Wurzelsystem.

Wie beeinflusst die Temperatur die Wirkung und Verträglichkeit von Conrod 250 EW?

Systemische Triazole wie Tebuconazol benötigen für eine optimale Aufnahme und Verteilung in der Kultur aktive Stoffwechselprozesse, weshalb Temperaturen von über 10 °C ideal sind. Bei Frostgefahr oder extremen Tag-Nacht-Temperaturschwankungen sollte von einer Anwendung abgesehen werden, um phytotoxische Reaktionen – insbesondere in Tankmischungen mit Wachstumsreglern – zu vermeiden.

Kann Conrod 250 EW mit sauren oder alkalischen Mischungspartnern kombiniert werden?

Der Wirkstoff Tebuconazol ist in einem breiten pH-Bereich stabil. Dennoch sollte das Spritzwasser einen neutralen bis leicht sauren pH-Wert (pH 5,5 bis 6,5) aufweisen, um die physikalische Stabilität der EW-Formulierung in der Spritzbrühe zu gewährleisten. Extrem alkalische Mischungspartner können die Wirkstoffaufnahme verzögern.

Wie lässt sich das Risiko von Minderwirkungen durch Wirkstoffresistenzen bei Triazolen minimieren?

Da Tebuconazol zu den Demethylierungshemmern (DMI) gehört, besteht ein inhärentes Risiko für eine schleichende Selektion weniger empfindlicher Pilzstämme (Shift). Um dies zu verhindern, sollte Conrod 250 EW stets im Rahmen einer Spritzfolge mit Kontaktfungiziden oder Wirkstoffen aus anderen Wirkstoffklassen (wie z. B. Carboxamiden oder Strobilurinen) abgewechselt oder kombiniert werden.

Welche Rolle spielt die Wassermenge bei der Applikation dieses Fungizids?

Für eine optimale Benetzung der Kultur und eine gleichmäßige Wirkstoffverteilung wird eine Wassermenge von 200 bis 400 l/ha empfohlen. Besonders bei dichten Beständen im späteren BBCH-Bereich (z. B. zur Ährenbehandlung) sichert eine höhere Wassermenge in Kombination mit einer angepassten Düsentechnik das Eindringen der Spritzbrühe in die unteren Bestandsschichten.