CTU 700
CTU 700 von Nufarm ist ein bewährtes, flüssiges Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern in Wintergetreide. Als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, bietet dieses Herbizid mit dem Wirkstoff Chlortoluron eine verlässliche und hochwirksame Basis für die Unkrautbekämpfung im Herbst oder im frühen Frühjahr.
Das Wirkungsspektrum erstreckt sich über bedeutende Ungräser wie den Gemeinen Windhalm, das Einjährige Rispengras und insbesondere den selektionsgefährdeten Acker-Fuchsschwanz. Zudem erfasst das Mittel ein breites Spektrum einjähriger zweikeimblättriger Unkräuter, was es zu einem vielseitigen Baustein in der Unkrautkontrolle von Winterweichweizen, Wintergerste, Winterroggen und Wintertriticale macht.
Dank seiner flexiblen Anwendungsmöglichkeiten im Nachauflauf (BBCH-Stadium 10 bis 29) lässt sich CTU 700 hervorragend in bestehende Pflanzenschutzstrategien integrieren. Die flüssige Formulierung sorgt für eine einfache Handhabung, präzise Dosierung und hervorragende Verteilung im Spritztank.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Chlortoluron gehört zur chemischen Gruppe der Harnstoffderivate und ist im HRAC-System der Gruppe 5 (ehemals C2) zugeordnet. Die Wirkung basiert auf der Hemmung des photosynthetischen Elektronentransports im Photosystem II. Chlortoluron bindet an das D1-Protein im Thylakoidmembran-Komplex der Chloroplasten und blockiert so den normalen Elektronenfluss. Dies führt zu einer Unterbrechung der Kohlendioxid-Assimilation und letztlich zur Bildung von reaktiven Sauerstoffspezies, die die pflanzlichen Zellmembranen zerstören. Die Aufnahme erfolgt primär über die Wurzeln der Keimlinge sowie sekundär über die Blätter der bereits aufgelaufenen Unkräuter und Ungräser. Nach der Aufnahme wird der Wirkstoff akropetal mit dem Transpirationsstrom in die Sprossorgane transportiert. Erste Symptome zeigen sich durch Chlorosen an den Blattspitzen und -rändern, gefolgt von Nekrosen und dem vollständigen Absterben der Schaderreger. Eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit begünstigt die Wurzelaufnahme und optimiert den Bekämpfungserfolg.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere bei weit verbreiteten Ungräsern wie dem Acker-Fuchsschwanz, wirksam vorzubeugen, solltest du CTU 700 stets in ein integriertes Resistenzmanagement einbinden. Dies bedeutet, dass du den Wirkstoff Chlortoluron (HRAC-Gruppe 5) im Wechsel oder in Kombination mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen einsetzen solltest. Vermeide die wiederholte, alleinige Anwendung von Photosynthesehemmern auf derselben Fläche und nutze pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine vielseitige Fruchtfolge, angepasste Saatzeiten und mechanische Bodenbearbeitung, um den Selektionsdruck nachhaltig zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
CTU 700 zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit vielen gängigen Getreideherbiziden, Fungiziden und flüssigen Stickstoffdüngern (AHL) aus. Bei Tankmischungen mit blattaktiven Partnern ist besonders auf die Kulturverträglichkeit zu achten, insbesondere bei extremen Temperaturschwankungen oder Frostgefahr. Verwende stets eine ausreichende Wassermenge von mindestens 200 bis 400 l/ha, um eine gleichmäßige Benetzung des Bodens und der Unkrautblätter zu gewährleisten. Es wird empfohlen, vor der großflächigen Anwendung eine Mischprobe im kleinen Maßstab durchzuführen und die Spritzbrühe unmittelbar nach dem Ansetzen auszubringen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit CTU 700 ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, bei der Handhabung des Konzentrats und der Ausbringung unerlässlich. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern vorsorglich den direkten Kontakt mit blühenden Kulturen oder Unkräutern vermeiden und Behandlungen bevorzugt in den Abendstunden durchführen, wenn kein Bienenflug mehr stattfindet. Achte zudem streng darauf, dass keine Abdrift in angrenzende Gewässer oder Saumbiotope gelangt, um aquatische Organismen und die umliegende Flora und Fauna zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Wintergerste | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | 10–29 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | 10–29 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | 10–29 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | 10–29 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wie beeinflusst die Bodenfeuchtigkeit die Wirkung von CTU 700?
Da Chlortoluron hauptsächlich über die Wurzeln aufgenommen wird, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der Anwendung oder kurz danach entscheidend für einen optimalen Bekämpfungserfolg. In trockenen Perioden kann die Wirkung verzögert einsetzen, während feuchte Bodenverhältnisse den Transport des Wirkstoffs zu den Keimzonen der Ungräser begünstigen.
Kann ich CTU 700 auf allen Weizensorten uneingeschränkt anwenden?
Nein, bei der Anwendung von Chlortoluron-haltigen Mitteln im Winterweichweizen musst du unbedingt die Sortenverträglichkeit beachten. Einige Weizensorten reagieren empfindlich auf diesen Wirkstoff (sogenannte chlortoluron-sensitive Sorten), was zu erheblichen Ertragseinbußen führen kann. Informiere dich vor der Behandlung bei deiner Sortenberatung oder dem Hersteller über die aktuelle Einstufung deiner angebauten Sorte.
Welcher Anwendungszeitpunkt ist im Herbst am effektivsten?
Der beste Bekämpfungserfolg wird erzielt, wenn du CTU 700 im frühen Nachauflauf ausbringst, sobald die Unkräuter und Ungräser gerade auflaufen (BBCH-Stadium 10 bis 13). In diesem frühen Stadium sind die Schaderreger besonders empfindlich, und der Wirkstoff kann sowohl über das junge Blatt als auch über die feuchte Bodenoberfläche optimal aufgenommen werden.
Was muss ich bei einer Anwendung im Frühjahr beachten?
Bei einer späten Anwendung im Frühjahr (bis BBCH-Stadium 29) solltest du darauf achten, dass die Unkräuter nicht bereits zu weit entwickelt sind, da die herbizide Wirkung auf größere Pflanzen abnimmt. Zudem dürfen keine starken Nachtfröste unmittelbar nach der Spritzung drohen, da dies die Kulturverträglichkeit des Getreides beeinträchtigen kann.
Wie kann ich CTU 700 optimal in eine Strategie gegen resistenten Acker-Fuchsschwanz einbauen?
Nutze CTU 700 als Baustein in einer Tankmischung oder Spritzfolge mit Partnern, die über andere Wirkmechanismen verfügen (z. B. Bodenherbizide mit den Wirkstoffen Flufenacet oder Diflufenican). Durch diese Kombination sprichst du den Acker-Fuchsschwanz über verschiedene physiologische Wege an und verhinderst, dass resistente Biotypen die Oberhand gewinnen.
Wie verhält sich das Mittel bei der Anwendung auf sehr humosen Böden?
Auf Böden mit einem sehr hohen Humusgehalt kann ein Teil des Wirkstoffs Chlortoluron an die organische Substanz gebunden (adsorbiert) werden. Dies kann die bodenwirksame Komponente des Herbizids abschwächen. Auf solchen Standorten solltest du die Applikation besonders präzise planen und gegebenenfalls blattaktive Mischungspartner hinzuziehen.