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OTHER · Nufarm Deutschland GmbH

CTU 700

BVL Zul.-Nr. 043753-61

CTU 700 von Nufarm ist ein bewährtes, flüssiges Herbizid-Konzentrat (Suspensionskonzentrat, SC) zur gezielten Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern im Herbst oder zeitigen Frühjahr. Als Spezialist für den Einsatz in Wintergetreide (Winterweizen, Wintergerste, Winterroggen und Wintertriticale) bietet das Pflanzenschutzmittel eine verlässliche Basis für eine saubere Kulturführung von Anfang an.

Der Fokus der Anwendung liegt auf der Kontrolle wirtschaftlich bedeutender Ungräser wie dem Gemeinen Windhalm, dem Einjährigen Rispengras und insbesondere dem gefürchteten Acker-Fuchsschwanz. Durch die Kombination aus Boden- und Blattwirkung erfasst das Mittel sowohl bereits aufgelaufene Schaderreger als auch nachkeimende Unkrautwellen, was zu einer langanhaltenden Unkrautfreiheit der Bestände beiträgt.

Wirkstoffe

Chlortoluron
700 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Chlortoluron gehört zur chemischen Gruppe der Harnstoffderivate und ist im HRAC-System der Gruppe 5 (ehemals C2) zugeordnet. Die Wirkung basiert auf der Hemmung des Photosynthese-Transportsystems im Photosystem II. Der Wirkstoff wird von den Schadpflanzen primär über die Wurzeln, aber auch über die Blätter aufgenommen und systemisch mit dem Transpirationsstrom nach oben transportiert. Nach der Aufnahme reichert sich der Wirkstoff in den Blättern an, blockiert dort die Photosynthese und führt zur Bildung reaktiver Sauerstoffspezies. Dies äußert sich zunächst in Chlorosen an den Blatträndern und -spitzen, gefolgt von Nekrosen und dem schrittweisen Absterben der betroffenen Unkräuter und Ungräser. Die ausgeprägte Bodenwirkung sorgt zudem dafür, dass keimende Schaderreger bereits vor oder während des Auflaufens effektiv erfasst werden.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere bei weit verbreiteten Ungräsern wie dem Acker-Fuchsschwanz, wirksam vorzubeugen, sollte CTU 700 stets in ein integriertes Resistenzmanagement eingebunden werden. Dies umfasst den konsequenten Wirkstoffwechsel mit Herbiziden anderer HRAC-Klassen (wie z. B. Gruppe 15 oder Gruppe 2) in der Fruchtfolge. Zudem empfiehlt es sich, mechanische Maßnahmen zur Unkrautregulierung zu integrieren und den Wirkstoff bevorzugt in Tankmischungen mit Partnern unterschiedlicher Wirkungsmechanismen einzusetzen, um den Selektionsdruck zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

CTU 700 zeichnet sich durch eine gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit vielen gängigen Herbstherbiziden sowie flüssigen Blattdüngern aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge (mindestens 200 bis 400 l/ha) zu achten, um eine gleichmäßige Benetzung des Bodens und der Blätter zu gewährleisten. Die Anwendung sollte auf gut abgesetzte, feinkrümelige Saatbetten erfolgen; extreme Trockenheit kann die Bodenwirkung vorübergehend einschränken, während übermäßige Staunässe das Risiko von Phytotoxizität in den Kulturen erhöht. Vor der großflächigen Anwendung von Mischungen wird ein Verträglichkeitstest im Kleinen empfohlen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung, strikt einzuhalten. Da Chlortoluron als gewässerbelastend eingestuft ist, müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen) zwingend beachtet werden, um den Eintrag in aquatische Ökosysteme zu verhindern. Das Mittel ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte direkter Kontakt mit blühenden Pflanzen vermieden werden, um Nichtzielorganismen zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterweichweizenAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm10–293 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm10–293 LITER_PER_HECTARE
WintergersteAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm3 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm10–293 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm3 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm3 LITER_PER_HECTARE
WintergersteAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm10–293 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm3 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für CTU 700 im Herbst?

Der beste Bekämpfungserfolg wird erzielt, wenn die Behandlung im frühen Nachauflauf der Kulturen (ab BBCH-Stadium 10 bis 13) erfolgt, solange die Unkräuter und Ungräser noch klein und wüchsig sind (Keimblatt- bis Laubblattstadium). Zu diesem Zeitpunkt ist die Aufnahmefähigkeit über Blatt und Wurzel am höchsten.

Welche Rolle spielt die Bodenfeuchtigkeit für die Wirksamkeit von CTU 700?

Da Chlortoluron zu einem großen Teil über die Wurzeln aufgenommen wird, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit zum Zeitpunkt der Anwendung oder kurz danach entscheidend für eine optimale Bodenwirkung. In extrem trockenen Herbsten kann sich der Wirkungseintritt verzögern, bis ausreichende Niederschläge den Wirkstoff in die Keimzone der Schaderreger transportieren.

Kann CTU 700 auf allen Weizensorten uneingeschränkt eingesetzt werden?

Nein, bei der Anwendung von Chlortoluron-haltigen Produkten muss unbedingt die Sortenverträglichkeit beachtet werden. Einige Winterweizensorten reagieren sensitiv auf den Wirkstoff, was zu Schäden an der Kultur führen kann. Konsultieren Sie vor der Behandlung stets die aktuelle Sortenliste des Herstellers oder der offiziellen Beratung, um die Verträglichkeit für Ihre spezifische Kultur zu prüfen.

Wie verhält sich das Produkt bezüglich der Wartezeit bis zur Ernte?

Für CTU 700 ist die Wartezeit durch die zugelassenen Anwendungsbedingungen und die Vegetationszeit abgedeckt (F). Da die Anwendung ausschließlich in den frühen BBCH-Stadien (bis BBCH 29) im Herbst oder zeitigen Frühjahr erfolgt, verbleibt bis zur Ernte ausreichend Zeit für den vollständigen Abbau des Wirkstoffs in der Kultur.

Warum ist CTU 700 ein wichtiger Baustein im Resistenzmanagement gegen Acker-Fuchsschwanz?

Da Chlortoluron als Photosystem-II-Hemmer (HRAC-Gruppe 5) einen anderen Wirkungsmechanismus besitzt als die häufig im Frühjahr eingesetzten ALS-Hemmer (Gruppe 2) oder ACCase-Hemmer (Gruppe 1), hilft sein Einsatz im Herbst, den Selektionsdruck zu diversifizieren. Dies verzögert die Ausbreitung von resistenten Ungras-Biotypen auf dem Feld.