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OTHER · Indofil Industries (Netherlands) B.V.

Cymofil

BVL Zul.-Nr. 00B062-00

Cymofil ist ein hochspezialisiertes Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von Oomyceten, insbesondere der Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) in Kartoffeln sowie der Kraut- und Braunfäule in Tomaten. Formuliert als wasserdispergierbares Granulat (WG) mit einem hohen Wirkstoffgehalt an Cymoxanil (450 g/kg), bietet das Produkt eine hervorragende Löslichkeit und einfache Handhabung bei der Spritzbrühebereitung. Es hat sich als verlässlicher Baustein im professionellen Acker- und Gemüsebau etabliert, um Kulturen in kritischen Infektionsphasen effektiv zu schützen.

Die Stärke von Cymofil liegt in seiner schnellen Wirkstoffaufnahme und der ausgeprägten translaminaren Verteilung im Blattgewebe. Dadurch werden auch schwer erreichbare Pflanzenteile sowie die Blattunterseiten geschützt. Seine kurativen Eigenschaften ermöglichen es, bereits stattgefundene, aber noch nicht sichtbare Infektionen im frühen Stadium erfolgreich zu stoppen, was dem Betriebsleiter wertvolle Flexibilität im Arbeitsalltag verschafft.

In der Praxis wird Cymofil vor allem in Phasen des intensiven Krautwachstums und bei hoher Infektionsgefahr eingesetzt. Da der Wirkstoff gezielt in den Stoffwechsel des Schaderregers eingreift, schützt er die Kultur zuverlässig vor einer schnellen Ausbreitung der Epidemie und sichert so das Ertragspotenzial und die Qualität der Ernte.

Wirkstoffe

Cymoxanil
450 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Cymofil enthaltene Wirkstoff Cymoxanil gehört zur chemischen Gruppe der Cyanacetamid-Oxime (FRAC-Gruppe 27). Sein biochemischer Wirkungsmechanismus ist vielseitig und greift an mehreren Stellen des Pilzstoffwechsels ein (Multi-Site-Charakter auf zellulärer Ebene), darunter die Hemmung der Nukleinsäuresynthese, der Atmung und der Durchlässigkeit der Zellmembranen des Schaderregers. Diese vielseitige Wirkung erschwert die Selektion resistenter Stämme erheblich. Nach der Anwendung dringt der Wirkstoff innerhalb kürzester Zeit penetrierend in das Pflanzengewebe ein. Er entfaltet dort eine lokale systemische sowie translaminare Wirkung. Cymoxanil stoppt das Wachstum des Pilzmycels während der Inkubationszeit (kurativer Effekt bis zu 24–48 Stunden nach der Infektion) und verhindert effektiv die Sporulation des Erregers, wodurch die Sekundärverbreitung im Bestand unterbunden wird.

Resistenzmanagement

Um die Wirksamkeit von Cymoxanil (FRAC-Gruppe 27) langfristig zu sichern, ist ein konsequentes Resistenzmanagement erforderlich. Cymofil sollte stets im Rahmen einer Spritzfolge im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen eingesetzt werden, die über abweichende Wirkungsmechanismen verfügen. Besonders empfohlen wird die Kombination oder der alternierende Einsatz mit protektiven Kontaktfungiziden (z. B. aus den FRAC-Gruppen 29 oder 21). Die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison gemäß der BVL-Zulassung darf nicht überschritten werden, und rein kurative Behandlungen ohne Mischpartner sollten vermieden werden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Cymofil zeichnet sich durch eine sehr gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit den meisten gängigen Pflanzenschutzmitteln, Insektiziden und Blattdüngern aus. Bei der Herstellung von Tankmischungen ist der Spritztank zunächst zu zwei Dritteln mit Wasser zu füllen, das Rührwerk einzuschalten und Cymofil als erste Komponente vollständig aufzulösen, bevor weitere Mischpartner hinzugefügt werden. Die Zugabe von speziellen Netzmitteln oder Additiven ist aufgrund der ohnehin hervorragenden Penetrationseigenschaften von Cymoxanil in der Regel nicht erforderlich. Es wird empfohlen, die Spritzbrühe stets zeitnah nach dem Ansetzen auszubringen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Cymofil sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Maßnahmen (persönliche Schutzausrüstung wie Schutzanzug, Handschuhe und Augenschutz) strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässern und aquatischen Organismen sind die in der Zulassung festgelegten Abstandsauflagen (Abdriftminderungsklassen und Pufferzonen) zu Oberflächengewässern genau zu beachten. Das Produkt ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich eingestuft (B4), dennoch sollte der Einsatz zum Schutz von Wildbienen und anderen Bestäubern nicht in den aktiven Flugzeiten erfolgen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KartoffelPhytophthora infestans12–950.33 KILOGRAM_PER_HECTARE7T
TomatePhytophthora infestans12–890.33 KILOGRAM_PER_HECTARE3T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von Cymofil im BBCH-Bereich der Kartoffel?

Obwohl die Zulassung den breiten Bereich von BBCH 12 bis BBCH 95 abdeckt, liegt der strategisch sinnvollste Einsatzzeitpunkt in Phasen des schnellen Krautwachstums sowie unmittelbar nach Infektionsbedingungen (z. B. nach langanhaltenden Niederschlägen), um die kurative Wirkung von Cymoxanil optimal zu nutzen.

Wie schnell ist Cymofil nach der Anwendung regenfest?

Dank der schnellen translaminaren Aufnahme des Wirkstoffs Cymoxanil in das Blattgewebe ist das Produkt bereits etwa 2 bis 3 Stunden nach dem Antrocknen des Spritzbelags hervorragend regenfest. Spätere Niederschläge beeinträchtigen die Wirkung nicht mehr.

Kann Cymofil auch kurativ eingesetzt werden, wenn bereits deutliche Symptome sichtbar sind?

Cymoxanil besitzt eine starke kurative Wirkung und kann Pilzinfektionen stoppen, die bis zu 24–48 Stunden zurückliegen (bevor sichtbare Symptome auftreten). Sobald jedoch bereits deutliche Symptome wie braune Flecken oder Pilzrasen auf den Blättern sichtbar sind, ist die Effizienz stark eingeschränkt. In diesem Stadium sollte ein stoppendes Produkt mit starker Antisporulanz-Wirkung gewählt werden.

Warum sollte Cymofil bevorzugt in Kombination mit einem Kontaktfungizid ausgebracht werden?

Cymoxanil hat eine relativ kurze Halbwertszeit in der Pflanze (ca. 3 bis 6 Tage). Um einen dauerhaften Schutz der Kulturen vor Neuinfektionen zu gewährleisten, ist die Kombination mit einem protektiven Kontaktfungizid (z. B. auf Basis von Fluazinam oder Amisulbrom) dringend zu empfehlen.

Welche Wartezeiten müssen bei der Ernte von Kartoffeln und Tomaten eingehalten werden?

Die gesetzliche Wartezeit (PHI) variiert je nach Kultur und Anwendungsbedingungen zwischen 3 und 7 Tagen. Die genauen, für die jeweilige Zulassung in Deutschland (BVL) gültigen Tage sind den spezifischen Gebrauchsanleitungen zu entnehmen und müssen strikt eingehalten werden, um Rückstände zu vermeiden.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Phytophthora infestans?

Nutzen Sie die Filterfunktion in unserer Datenbank auf agronomy.farmable.tech. Wählen Sie die entsprechende Kultur (z. B. Kartoffel oder Tomate) und filtern Sie gezielt nach dem Schaderreger 'Phytophthora infestans', um alle aktuell in Deutschland zugelassenen Produkte und deren Wirkstoffklassen übersichtlich zu vergleichen.