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OTHER · ISK Biosciences Europe N.V.

DIOPYR

BVL Zul.-Nr. 007475-60

DIOPYR ist ein hochspezialisiertes Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von Echtem Mehltau (Erysiphe graminis) in Getreidekulturen wie Winterweichweizen, Wintergerste und Sommergerste. Formuliert als modernes Suspensionskonzentrat (SC) mit dem innovativen Wirkstoff Pyriofenone, bietet das Präparat einen herausragenden Schutz in kritischen Wachstumsphasen. Es zeichnet sich durch eine schnelle Aufnahme und eine langanhaltende Schutzwirkung aus, was es zu einem wertvollen Baustein im modernen Getreideanbau macht.

Durch seine ausgeprägte präventive und kurative Aktivität schützt DIOPYR sowohl bereits infizierte Pflanzenteile als auch den Neuzuwachs. Die Formulierung sorgt für eine hervorragende Haftung auf der Blattoberfläche und eine gleichmäßige Verteilung des Wirkstoffs. Dies garantiert eine zuverlässige Wirkung selbst unter wechselhaften Witterungsbedingungen und trägt maßgeblich zur Sicherung von Ertrag und Kornqualität bei.

Wirkstoffe

Pyriofenone
180 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in DIOPYR enthaltene Wirkstoff Pyriofenone gehört zur chemischen Gruppe der Aryl-phenyl-ketone und ist im FRAC-Code unter der Gruppe 50 klassifiziert. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der Störung der Actin-Organisation im Pilz, was die normale Entwicklung der Infektionsstrukturen blockiert. Pyriofenone hemmt effektiv die Bildung von Appressorien, das Eindringen der Keimschläuche in das Pflanzengewebe sowie das anschließende Myzelwachstum und die Sporulation des Schaderregers. Dank seiner translaminaren und lokalsystemischen Eigenschaften dringt der Wirkstoff rasch in das Blattgewebe ein und verteilt sich gleichmäßig. Zudem weist Pyriofenone eine ausgeprägte Gasphasenaktivität (Dampfdruckeffekt) auf, wodurch auch unbehandelte oder im dichten Pflanzenbestand schwer zugängliche Pflanzenteile sowie der Neuzuwachs wirksam vor dem Echten Mehltau geschützt werden.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzbildung gegen Pyriofenone zu minimieren, sollte DIOPYR stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts eingesetzt werden. Da der Wirkstoff der FRAC-Gruppe 50 angehört, ist ein konsequenter Wirkstoffwechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen – wie beispielsweise SDHIs (Gruppe 7), Azolen (Gruppe 3) oder Strobilurinen (Gruppe 11) – dringend zu empfehlen. Die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison gemäß der BVL-Zulassung darf nicht überschritten werden, um den Selektionsdruck auf den Schaderreger nachhaltig zu begrenzen.

Mischbarkeit & Tankmischung

DIOPYR zeichnet sich durch eine gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit gängigen Getreidefungiziden, Insektiziden und Wachstumsreglern aus. Bei der Herstellung von Tankmischungen wird empfohlen, die jeweilige Gebrauchsanleitung der Mischpartner genau zu beachten und vorab eine Mischprobe in einer kleinen Wassermenge durchzuführen. Für eine optimale Benetzung der Kulturen sollte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine gleichmäßige Applikationstechnik geachtet werden; der Zusatz von speziellen Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, kann aber unter extrem trockenen Bedingungen die Wirkstoffaufnahme unterstützen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit DIOPYR sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Maßnahmen (persönliche Schutzausrüstung wie Schutzanzug, Schutzhandschuhe und Augenschutz) strikt einzuhalten, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und der Nichtziel-Flora und -Fauna sind die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen) genauestens zu beachten. Das Pflanzenschutzmittel ist hinsichtlich seiner Toxizität für Bienen und andere Nützlinge so eingestuft, dass bei sachgerechter Anwendung nach Gebrauchsanleitung keine unvertretbaren Auswirkungen auf das Ökosystem zu erwarten sind.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterweichweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)31–650.5 LITER_PER_HECTARE
SommergersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)31–490.5 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)31–490.5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit DIOPYR gegen Echten Mehltau?

Der optimale Anwendungszeitpunkt liegt präventiv bei den ersten Anzeichen des Befalls oder bei Vorliegen von Infektionsbedingungen (warme, feuchte Witterung) zwischen den BBCH-Stadien 31 (Schossen) und 65 (Blüte). Eine frühzeitige Behandlung sichert die unteren Blattetagen und verhindert die Ausbreitung des Pilzes in den oberen Ertragsanlagen.

Wie wirkt der Dampfdruckeffekt (Gasphasenaktivität) von DIOPYR in dichten Getreidebeständen?

Nach der Applikation verdampft ein Teil des Wirkstoffs Pyriofenone minimal von der Blattoberfläche und verteilt sich als Gasphase im Mikroklima des Bestandes. Dadurch werden auch Blatteile und Neuzuwachs geschützt, die von der Spritzbrühe nicht direkt getroffen wurden, was besonders in dichten Weizen- und Gerstenbeständen von großem Vorteil ist.

Kann DIOPYR in Tankmischungen mit Wachstumsreglern ausgebracht werden?

Ja, DIOPYR ist im Allgemeinen gut mit gängigen Wachstumsreglern (z. B. auf Basis von Chlormequat oder Trinexapac-ethyl) mischbar. Dies ermöglicht eine effiziente Überfahrt im Frühjahr zur Halmverkürzung und gleichzeitigen Mehltauprophylaxe, sofern die Zulassungsbestimmungen der Mischpartner dies erlauben.

Welche Rolle spielt DIOPYR im Antiresistenzmanagement bei Getreidepilzen?

Da Pyriofenone zur FRAC-Gruppe 50 gehört, besitzt es keine Kreuzresistenz zu den weit verbreiteten Azolen, Strobilurinen oder SDHIs. Der gezielte Einsatz von DIOPYR hilft somit, den Selektionsdruck auf andere Wirkstoffklassen zu senken und die Wirksamkeit des gesamten Fungizid-Portfolios im Betrieb langfristig zu sichern.

Wie verhält sich DIOPYR bei Regen kurz nach der Anwendung?

Dank der schnellen Penetration des Wirkstoffs in die Wachsschicht des Blattes ist DIOPYR bereits kurze Zeit nach der Antrocknung des Spritzbelags regenfest. Ein moderater Niederschlag nach dieser Phase beeinträchtigt die fungizide Wirkung und die Dauerleistung gegen den Echten Mehltau nicht.

Wo finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Echten Mehltau?

Sie können in unserer Datenbank gezielt nach dem Schaderreger "Echter Mehltau (Erysiphe graminis)" filtern und die Suche mit Ihrer spezifischen Kultur (z. B. Winterweichweizen) kombinieren, um alle aktuell in Deutschland zugelassenen Pflanzenschutzmittel und deren Anwendungsbestimmungen einzusehen.