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OTHER · BASF SE

Divexo

BVL Zul.-Nr. 00B266-00

Divexo ist ein hochwirksames, flüssiges Fungizid von BASF SE, das speziell für den professionellen Einsatz im Kartoffel- und Zwiebelanbau entwickelt wurde. Die Formulierung kombiniert zwei komplementäre Wirkstoffe, um einen lückenlosen Schutz gegen wirtschaftlich bedeutende Oomyzeten-Erkrankungen zu gewährleisten. Das Pflanzenschutzmittel zeichnet sich durch eine hervorragende vorbeugende Wirkung aus und schützt die Kulturen zuverlässig in kritischen Wachstumsphasen.

Durch die Kombination von systemischen und kontaktwirksamen Eigenschaften bietet Divexo einen robusten Schutzschild. Es ist besonders darauf ausgelegt, den gefürchteten Falschen Mehltau in Zwiebelgemüse sowie die Kraut- und Knollenfäule in Kartoffelbeständen effektiv zu unterdrücken. Dank seiner modernen Formulierung haftet das Produkt exzellent auf der Blattoberfläche und sorgt für eine gleichmäßige Wirkstoffverteilung.

Wirkstoffe

Ametoctradin
120 g/L · Wirkstoff
Propamocarb
451 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die Wirksamkeit von Divexo basiert auf dem synergetischen Zusammenspiel der Wirkstoffe Ametoctradin und Propamocarb. Ametoctradin gehört zur FRAC-Gruppe 45 (Triazolopyrimidine) und agiert als starker Inhibitor der mitochondrialen Atmung am Komplex III (QoSI) des Erregers. Es lagert sich fest in der Wachsschicht der Pflanze an und verhindert dort effektiv die Sporenkeimung sowie die Freisetzung und Mobilität der Zoosporen auf der Blattoberfläche. Propamocarb hingegen ist der FRAC-Gruppe 28 (Carbamate) zugeordnet. Dieser systemische Wirkstoff greift in die Synthese der Phospholipide und Fettsäuren ein, was die Durchlässigkeit der Zellmembranen des Pilzes stört. Nach der Applikation wird Propamocarb rasch von den Blättern aufgenommen und akropetal in der Kultur verteilt. Dadurch wird auch der empfindliche Neuzuwachs von innen heraus geschützt und eine kurative Anfangswirkung erzielt.

Resistenzmanagement

Um einer Selektion resistenter Erregerpopulationen vorzubeugen, nutzt Divexo bereits zwei Wirkstoffe mit völlig unterschiedlichen Angriffspunkten (FRAC 45 und 28). Im Rahmen einer nachhaltigen Antiresistenzstrategie sollte dieses Pflanzenschutzmittel stets im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen (wie z. B. CAA-Fungiziden oder Phenylamiden) eingesetzt werden. Die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison gemäß den BVL-Vorgaben ist strikt einzuhalten, um die langfristige Wirksamkeit der Wirkstoffgruppen zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Divexo zeigt sich im Allgemeinen sehr gut verträglich mit gängigen Insektiziden, Herbiziden und Blattdüngern, die in den zugelassenen Kulturen etabliert sind. Bei der Erstellung von Tankmischungen sollte die Spritze stets zu mindestens zwei Dritteln mit Wasser gefüllt sein, bevor die Produkte nacheinander unter ständigem Rühren beigegeben werden. Extreme Witterungsbedingungen wie Frost oder starke Hitze während der Behandlung sind zu vermeiden, um das Risiko von Phytotoxizität zu minimieren. Eine ausreichende Wassermenge sichert zudem die lückenlose Benetzung des Bestandes.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Divexo ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, zu tragen. Zum Schutz von Gewässerorganismen und der umliegenden Flora und Fauna sind die vom BVL festgelegten Abstandsauflagen und Driftminderungsklassen strikt einzuhalten. Das Produkt ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich eingestuft (B4), dennoch sollte ein direkter Kontakt mit blühenden Unkräutern im Unterwuchs vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KnoblauchFalscher Mehltau (Peronospora destructor)14–492 LITER_PER_HECTARE7T
SpeisezwiebelFalscher Mehltau (Peronospora destructor)14–492 LITER_PER_HECTARE7T
KartoffelPhytophthora infestans21–892 LITER_PER_HECTARE7T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Behandlung mit Divexo in Kartoffeln?

Die erste Anwendung sollte unbedingt präventiv erfolgen, bevor erste Symptome von Kraut- und Knollenfäule im Feld sichtbar werden. Typischerweise liegt dieser Zeitpunkt ab dem Reihenschluss der Kartoffeln (BBCH-Stadium 30er-Bereich) oder sobald die regionalen Warndienste ein erhöhtes Infektionsrisiko melden.

Wie verhält sich Divexo bei unerwartetem Regen kurz nach der Spritzung?

Dank der schnellen Wirkstoffaufnahme von Propamocarb und der extrem starken Bindung von Ametoctradin an die pflanzliche Wachsschicht ist Divexo bereits etwa 1 bis 2 Stunden nach dem Antrocknen des Spritzbelags hervorragend regenfest.

Kann Divexo auch im Knoblauchanbau eingesetzt werden?

Ja, Divexo ist offiziell für die Anwendung in Knoblauch (ALLSA) gegen Falschen Mehltau zugelassen. Es gelten hierbei dieselben anwendungstechnischen Vorgaben, Aufwandmengen und die Wartezeit von 7 Tagen wie beim Einsatz in Speisezwiebeln.

Warum bietet die Wirkstoffkombination in Divexo einen Vorteil beim Resistenzmanagement?

Durch die Kombination aus Ametoctradin (FRAC 45) und Propamocarb (FRAC 28) werden zwei völlig unterschiedliche biochemische Prozesse im Schaderreger blockiert. Da ein gleichzeitiges Auftreten von Mutationen gegen beide Wirkmechanismen extrem unwahrscheinlich ist, wird das Risiko einer Resistenzbildung im Feld minimiert.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Produkte für meine Kultur?

Nutzen Sie einfach die integrierte Filterfunktion auf unserer Plattform. Wählen Sie Ihre spezifische Kultur (z. B. Kartoffel oder Küchenzwiebel) und den Ziel-Schaderreger aus, um eine vollständige Liste aller in Deutschland registrierten Pflanzenschutzmittel inklusive ihrer Anwendungsbestimmungen anzuzeigen.

Welchen Einfluss hat die Wasserqualität auf die Stabilität der Spritzbrühe?

Divexo ist für die Verwendung mit den in der Praxis üblichen Wasserhärten formuliert. Bei extrem hartem Brunnenwasser kann jedoch die Zugabe eines geeigneten pH-Puffers oder Wasseraufbereiters sinnvoll sein, um eine optimale physikalische Stabilität und Wirkstoffverteilung im Tank zu garantieren.