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Kultur

Speisezwiebel

Allium cepa
ALLCE

Die Speisezwiebel (Allium cepa), im internationalen Handel unter dem EPPO-Code ALLCE geführt, gehört zu den ältesten und wirtschaftlich bedeutendsten Kulturen im mitteleuropäischen Gemüsebau. Ob als gesäte Sommerzwiebel oder gesteckte Zwiebel – die Kultur stellt hohe Ansprüche an den Standort, insbesondere an die Bodenstruktur und die Wasserversorgung während der kritischen Entwicklungsphasen.

Für einen erfolgreichen Anbau ist das Verständnis der Entwicklungsstadien entscheidend. Die Keimung und das frühe Jugendstadium reagieren äußerst empfindlich auf Verunkrautung und Bodenkrusten. Im weiteren Verlauf, insbesondere ab der Zwiebelbildung (BBCH 40), steigen der Wasserbedarf und die Anfälligkeit gegenüber verschiedenen Schaderregern deutlich an, was eine präzise Bestandsführung und ein vorausschauendes Monitoring erfordert.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
März bis April (Sommerzwiebeln) oder August (Winterzwiebeln)
Erntefenster
August bis September (Sommerzwiebeln) oder Juni bis Juli (Winterzwiebeln)
Reihenabstand
25–45 cm (Reihenabstand), 4–6 cm (in der Reihe)
Typischer Ertrag
35–55 t/ha (Säzwiebeln), bis zu 60 t/ha bei Beregnung
Wärmesumme (GDD)
1600–1800 °C
Boden-pH
6,0–7,5 (empfindlich gegen Versauerung)

Bodenmanagement

Die Kultur verlangt tiefgründige, humose und gut strukturierte Böden mit einer gleichmäßigen Wasserführung, da das flache Wurzelsystem der Speisezwiebel Trockenstress schlecht toleriert. Schwere, zur Verschlämmung neigende Böden sind ungeeignet, da sie die Keimung behindern und das Risiko für bodenbürtige Schaderreger erhöhen. Eine sorgfältige Saatbettbereitung im Frühjahr ist essenziell, um einen feinkrümeligen und rückverfestigten Horizont für die flache Aussaat zu schaffen. Die Düngung sollte auf aktuellen Bodenanalysen basieren, wobei eine moderate Stickstoffgabe im Frühjahr und eine ausreichende Kaliumversorgung zur Förderung der Lagerfähigkeit im Vordergrund stehen. Vermeide frischen organischen Dünger direkt vor dem Anbau, um den Befall mit der Zwiebelfliege nicht zusätzlich zu begünstigen.

Schaderreger-Management

Ein integrierter Pflanzenschutz ist bei dieser Kultur aufgrund der langsamen Jugendentwicklung und der dichten Bestände unerlässlich. Gegen Unkräuter wie Chenopodium album oder Echinochloa crus-galli müssen Herbizidanwendungen frühzeitig im Vor- und frühen Nachauflauf eingeplant werden, um eine Überwachsung der Kultur zu verhindern. Pilzliche Schaderreger wie der Falsche Mehltau (Peronospora destructor) oder Botrytis cinerea erfordern bei feucht-warmer Witterung ein engmaschiges Monitoring und den gezielten Einsatz zugelassener Fungizide. Gegen tierische Schädlinge wie Thripse oder die Zwiebelfliege helfen Kulturschutznetze, eine weite Fruchtfolgegestaltung und bei Überschreiten der Schadschwellen der Einsatz spezifischer Insektizide. Achte stets auf die Einhaltung der Wartezeiten und wechsle die Wirkstoffklassen konsequent ab, um Resistenzen vorzubeugen.

Sorten

Stuttgarter Riesen

Mittelfrüh

Sehr ertragreich mit flachrunden, festen Zwiebeln.

Resistent gegen: Schossen

Anfällig für: Falscher Mehltau, Zwiebelfäule

Der bewährte Klassiker im mitteleuropäischen Anbau, besonders beliebt als Steckzwiebel wegen der schnellen Jugendentwicklung.

Centro F1

Mittelspät

Sehr hoher Ertrag an hochrunden, extrem gleichmäßigen Zwiebeln.

Resistent gegen: Schalenfäule

Anfällig für: Falscher Mehltau, Thripse

Eine der führenden Sorten für den professionellen Großanbau in Deutschland mit hervorragender Schalenfestigkeit für die maschinelle Ernte.

Hyskin F1

Spät

Spitzenerträge im Profianbau bei optimaler Beregnung.

Resistent gegen: Wurzelfäule

Anfällig für: Falscher Mehltau, Botrytis-Halsfäule

Hervorragende Lagersorte, die sich durch eine sehr feste, dunkelbraune Schale auszeichnet und bis weit ins Frühjahr gelagert werden kann.

Red Baron

Mittelspät

Zuverlässiger, mittlerer bis hoher Ertrag für eine rote Sorte.

Resistent gegen: Schossen

Anfällig für: Falscher Mehltau, Botrytis

Die wichtigste rote Zwiebelsorte im deutschen Erwerbsanbau mit intensiver Innenfärbung und guter Schalenfestigkeit.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

Alle Anwendungen ansehen

Häufige Fragen

Wie erkennst du den optimalen Zeitpunkt für die Ernte deiner Speisezwiebeln?

Der richtige Zeitpunkt ist erreicht, wenn das Laub von selbst umknickt (Schlottenknicken). Sobald etwa zwei Drittel des Bestandes umgeknickt sind und das Laub zu vertrocknen beginnt, solltest du mit der Ernte beginnen. Warte nicht zu lange mit dem Roden, da sonst das Risiko für Sekundärinfektionen durch Pilze im Lager drastisch ansteigt.

Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium bei der Bekämpfung von Unkräutern?

Besonders kritisch ist die Phase zwischen dem Keimblattstadium (BBCH 10) und dem Erscheinen des ersten Laubblattes (BBCH 11), auch Peitschenstadium genannt. In dieser Phase reagiert die Kultur extrem empfindlich auf chemische Pflanzenschutzmittel. Herbizid-Splitting-Anwendungen mit reduzierten Aufwandmengen sollten daher präzise auf diese empfindlichen Stadien abgestimmt werden.

Wie kannst du das Risiko von Resistenzen bei der Bekämpfung von Falschem Mehltau minimieren?

Du solltest Pflanzenschutzmittel mit unterschiedlichen Wirkmechanismen (FRAC-Klassen) im Wechsel einsetzen. Kombiniere systemische Wirkstoffe, die in das Gewebe der Kultur eindringen, stets mit Kontaktfungiziden und halte dich strikt an die maximal zugelassenen Anwendungen pro Saison, um Selektionsdruck zu vermeiden.

Warum ist die Beregnung ab dem BBCH-Stadium 40 besonders ertragsentscheidend?

Ab BBCH 40 beginnt die Zwiebelbildung, bei der die Kultur ihren höchsten Wasserbedarf hat. Trockenstress in dieser Phase führt zu einem vorzeitigen Wachstumsstopp und deutlich kleineren Sortierungen. Eine gleichmäßige Bodenfeuchte verhindert zudem das spätere Aufplatzen der äußeren Schalen bei plötzlichen Niederschlägen.

Wie findest du im Portal die passenden Pflanzenschutzmittel gegen die Zwiebelfliege?

Nutze die Suchfunktion auf agronomy.farmable.tech und filtere nach der Kultur 'Speisezwiebel' und dem Schaderreger 'Zwiebelfliege'. Achte bei den angezeigten Produkten besonders auf die spezifischen Anwendungsbestimmungen, die zugelassenen BBCH-Stadien und die jeweilige Wartezeit vor der Ernte.

Welche Fruchtfolgemaßnahmen helfen dir, bodenbürtige Schaderreger einzudämmen?

Halte eine strikte Anbaupause von mindestens 4 bis 5 Jahren für Allium-Arten auf derselben Fläche ein. Dies beugt der Anreicherung von gefährlichen Erregern wie der Mehlkrankheit (Stromatinia cepivora) und Nematoden vor. Als Vorfrüchte eignen sich Getreide oder tiefwurzelnde Kulturen, die den Boden gut strukturiert hinterlassen.