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Sonstige · Gowan Crop Protection Limited

Electis K-Plus

BVL Zul.-Nr. 00B276-61

Electis K-Plus von Gowan ist ein hochwirksames, flüssiges Fungizid, das speziell für den professionellen Schutz von Weinreben (VITVI) und Kartoffeln (SOLTU) entwickelt wurde. Durch die Kombination zweier komplementärer Wirkstoffe bietet dieses Pflanzenschutzmittel einen hervorragenden Schutz gegen wirtschaftlich bedeutende Oomyceten-Erkrankungen. Die flüssige Formulierung ermöglicht eine einfache Handhabung, präzise Dosierung und eine hervorragende Verteilung auf der Blattoberfläche.

Im Weinbau liegt der Fokus auf der vorbeugenden Bekämpfung des Falschen Mehltaus (Plasmopara viticola), während das Mittel im Kartoffelanbau gezielt gegen die Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) eingesetzt wird. Dank seiner systemischen und kontaktwirksamen Komponenten schützt das Produkt sowohl den bestehenden Bestand als auch den Neuzuwachs zuverlässig vor Infektionen. Dies macht Electis K-Plus zu einem wichtigen Baustein in modernen Pflanzenschutzstrategien, um Ertrag und Qualität in anspruchsvollen Anbaujahren zu sichern.

Wirkstoffe

Kaliumphosphonat (Kaliumphosphit)
755 g/L · Wirkstoff
Zoxamide
60 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die biologische Wirksamkeit von Electis K-Plus beruht auf dem dualen Wirkungsmechanismus seiner beiden aktiven Inhaltsstoffe. Zoxamide gehört zur FRAC-Gruppe 22 (Benzamide) und wirkt als Kontaktfungizid mit protektiven Eigenschaften. Es bindet spezifisch an das Beta-Tubulin-Protein und stört dadurch die Kernteilung (Mitose) des Schaderregers, was die Keimung der Zoosporen und das Wachstum des Myzels effektiv unterbindet. Zoxamide zeichnet sich zudem durch eine extrem hohe Regenfestigkeit aus, da es sich stark an die Wachsschicht der Pflanzenteile anlagert. Kaliumphosphonat (FRAC-Gruppe P07) ergänzt diese Wirkung durch seine vollkommen systemischen Eigenschaften. Nach der Aufnahme wird es rasch in der gesamten Kultur verteilt – sowohl akropetal als auch basipetal. Es wirkt auf zweifache Weise: Einerseits hemmt es direkt das Wachstum des Schaderregers, andererseits stimuliert es die natürlichen Selbstverteidigungsmechanismen der Kultur (induzierte Resistenz). Diese Kombination aus direktem Schutz und Aktivierung der pflanzeneigenen Abwehrkräfte sorgt für eine langanhaltende Wirkung.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, solltest du Electis K-Plus stets im Rahmen einer vorausschauenden Spritzfolge einsetzen. Da das Produkt bereits zwei Wirkstoffe mit unterschiedlichen FRAC-Klassifizierungen (Gruppe 22 und P07) kombiniert, ist das inhärente Resistenzrisiko als moderat einzustufen. Dennoch wird empfohlen, die Anzahl der Anwendungen pro Saison zu begrenzen und das Pflanzenschutzmittel im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen zu verwenden, die keinen Kreuzresistenzen unterliegen. Vermeide den rein kurativen Einsatz bei bereits starkem Befallsdruck.

Mischbarkeit & Tankmischung

Electis K-Plus zeigt sich in der Praxis als gut mischbar mit den meisten gängigen Insektiziden, Fungiziden und Blattdüngern. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe (Kübeltest) durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide extrem saures oder stark alkalisches Wasser im Spritztank. Die Zugabe von Additiven oder Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, da die Formulierung bereits für eine optimale Benetzung und Haftung optimiert ist.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Electis K-Plus ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Datenblatt ausgewiesen ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen während des aktiven Bienenflugs oder an blühenden Kulturen und Unkräutern vermeiden; verlege die Behandlung vorzugsweise in die Abendstunden. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen sind Abdriften auf angrenzende Flächen strikt zu minimieren und die allgemeinen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeinrebeFalscher Mehltau (Plasmopara viticola)14–792.5 LITER_PER_HECTARE28T
KartoffelPhytophthora infestans21–892 LITER_PER_HECTARE7T

Häufige Fragen

Wie integrierst du Electis K-Plus am besten in deine Spritzfolge bei Kartoffeln?

Du solltest das Produkt vorzugsweise in der Phase des schnellen Krautwachstums einsetzen. Dank der systemischen Wirkung von Kaliumphosphonat wird auch der Neuzuwachs geschützt, während Zoxamide einen stabilen Schutzfilm auf den bereits ausgebildeten Blättern bildet. Dies verhindert den frühen Befall mit Krautfäule effektiv.

Warum ist die Regenfestigkeit von Electis K-Plus so hoch?

Das liegt am Wirkstoff Zoxamide. Dieser besitzt eine extrem hohe Affinität zur pflanzlichen Wachsschicht (Cuticula). Einmal angetrocknet, wäscht sich der Wirkstoff selbst bei starken Niederschlägen kaum ab, was dir eine hohe Flexibilität bei wechselhaftem Wetter bietet.

Kannst du das Produkt auch bei bereits sichtbaren Symptomen anwenden?

Nein, Electis K-Plus ist ein rein protektives Pflanzenschutzmittel. Um die beste Wirkung zu erzielen und das Risiko von Resistenzen zu minimieren, musst du die Behandlung vorbeugend vor den ersten Infektionsbedingungen durchführen. Bei akutem Befall solltest du auf kurativ wirksame Produkte zurückgreifen.

Welche Rolle spielt die induzierte Resistenz durch Kaliumphosphonat?

Kaliumphosphonat regt die Kultur dazu an, eigene Abwehrstoffe (wie Phytoalexine) zu bilden und die Zellwände zu verstärken. Dadurch wird es dem Schaderreger erschwert, in das Pflanzengewebe einzudringen. Du nutzt hierbei also die natürliche Abwehrkraft deiner Kultur als zusätzlichen Schutzschild.

Wie findest du weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Falschen Mehltau auf agronomy.farmable.tech?

Du kannst in unserer Datenbank gezielt nach dem Schaderreger 'Falscher Mehltau (Plasmopara viticola)' filtern. Dort werden dir alle für deine Kultur registrierten Produkte übersichtlich angezeigt, sodass du Wirkstoffe für eine effektive Antiresistenzstrategie vergleichen kannst.

Was musst du bei der Applikationstechnik beachten, um Abdrift zu vermeiden?

Verwende abdriftmindernde Düsen und passe den Spritzdruck sowie die Fahrgeschwindigkeit an die Windverhältnisse an. Eine optimale Benetzung der gesamten Laubwand bzw. des Kartoffelkrauts ist entscheidend, weshalb du auf eine gleichmäßige Verteilung der Spritzbrühe achten solltest.