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OTHER · Gowan Crop Protection Limited

Emerald

BVL Zul.-Nr. 004329-60

Emerald ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid von Gowan Crop Protection Limited, das speziell für den Schutz von Zuckerrüben (BEAVA) und Weizen (TRZSS) gegen ein breites Spektrum wirtschaftlich bedeutender Pilzkrankheiten entwickelt wurde. Als flüssige Formulierung zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Verteilung auf der Blattoberfläche und eine schnelle systemische Aufnahme aus. Dies gewährleistet einen langanhaltenden Schutz der behandelten Kulturen auch unter wechselnden Witterungsbedingungen.

Das Wirkungsspektrum umfasst im Getreidebau essenzielle Schaderreger wie die Septoria-Blattdürre (Septoria tritici), Blatt- und Spelzenbräune (Septoria nodorum), Gelbrost (Puccinia striiformis), Braunrost (Puccinia recondita) sowie Echten Mehltau (Erysiphe graminis). In Zuckerrüben bietet Emerald einen verlässlichen Schutz gegen ertragsmindernde Blattkrankheiten wie Cercospora beticola, Ramularia-Blattflecken (Ramularia beticola) und Echten Mehltau (Erysiphe betae).

Durch seine kurativen und protektiven Eigenschaften sichert Emerald das Ertragspotenzial und die Qualität der Ernte. Die schnelle Wirkstoffaufnahme minimiert das Risiko von Abwaschungen durch Niederschläge kurz nach der Applikation und sorgt für eine langanhaltende Schutzwirkung direkt im Blattgewebe.

Wirkstoffe

Tetraconazole
100 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Emerald enthaltene Wirkstoff Tetraconazol gehört zur chemischen Klasse der Triazole und ist innerhalb der FRAC-Klassifizierung in die Gruppe 3 (Sterol-Biosynthese-Inhibitoren, SBI / DMI) eingeordnet. Tetraconazol hemmt die C14-Demethylase im Stoffwechselweg der Pilze, was die Biosynthese von Ergosterol blockiert. Ergosterol ist ein essenzieller Baustein für den Aufbau und die Funktion der pilzlichen Zellmembranen. Ohne intakte Zellmembranen wird das Wachstum der Pilzhyphen gestoppt, und der Schaderreger stirbt ab. Dank der ausgewogenen systemischen Eigenschaften verteilt sich der Wirkstoff nach der Aufnahme gleichmäßig akropetal (von unten nach oben) in der Kultur, wodurch auch neu zuwachsende Pflanzenteile effektiv geschützt werden.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei den Zielpathogenen vorzubeugen, sollte Emerald stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts eingesetzt werden. Da Tetraconazol der FRAC-Gruppe 3 angehört, ist es ratsam, dieses Pflanzenschutzmittel im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen (wie z. B. SDHIs/FRAC-Gruppe 7 oder Strobilurinen/FRAC-Gruppe 11) anzuwenden. Auch die Kombination mit Kontaktfungiziden in Tankmischungen kann das Resistenzrisiko, insbesondere bei kritischen Schaderreger-Populationen wie Cercospora beticola oder Septoria tritici, signifikant senken.

Mischbarkeit & Tankmischung

Emerald zeigt eine gute physikalische und biologische Verträglichkeit mit vielen gängigen Herbiziden, Insektiziden und Blattdüngern, die in den registrierten Kulturen eingesetzt werden. Bei der Erstellung von Tankmischungen wird empfohlen, stets die Mischreihenfolge einzuhalten und vorab eine kleine Probemischung (Kübeltest) durchzuführen. Die Zugabe von zugelassenen Adjuvantien kann die Benetzung und Wirkstoffaufnahme auf wachsartigen Blattoberflächen (wie bei Zuckerrüben) optimieren. Es sollte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine Applikation bei moderaten Temperaturen (unter 25 °C) geachtet werden, um Spritzschäden zu vermeiden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Emerald sind die gesetzlich vorgeschriebenen persönlichen Schutzmaßnahmen (PSA) wie Schutzanzug, Schutzhandschuhe und Augenschutz strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen müssen die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen (z. B. Abdriftminderungsklassen) beachtet werden. Das Produkt ist hinsichtlich seiner Toxizität für Bienen und andere Nützlinge gemäß den nationalen Zulassungsbestimmungen eingestuft; dennoch sollte eine Anwendung außerhalb des Bienenflugs am Abend bevorzugt werden, um jegliche Risiken zu minimieren.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ZuckerrübeEchter Mehltau (Erysiphe betae)0–491 LITER_PER_HECTARE28T
WeizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
ZuckerrübeCercospora beticola0–491 LITER_PER_HECTARE28T
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
ZuckerrübeRamularia-Blattflecken (Ramularia beticola)0–491 LITER_PER_HECTARE28T
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
WeizenBlatt- und Spelzenbräune (Septoria nodorum)25–611.25 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Anwendungszeitpunkt für Emerald in Zuckerrüben zur Bekämpfung von Cercospora?

Die Behandlung sollte beim ersten Auftreten von Symptomen (erste Blattflecken) bzw. bei Überschreiten der regionalen Schadensschwellen erfolgen. Ein frühzeitiger Einsatz sichert die Kultur ab, bevor sich die Infektion epidemisch im Bestand ausbreitet.

Kann Emerald auch bei kühlen Frühjahrstemperaturen im Weizen eingesetzt werden?

Ja, Tetraconazol besitzt eine gute Temperaturstabilität und wirkt auch bei moderat kühlen Temperaturen im Frühjahr zuverlässig. Für eine optimale systemische Verteilung in der Kultur sind jedoch wüchsige Bedingungen und Temperaturen über 8–10 °C vorteilhaft.

Wie wirkt sich die systemische Eigenschaft von Emerald auf den Regenschutz aus?

Aufgrund der schnellen Penetration des Wirkstoffs in das Blattgewebe ist Emerald bereits kurze Zeit nach der Applikation (in der Regel nach ca. 1 bis 2 Stunden, sobald der Spritzbelag angetrocknet ist) regenfest.

Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium bei der Anwendung von Emerald im Weizen?

Die Zulassung erstreckt sich bis zum Beginn der Blüte (BBCH 61). Ein Einsatz in den sensiblen Stadien des Schossens bis zum Ährenschieben schützt die ertragsbildenden oberen Laubblätter (F- und F-1-Blatt) sowie die Ähre vor Septoria- und Rostinfektionen.

Warum ist der Wirkstoffwechsel bei der Bekämpfung von Cercospora beticola so wichtig?

Cercospora beticola neigt stark zur Ausbildung von Resistenzen gegenüber Triazolen (FRAC 3). Durch den gezielten Wechsel mit anderen Wirkstoffklassen oder die Kombination mit Kontaktwirkstoffen wird die Selektion resistenter Pilzstämme verhindert und die langfristige Wirksamkeit von Emerald gesichert.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meine Kultur?

Nutzen Sie die Filterfunktionen auf agronomy.farmable.tech, um gezielt nach Ihrer Kultur (z. B. Zuckerrübe oder Weizen) und dem spezifischen Schaderreger zu filtern. Dort erhalten Sie eine aktuelle Übersicht aller in Deutschland zugelassenen Pflanzenschutzmittel inklusive deren Auflagen.