Alle Mittel
OTHER · SIPCAM OXON S. P. A.

ERCOLE

BVL Zul.-Nr. 008986-00

ERCOLE ist ein hochspezialisiertes Bodeninsektizid in Form eines Mikrogranulats, das gezielt für den Schutz junger Kulturen vor bodenlebenden Schaderregern entwickelt wurde. Mit seiner Zulassung in Deutschland (BVL-Registernummer 008986-00) bietet das Pflanzenschutzmittel eine effektive Lösung für den Einsatz in wichtigen landwirtschaftlichen Kulturen wie Mais (ZEAMX) und Kartoffeln (SOLTU). Die Formulierung als Mikrogranulat ermöglicht eine präzise und verlustfreie Ausbringung direkt in die Saatfurche oder Legerille während des Pflanz- oder Säprozesses.

Der Fokus dieses Pflanzenschutzmittels liegt auf der Abwehr von Drahtwürmern (den Larven des Schnellkäfers), die insbesondere in der frühen Entwicklungsphase der Kulturen erhebliche Schäden durch Lochfraß an Keimlingen und Knollen verursachen können. Durch die gezielte Platzierung im Boden wird ein schützender Wirkstoffhof um das Saatgut bzw. die Mutterknolle aufgebaut, der die jungen Pflanzen in ihrer empfindlichsten Wachstumsphase zuverlässig absichert.

Wirkstoffe

lambda-Cyhalothrin
4 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in ERCOLE enthaltene Wirkstoff lambda-Cyhalothrin gehört zur chemischen Gruppe der Pyrethroide (IRAC-Gruppe 3A). Er wirkt als starkes Kontakt- und Fraßgift auf das Nervensystem der Schaderreger. Durch die Blockade der Natriumkanäle in den Nervenmembranen wird die Reizleitung der Insekten dauerhaft gestört, was zu einer schnellen Übererregung, Lähmung und schließlich zum Absterben der Drahtwurmlarven führt. Neben der direkten Knock-down-Wirkung besitzt der Wirkstoff eine ausgeprägte Repellent-Wirkung (Schreckwirkung). Diese sorgt dafür, dass Schaderreger den behandelten Bodenbereich meiden, wodurch der Fraßdruck auf die Wurzeln und Knollen der Kultur zusätzlich minimiert wird. Da lambda-Cyhalothrin eine sehr geringe Wasserlöslichkeit aufweist, verbleibt der Wirkstoff stabil in der Applikationszone und bietet einen langanhaltenden Schutz.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzbildung gegen Pyrethroide (IRAC-Gruppe 3A) zu minimieren, sollte die Anwendung von ERCOLE stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept eingebunden werden. Da das Mittel als Bodenanwendung beim Legen oder Säen ausgebracht wird, empfiehlt es sich, bei eventuell notwendigen späteren Blattbehandlungen gegen andere Schädlinge in derselben Saison auf Wirkstoffe aus anderen IRAC-Klassen auszuweichen. Zudem sollten pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine weite Fruchtfolge und eine gezielte Bodenbearbeitung zur Reduzierung des Drahtwurmdrucks kombiniert werden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Da ERCOLE als Mikrogranulat formuliert ist und mit speziellen Granulatstreuern direkt bei der Aussaat oder dem Legen ausgebracht wird, ist eine klassische Tankmischung in der Spritze nicht relevant. Eine physikalische Co-Applikation mit mikrogranulierten Starterdüngern oder anderen zugelassenen Bodenhilfsstoffen ist jedoch möglich. Hierbei ist unbedingt darauf zu achten, dass die Dosiergeräte exakt kalibriert sind, um eine Entmischung der unterschiedlichen Granulatkorngrößen im Vorratsbehälter zu verhindern und eine gleichmäßige Aufwandmenge zu garantieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit ERCOLE ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (insbesondere Schutzhandschuhe und Staubschutzmaske beim Befüllen des Granulatstreuers) erforderlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da der Wirkstoff lambda-Cyhalothrin hochtoxisch für aquatische Organismen und nützliche Bodenarthropoden ist, muss eine vollständige Einarbeitung des Granulats in den Boden sichergestellt sein. Ein Offenliegen des Mittels auf dem Vorgewende ist durch rechtzeitiges Abschalten des Streuers zu verhindern, um Vögel und Säugetiere vor einer unbeabsichtigten Aufnahme zu schützen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
MaisSchnellkäfer (Drahtwurm)15 KILOGRAM_PER_HECTARE
KartoffelSchnellkäfer (Drahtwurm)0–9915 KILOGRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von ERCOLE im Mais- und Kartoffelanbau?

Die Anwendung erfolgt ausschließlich als Reihenbehandlung direkt bei der Aussaat des Maises oder beim Legen der Kartoffeln (BBCH-Stadium 00). Das Mikrogranulat muss mithilfe eines am Sägerät oder der Legemaschine montierten Granulatstreuers direkt in die geöffnete Saatfurche bzw. Legerille eingebracht und anschließend vollständig mit Erde bedeckt werden.

Welchen Einfluss hat die Bodenfeuchtigkeit auf die Wirkung des Mikrogranulats?

Eine normale Bodenfeuchtigkeit ist ideal, da sie die Freisetzung des Wirkstoffs lambda-Cyhalothrin aus dem Trägergranulat unterstützt und so eine gleichmäßige Schutzzone im Boden etabliert. Bei extremer Trockenheit kann die Wirkung verzögert einsetzen, während extrem nasse Bedingungen oder Staunässe die physikalische Stabilität der Schutzzone beeinträchtigen können.

Welche Entwicklungsstadien des Drahtwurms werden durch ERCOLE erfasst?

ERCOLE erfasst die aktiven Larvenstadien (Drahtwürmer) der Schnellkäfer, die sich im Frühjahr bei steigenden Bodentemperaturen in die oberen Bodenschichten bewegen, um an den Wurzeln und Keimlingen zu fressen. Eier oder tief im Boden ruhende Puppenstadien werden durch die oberflächennahe Granulatbarriere nicht direkt bekämpft.

Was muss bei der Kalibrierung des Granulatstreuers für ERCOLE beachtet werden?

Da es sich um ein feines Mikrogranulat handelt, muss der Granulatstreuer vor dem Einsatz exakt auf das spezifische Schüttgewicht von ERCOLE eingestellt werden. Verwenden Sie die vom Gerätehersteller bereitgestellten Streutabellen und führen Sie unbedingt eine Abdrehprobe durch, um Unter- oder Überdosierungen in der Furche zu vermeiden.

Wie lässt sich ERCOLE in eine langfristige Strategie gegen Drahtwürmer integrieren?

Da Drahtwürmer einen mehrjährigen Entwicklungszyklus im Boden durchlaufen, sollte ERCOLE als Baustein eines integrierten Pflanzenschutzes genutzt werden. Kombinieren Sie den Einsatz mit mechanischer Bodenbearbeitung im Sommer (um Puppen und Eier freizulegen) und einer gezielten Unkrautbekämpfung (Entzug von Nahrungsquellen), um den Populationsdruck nachhaltig zu senken.

Gibt es Einschränkungen bezüglich der Folgekulturen nach dem Einsatz von ERCOLE?

Da der Wirkstoff lambda-Cyhalothrin im Boden stark an Bodenpartikel gebunden wird und sich nicht systemisch in der Pflanze verteilt, bestehen bei normalem Kulturverlauf und üblicher Fruchtfolge keine Einschränkungen für den Nachbau von Folgekulturen im nächsten Anbaujahr.