ERGON
ERGON ist ein hochkonzentriertes, selektives Herbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern in wichtigen Getreidekulturen. Registriert für den Einsatz in Wintergerste, Winterweichweizen und Sommerweichweizen, bietet das Produkt eine hervorragende Flexibilität im Frühjahr. Es ist als wasserdispergierbares Granulat (WG) formuliert, was eine einfache Dosierung, staubfreie Handhabung und schnelle Löslichkeit im Spritztank garantiert.
Das Pflanzenschutzmittel kombiniert die beiden hochaktiven Sulfonylharnstoffe Metsulfuron und Thifensulfuron. Diese Kombination sorgt für ein breites Wirkungsspektrum, das selbst schwer bekämpfbare Unkräuter im Nachauflauf sicher erfasst. Dank der geringen Aufwandmenge je Hektar ist ERGON äußerst materialschonend und effizient in Logistik und Lagerung.
Die Anwendung erfolgt im Frühjahr ab dem 2-Blatt-Stadium bis zum Erscheinen des letzten Blattes (BBCH 12–39). ERGON wird schnell über die Blätter der Schaderreger aufgenommen und im Saftstrom verteilt, wodurch das Unkrautwachstum unmittelbar gestoppt wird. Dies sichert deinen Kulturen frühzeitig Licht, Wasser und Nährstoffe für eine ungestörte Ertragsbildung.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
ERGON basiert auf einer synergistischen Kombination aus Metsulfuron und Thifensulfuron. Beide Wirkstoffe gehören zur chemischen Familie der Sulfonylharnstoffe und sind in die HRAC-Gruppe 2 (früher Gruppe B) eingestuft. Sie wirken als selektive, systemische Herbizide, die hauptsächlich über das Blatt und in geringerem Maße über die Wurzeln der Unkräuter aufgenommen und rasch in der Pflanze transportiert werden. Der biochemische Wirkungsmechanismus beruht auf der gezielten Hemmung des Enzyms Acetolactat-Synthase (ALS). Dieses Enzym ist für die Biosynthese der essenziellen, verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin verantwortlich. Durch die Blockade der ALS wird die Proteinbiosynthese unterbrochen, was zu einem sofortigen Wachstumsstopp der betroffenen Unkräuter führt. Die empfindlichen Pflanzen sterben schließlich aufgrund des Mangels an lebenswichtigen Bausteinen ab.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen bei einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern vorzubeugen, solltest du ERGON stets in ein integriertes Unkrautmanagement einbinden. Da beide Wirkstoffe ALS-Inhibitoren (HRAC-Gruppe 2) sind, ist ein konsequenter Wirkstoffwechsel zwingend erforderlich. Verwende ERGON im Rahmen der Fruchtfolge im Wechsel mit Herbiziden, die über andere Wirkmechanismen verfügen, wie beispielsweise synthetische Auxine (HRAC-Gruppe 4) oder Bodenherbizide. Vermeide die wiederholte Anwendung von ALS-Hemmern auf derselben Fläche innerhalb einer Saison.
Mischbarkeit & Tankmischung
ERGON zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit vielen gängigen Fungiziden, Insektiziden und flüssigen Blattdüngern aus. Bei Mischungen mit flüssigen Stickstoffdüngern (wie AHL) ist darauf zu achten, dass die Kultur eine stabile Wachsschicht aufweist, um Blattschäden zu vermeiden. Löse ERGON immer als erste Komponente vollständig im Spritztank auf, bevor du weitere Mischpartner oder Formulierungshilfsstoffe hinzugibst. Vermeide Mischungen mit Gräserherbiziden, wenn ein Antagonismus bekannt ist, und führe im Zweifel vorab eine Mischprobe durch.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit ERGON ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen bei der Handhabung des Konzentrats, erforderlich. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielpflanzen in angrenzenden Biotopen müssen die Abdriftminderungsauflagen strikt eingehalten und driftreduzierende Düsen verwendet werden. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern Anwendungen auf blühende Bestände oder Bereiche, in denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vermeiden und die Behandlung bevorzugt in die späten Abendstunden verlegen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Sommergerste | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–39 | 60 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 12–39 | 70 GRAM_PER_HECTARE | — |
| Sommerweichweizen | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–39 | 60 GRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit ERGON im Frühjahr?
Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im frühen Frühjahr, sobald die Unkräuter aufgelaufen sind und sich im aktiven Wachstum befinden (idealerweise im 2- bis 4-Blatt-Stadium). Obwohl das Pflanzenschutzmittel flexibel im BBCH-Stadium 12 bis 39 eingesetzt werden kann, erzielt eine frühe Behandlung die beste Wirkung, da die Konkurrenz für deine Kultur frühzeitig ausgeschaltet wird.
Wie schnell stoppt ERGON das Wachstum der Unkräuter auf meinem Feld?
Das Wachstum empfindlicher Schaderreger stoppt bereits wenige Stunden nach der Anwendung, da die Zellteilung sofort blockiert wird. Es kann jedoch je nach Witterung 1 bis 3 Wochen dauern, bis sichtbare Symptome wie Vergilbungen (Chlorosen) oder rote Verfärbungen an den Vegetationspunkten auftreten und die Unkräuter vollständig absterben.
Was muss ich bei der Fruchtfolge und dem Nachbau nach dem Einsatz von ERGON beachten?
Da die enthaltenen Wirkstoffe im Boden mikrobiell abgebaut werden, solltest du die in der Gebrauchsanleitung angegebenen Nachbaufristen genau einhalten. Nach einer normalen Ernte im Herbst können in der Regel Wintergetreide und Winterraps problemlos gesät werden. Bei einem vorzeitigen Umbruch der Kultur ist ein tiefes Pflügen sowie die Rücksprache mit der Fachberatung zu empfehlen.
Kann ich ERGON auch bei kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr spritzen?
Ja, eine Anwendung ist auch bei kühleren Temperaturen möglich, solange die Unkräuter aktiv assimilieren und kein Frost droht. Bei warmer, wüchsiger Witterung mit ausreichender Luftfeuchtigkeit wird die Aufnahme über das Blatt jedoch deutlich beschleunigt, was zu einem schnelleren Absterben der Unkräuter führt.
Wie vermeide ich am besten Resistenzen bei der Bekämpfung von Unkräutern mit ERGON?
Da ERGON zwei Wirkstoffe aus der Gruppe der ALS-Hemmer (HRAC-Gruppe 2) enthält, besteht bei einseitiger Nutzung ein Risiko für Resistenzbildungen (z. B. bei Vogelmiere oder Windhalm). Du solltest dieses Pflanzenschutzmittel daher unbedingt im Wechsel oder in Tankmischung mit Herbiziden aus anderen HRAC-Klassen (wie z. B. Wuchsstoffen oder Bodenherbiziden) einsetzen und mechanische Maßnahmen integrieren.
Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Produkte für meine Kulturen?
Du kannst in unserem Hub gezielt nach der Schaderreger-Gruppe 'Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter' filtern und diese mit deinen angebauten Kulturen wie Wintergerste oder Weizen kombinieren. So erhältst du eine vollständige Übersicht aller in Deutschland registrierten Pflanzenschutzmittel und kannst Wirkstoffe für eine optimale Rotationsstrategie vergleichen.