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OTHER · ADAMA Deutschland GmbH

Ethosat 500

BVL Zul.-Nr. 00A818-00

Ethosat 500 von ADAMA ist ein bewährtes, flüssiges Herbizid (Suspensionskonzentrat, SC) zur gezielten Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern in Rübenkulturen. Durch den enthaltenen Wirkstoff Ethofumesat bietet dieses Pflanzenschutzmittel eine hervorragende Kombination aus Boden- und Blattwirkung, die insbesondere im frühen Nachauflaufverfahren ihre Stärken ausspielt.

Das Wirkungsspektrum erstreckt sich auf wirtschaftlich bedeutende Schaderreger wie das Kletten-Labkraut und die Vogel-Sternmiere. Dank seiner flexiblen Formulierung lässt sich Ethosat 500 hervorragend in moderne Spritzfolgen integrieren, um Rübenbestände von Anfang an unkrautfrei zu halten und die ungestörte Jugendentwicklung der Kulturen zu sichern.

Wirkstoffe

Ethofumesat
500 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Ethofumesat gehört zur HRAC-Gruppe 15 (ehemals Gruppe N) und wirkt als Hemmstoff der Lipidbiosynthese, genauer gesagt der Synthese von Fettsäuren mit sehr langer Kette (VLCFA). Er wird sowohl über die Wurzeln und Hypokotyle keimender Unkräuter als auch über die Blätter bereits aufgelaufener Schaderreger aufgenommen. Nach der Aufnahme blockiert der Wirkstoff die Zellteilung und die Ausbildung der schützenden Wachsschicht (Kutikula) der Unkräuter. Dies führt zu einer stark gestörten Transpirationskontrolle, Wachstumshemmung und letztlich zum Absterben der empfindlichen Unkrautarten, noch bevor sie in Konkurrenz mit der Kultur treten können.

Resistenzmanagement

Zur Vermeidung von Resistenzbildungen sollte Ethosat 500 stets im Rahmen eines integrierten Unkrautbekämpfungskonzepts eingesetzt werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wechsel oder die Kombination mit Herbiziden anderer HRAC-Wirkstoffklassen in der Spritzfolge. Da Ethofumesat einen spezifischen Wirkungsmechanismus besitzt, stellt es einen unverzichtbaren Baustein dar, um den Selektionsdruck auf andere Wirkstoffklassen zu minimieren und die langfristige Wirksamkeit der Rübenherbizide zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Ethosat 500 zeichnet sich durch eine hervorragende Mischbarkeit mit anderen rübenspezifischen Herbiziden sowie gängigen Formulierungshilfsstoffen (wie z. B. herkömmlichen Ölen) aus. Bei Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wassermenge von mindestens 200 l/ha und eine gleichmäßige Benetzung zu achten. Die Anwendung sollte vorzugsweise in den kühleren Morgen- oder Abendstunden erfolgen, um die Kulturverträglichkeit zu maximieren und Abdriftrisiken zu minimieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Ethosat 500 ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) strikt zu tragen. Das Pflanzenschutzmittel ist als gewässergefährdend eingestuft, weshalb die gesetzlichen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und die entsprechenden Abdriftminderungsklassen genauestens einzuhalten sind. Zum Schutz von Nichtzielorganismen ist eine sachgerechte Anwendung gemäß den BVL-Anwendungsbestimmungen erforderlich; bei bestimmungsgemäßer Anwendung ist das Mittel als bienenungefährlich eingestuft.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ZuckerrübeKletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere10–180.66 LITER_PER_HECTARE
FutterrübeKletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere10–180.6 LITER_PER_HECTARE
ZuckerrübeKletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere10–180.6 LITER_PER_HECTARE
FutterrübeKletten-Labkraut, Vogel-Sternmiere10–180.66 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung mit Ethosat 500 im Rübenanbau?

Die Behandlung erfolgt im frühen Nachauflauf der Kulturen (Zuckerrübe, Futterrübe) in den BBCH-Stadien 10 bis 18. Der beste Bekämpfungserfolg wird erzielt, wenn sich die Zielunkräuter noch im Keimblatt- bis frühen Laubblattstadium befinden und der Boden ausreichend feucht ist.

Warum ist die Bodenfeuchtigkeit für die Wirkung von Ethosat 500 so wichtig?

Ethofumesat wird zu einem erheblichen Teil über die Wurzeln keimender Unkräuter aufgenommen. Ausreichende Bodenfeuchtigkeit sorgt dafür, dass der Wirkstoff im Boden gelöst bleibt und von den Unkrautwurzeln aktiv aufgenommen werden kann. Bei extremer Trockenheit kann die Bodenwirkung verzögert eintreffen.

Kann Ethosat 500 in Splitting-Verfahren eingesetzt werden?

Ja, im Rübenanbau ist das Splitting-Verfahren mit mehreren aufeinanderfolgenden Behandlungen und reduzierten Aufwandmengen Standard. Ethosat 500 eignet sich hervorragend für diese Strategie, um neu auflaufende Unkrautwellen kontinuierlich zu erfassen, solange die registrierte Gesamtaufwandmenge pro Saison eingehalten wird.

Welche Rolle spielt Ethosat 500 im Resistenzmanagement bei Rübenherbiziden?

Als Vertreter der HRAC-Gruppe 15 bietet Ethofumesat einen anderen Wirkungsmechanismus als beispielsweise ALS-Hemmer oder klassische Photosynthese-Hemmer. Durch den Einsatz in Tankmischungen oder Spritzfolgen wird verhindert, dass Unkräuter wie die Vogel-Sternmiere Resistenzen gegen eine einzelne Wirkstoffgruppe entwickeln.

Was muss bezüglich der Nachbaufristen nach dem Einsatz von Ethosat 500 beachtet werden?

Nach dem regulären Anbau von Rüben, die mit Ethosat 500 behandelt wurden, können im Rahmen der normalen Fruchtfolge übliche Folgekulturen angebaut werden. Bei einem vorzeitigen Umbruch der Kultur ist eine tiefe Bodenbearbeitung (Pflügen) ratsam, um eventuelle Wirkstoffrückstände im Oberboden zu verdünnen und die Keimung der Folgekultur nicht zu beeinträchtigen.

Wie beeinflussen niedrige Temperaturen die Verträglichkeit und Wirkung des Mittels?

Ethosat 500 ist auch bei kühleren Frühjahrstemperaturen gut verträglich für die Rübenkulturen. Allerdings verlangsamt sich bei niedrigen Temperaturen der Stoffwechsel der Unkräuter, wodurch der sichtbare Wirkungseintritt verzögert sein kann. Frostereignisse unmittelbar vor oder nach der Spritzung sollten vermieden werden, um Stress für die Kultur zu minimieren.