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Sonstige · Life Scientific Limited

FADE

BVL Zul.-Nr. 00A083-00

FADE ist ein hochwirksames Bodenherbizid zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern und wichtigen Ungräsern in ausgewählten landwirtschaftlichen Kulturen wie Kartoffeln, Wintergerste und Winterweichweizen. Als Emulsionskonzentrat (EC) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Verteilung auf der Bodenoberfläche aus und bildet einen stabilen Herbizidfilm, der auflaufende Schaderreger zuverlässig erfasst.

Der Wirkstoff Prosulfocarb sorgt für eine breite und nachhaltige Wirkung im Vorauflauf sowie im frühen Nachauflauf (BBCH 00 bis 12). Zu den Hauptzielorganismen gehören schwer bekämpfbare Ungräser wie der Acker-Fuchsschwanz, der Gemeine Windhalm und das Einjährige Rispengras sowie wichtige zweikeimblättrige Unkräuter wie die Vogel-Sternmiere und verschiedene Ehrenpreis-Arten.

Durch seine flexible Anwendung im Herbst im Getreide oder im Frühjahr nach dem Dammaufbau in Kartoffeln sichert FADE den Kulturen einen unkrautfreien Start und minimiert die frühe Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe. Es ist ein unverzichtbarer Baustein in modernen Ackerbaustrategien zur Absicherung des Ertragspotenzials.

Wirkstoffe

Prosulfocarb
800 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in FADE enthaltene Wirkstoff Prosulfocarb gehört zur chemischen Gruppe der Thiocarbamate und ist im HRAC-System der Gruppe 15 (ehemals Gruppe N) zugeordnet. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der Synthese von sehr langkettigen Fettsäuren (VLCFAs), was die Zellteilung und das Streckungswachstum der empfindlichen Schaderreger blockiert. Die Aufnahme erfolgt primär über das Hypokotyl, die Koleoptile und die Wurzeln der keimenden Unkräuter und Ungräser. Nach der Aufnahme wird der Wirkstoff in die aktiv wachsenden Gewebe transportiert, wo er die Ausbildung der kutikulären Wachsschicht stört. Dies führt dazu, dass die betroffenen Keimlinge bereits vor dem Auflaufen oder kurz nach dem Durchstoßen der Bodenoberfläche absterben.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere bei Problemgräsern wie dem Acker-Fuchsschwanz, wirksam vorzubeugen, solltest du FADE stets in ein integriertes Herbizidmanagement einbinden. Da Prosulfocarb (HRAC-Gruppe 15) einen anderen Wirkungsmechanismus als klassische ALS-Hemmer (Gruppe 2) oder ACCase-Hemmer (Gruppe 1) besitzt, eignet sich das Pflanzenschutzmittel hervorragend für den Wirkstoffwechsel. Kombiniere oder rotiere FADE mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen und nutze pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine vielseitige Fruchtfolge und eine gezielte Bodenbearbeitung, um den Selektionsdruck nachhaltig zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

FADE zeigt sich in der Praxis als sehr gut mischbar mit vielen gängigen Vorauflaufherbiziden und Bodenpartnern, was eine gezielte Erweiterung des Wirkungsspektrums ermöglicht. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du stets auf eine ausreichende Wassermenge (mindestens 200 bis 400 l/ha) achten, um eine gleichmäßige Benetzung des Bodens zu garantieren. Vermeide Mischungen bei extremen Wetterbedingungen wie Frost oder starker Hitze. Es wird dringend empfohlen, vor der großflächigen Anwendung eine physikalische Mischprobe im Spritztank durchzuführen, um die Kompatibilität der spezifischen Mischpartner abzusichern.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit FADE ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, für den Anwender obligatorisch. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern und Nützlingen vorsorglich auf Anwendungen in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, verzichten; behandle bevorzugt in den abendlichen Stunden nach dem täglichen Bienenflug. Um Einträge in Oberflächengewässer und angrenzende Biotope zu vermeiden, sind Abdriften strikt zu minimieren und die allgemeinen Gewässerschutzauflagen sowie Abstandsregelungen sorgfältig einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KartoffelEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
WintergersteVogel-Sternmiere, Ehrenpreis-Arten, Gemeiner Windhalm10–123 LITER_PER_HECTARE
WintergersteAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm0–95 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenVogel-Sternmiere, Ehrenpreis-Arten, Gemeiner Windhalm10–123 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenAcker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm0–95 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von FADE in Kartoffeln?

In Kartoffeln solltest du FADE im Vorauflauf nach dem letzten Dammaufbau (Dammlegen) anwenden. Wichtig ist, dass die Dämme bereits gut abgesetzt und stabil sind, damit sich ein geschlossener Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche bilden kann, bevor die Kartoffeln auflaufen.

Welche Bodenbedingungen sind für eine optimale Wirkung von FADE erforderlich?

Für eine optimale Wirkung benötigt FADE ein feuchtes, feinkrümeliges Saatbett ohne grobe Klumpen. Die Bodenfeuchtigkeit ist entscheidend, damit der Wirkstoff Prosulfocarb gelöst und von den keimenden Unkräutern über die Wurzeln und Koleoptilen effizient aufgenommen werden kann. Auf sehr trockenen Böden kann die Wirkung verzögert sein.

Kann ich FADE auch im Nachauflauf von Getreide anwenden?

Ja, in Wintergerste und Winterweichweizen ist eine Anwendung im frühen Nachauflauf bis zum BBCH-Stadium 12 (2-Blatt-Stadium) zugelassen. Achte jedoch darauf, dass die Ungräser und Unkräuter zum Zeitpunkt der Behandlung noch sehr klein sind (Keimblatt- bis maximal 1-Blatt-Stadium), da die Wirkung primär über den Boden erfolgt.

Wie verhält sich FADE bei starker Sonneneinstrahlung und hohen Temperaturen?

Prosulfocarb ist flüchtig und kann bei hohen Temperaturen und intensiver Sonneneinstrahlung schneller verdunsten. Du solltest die Anwendung daher idealerweise in den kühleren Morgen- oder Abendstunden durchführen und windige Bedingungen vermeiden, um Wirkstoffverluste durch Verflüchtigung und Abdrift zu minimieren.

Warum ist FADE ein wichtiger Baustein im Resistenzmanagement gegen Acker-Fuchsschwanz?

Da FADE zur HRAC-Gruppe 15 gehört, wirkt es über die Hemmung der Fettsäuresynthese. Dieser Mechanismus unterscheidet sich grundlegend von den häufig genutzten blattaktiven Herbiziden (wie ALS- oder ACCase-Hemmern). Durch den Einsatz von FADE im Vorauflauf brichst du potenzielle Resistenzzyklen auf und entlastest nachfolgende Behandlungen.

Was muss ich bei der Wasseraufwandmenge und Düsenauswahl beachten?

Verwende für die Ausbringung von FADE grobtropfige, abdriftmindernde Düsen, um eine gleichmäßige Verteilung auf dem Boden zu gewährleisten und Abdrift zu vermeiden. Eine Wasseraufwandmenge von 200 bis 400 l/ha wird empfohlen, um den Boden ausreichend zu benetzen und den Herbizidfilm stabil zu etablieren.