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Sonstige · Corteva Agriscience Germany GmbH

FALKON

BVL Zul.-Nr. 026330-00

Falkon ist ein leistungsstarkes Herbizid für den Einsatz im Herbst, das speziell für den Schutz von Wintergetreidekulturen wie Winterweichweizen, Wintergerste, Winterroggen und Wintertriticale entwickelt wurde. Als flüssige Formulierung kombiniert dieses Pflanzenschutzmittel zwei bewährte Wirkstoffe, um ein breites Spektrum an einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern sowie den Gemeinen Windhalm effektiv zu bekämpfen. Durch die Kombination von Boden- und Blattwirkung bietet es eine zuverlässige Dauerwirkung, die auch nachlaufende Unkrautwellen im herbstlichen Getreidebau unterdrückt.

Die Stärke von Falkon liegt in seiner Flexibilität und der ausgeprägten Synergie seiner Komponenten. Es sichert den Kulturen einen unkrautfreien Start in die Vegetationsperiode und minimiert die Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe in der kritischen frühen Entwicklungsphase. Damit etabliert sich das Produkt als ein wichtiger Baustein im modernen, integrierten Ackerbau zur Absicherung hoher Ertragspotenziale.

Wirkstoffe

Diflufenican
100 g/L · Wirkstoff
Penoxsulam
15 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die hervorragende Wirksamkeit von Falkon beruht auf dem Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkungsmechanismen. Der Wirkstoff Diflufenican gehört zur HRAC-Gruppe 12 (F1) und blockiert die Phytoen-Desaturase (PDS), ein Schlüsselenzym bei der Biosynthese von Carotinoiden. Ohne diese Schutzpigmente wird das Chlorophyll durch Sonnenlicht zerstört, was zu den charakteristischen Bleichsymptomen (Weißfärbung) und dem anschließenden Absterben der empfindlichen Unkräuter führt. Diflufenican wirkt primär über den Boden und bildet einen stabilen Spritzfilm auf der Bodenoberfläche, der auflaufende Schaderreger beim Durchstoßen erfasst. Ergänzt wird dies durch Penoxsulam, einen Wirkstoff aus der HRAC-Gruppe 2 (B). Penoxsulam ist ein Acetolactat-Synthase-Inhibitor (ALS-Hemmer), der die Synthese essenzieller Aminosäuren (Valin, Leucin und Isoleucin) in der Pflanze blockiert. Dieser Wirkstoff wird sowohl über die Blätter als auch über die Wurzeln aufgenommen und rasch in der Pflanze transportiert, was zu einem sofortigen Wachstumsstopp der Unkräuter führt. Die Kombination beider Wirkstoffe sorgt für eine umfassende Erfassung bereits aufgelaufener sowie keimender Unkräuter und Gräser.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere beim Gemeinen Windhalm, wirksam vorzubeugen, solltest du Falkon im Rahmen einer vorausschauenden Fruchtfolge- und Wirkstoffstrategie einsetzen. Da das Produkt zwei unterschiedliche HRAC-Klassen (Gruppe 12 und Gruppe 2) kombiniert, bietet es bereits ein integriertes Antiresistenzmanagement. Dennoch ist es ratsam, in der gesamten Fruchtfolge einen regelmäßigen Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen durchzuführen und mechanische Maßnahmen zur Unkrautregulierung einzubeziehen, um den Selektionsdruck auf einzelne Wirkstoffgruppen dauerhaft zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Falkon zeichnet sich durch eine gute physikalische Mischbarkeit mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln aus, die im herbstlichen Getreidebau eingesetzt werden, wie etwa ausgewählten Insektiziden zur Vektorenbekämpfung. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine gleichmäßige Benetzung achten. Es wird empfohlen, die Spritze zunächst zu zwei Dritteln mit Wasser zu füllen, Falkon unter ständigem Rühren als erste Komponente beizugeben und eventuelle Mischungspartner erst nach vollständiger Verteilung hinzuzufügen. Vermeide Mischungen unter extremen Witterungsbedingungen wie Frost oder starker Sonneneinstrahlung, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Falkon ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, während der Anmischung und Anwendung obligatorisch. Da keine spezifische Bienengefährdungsklassifizierung vorliegt, solltest du aus Gründen des vorsorgenden Umweltschutzes Anwendungen auf blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, strikt vermeiden und die Behandlung vorzugsweise in den späten Abendstunden durchführen. Achte zudem penibel darauf, Abdrift auf angrenzende Saumbiotope und Oberflächengewässer zu verhindern, um aquatische Organismen und die lokale Biodiversität zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterroggenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm10–291 LITER_PER_HECTARE
WintergersteEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm10–291 LITER_PER_HECTARE
WinterweichweizenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm10–291 LITER_PER_HECTARE
WintertriticaleEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm10–291 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Falkon im Herbst?

Der beste Behandlungszeitpunkt liegt im frühen Nachauflauf der Kulturen (ab BBCH-Stadium 10 bis BBCH-Stadium 29), wenn die Unkräuter und der Gemeine Windhalm gerade auflaufen und sich im empfindlichen Keimblatt- bis frühen Laubblattstadium befinden. Eine Anwendung auf feuchten Boden begünstigt die Ausbildung des Herbizidfilms und optimiert die Bodenwirkung von Diflufenican.

Wie verhält sich Falkon bei trockenem Wetter während der Applikation?

Während die Blattwirkung von Penoxsulam auch bei trockeneren Bedingungen einsetzt, benötigt die Bodenkomponente Diflufenican für eine optimale Entfaltung ihrer Dauerwirkung eine gewisse Bodenfeuchtigkeit. Bei anhaltender Trockenheit kann die Wirkung auf nachkeimende Unkräuter verzögert sein; plane deine Behandlung daher idealerweise vor angekündigten Niederschlägen ein.

Kann ich Falkon in allen Wintergetreidearten einsetzen?

Falkon ist für den Einsatz in Winterweichweizen, Wintergerste, Winterroggen und Wintertriticale zugelassen. Achte darauf, das Produkt nicht in Sommergetreide oder anderen, nicht ausdrücklich genehmigten Kulturen anzuwenden, da hierfür keine Verträglichkeitsnachweise vorliegen.

Welche Rolle spielt die Bodenbeschaffenheit für die Wirkung von Falkon?

Da ein Teil der Wirkung über den Boden erzielt wird, ist ein feinkrümeliges, gut abgesetztes Saatbett ohne grobe Klumpen oder hohe Mengen an organischen Rückständen (wie Stroh) ideal. Dies stellt sicher, dass sich der Herbizidfilm gleichmäßig auf der Bodenoberfläche absetzen kann und keine ungeschützten Zonen entstehen.

Wie kann ich im Folgejahr eine sichere Nachbaufolge gewährleisten?

Nach dem herbstlichen Einsatz von Falkon und dem normalen Vegetationsverlauf im Winter und Frühjahr können im Rahmen der üblichen Fruchtfolge alle gängigen Kulturen nachgebaut werden. Sollte es zu einem vorzeitigen Umbruch der Kultur kommen, sind die spezifischen Vorgaben zur Bodenbearbeitung (wie z. B. tiefes Pflügen) zu beachten, um empfindliche Folgekulturen vor Wirkstoffresten im Boden zu schützen.

Warum ist die Kombination aus Diflufenican und Penoxsulam so effektiv gegen Resistenzen?

Durch die Kombination zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen (HRAC 12 und HRAC 2) werden die Unkräuter auf verschiedenen physiologischen Wegen attackiert. Falls ein Unkrautbiotyp eine verminderte Empfindlichkeit gegenüber ALS-Hemmern besitzt, wird er in der Regel dennoch zuverlässig durch den Carotinoid-Synthesehemmer Diflufenican kontrolliert, was den Selektionsdruck drastisch senkt.