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Fazor

BVL Zul.-Nr. 026865-00

Fazor ist ein bewährtes, systemisch wirkendes Pflanzenschutzmittel zur Keimhemmung in Speise- und Wirtschaftskartoffeln sowie in Speisezwiebeln. Als wasserlösliches Granulat (SG) formuliert, hat sich das Produkt fest im Markt etabliert, um die Lagerfähigkeit der Erntegüter signifikant zu verlängern und Qualitätsverluste durch vorzeitigen Austrieb im Lager zu verhindern. Durch die gezielte Anwendung im Feld wird der Keimruhe-Effekt direkt in die Knolle bzw. Zwiebel transportiert.

Das Produkt bietet Erzeugern eine verlässliche Basis für ein integriertes Lagermanagement. Da der Wirkstoff Maleinsäurehydrazid hochkonzentriert vorliegt, lässt sich das Granulat leicht dosieren und löst sich schnell und rückstandsfrei in der Spritzbrühe auf. Es zielt primär auf die physiologische Steuerung der Keimruhe ab und sichert so die Vermarktungsfähigkeit über einen langen Zeitraum.

Wirkstoffe

Maleinsäurehydrazid
804 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Maleinsäurehydrazid greift regulierend in den pflanzlichen Hormonhaushalt ein. Nach der Aufnahme über das Laub wird er systemisch in der Kultur transportiert und sammelt sich primär in den meristematischen Geweben – den Wachstumszonen der Knollen und Zwiebeln – an. Dort blockiert er gezielt die Zellteilung (Mitose) in den Vegetationspunkten, während die reine Zellstreckung unbeeinflusst bleibt. Dieser physiologische Stopp der Zellteilung verhindert effektiv das Auskeimen während der anschließenden Lagerung. Da der Wirkstoff aktiv transportiert werden muss, ist eine vitale, assimilierende Kultur zum Zeitpunkt der Behandlung zwingend erforderlich, um eine ausreichende Wirkstoffkonzentration in den Ernteorganen zu gewährleisten.

Resistenzmanagement

Da es sich bei Maleinsäurehydrazid um einen Wachstumsregulator handelt, der direkt in die Zellteilung eingreift, ist das Risiko einer klassischen Resistenzbildung im Vergleich zu Fungiziden oder Herbiziden als äußerst gering einzustufen. Dennoch solltest du im Sinne eines nachhaltigen Anbaus auf eine exakte Dosierung und optimale Applikationsbedingungen achten. Integriere Fazor in ein ganzheitliches Antikeim-Konzept, das auch mechanische Kühlung und gegebenenfalls nachgelagerte Behandlungen im Lager umfasst, um die Selektion untypischer physiologischer Reaktionen zu vermeiden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Fazor ist im Allgemeinen gut mit gängigen Krautfäule-Fungiziden mischbar. Du solltest jedoch von Mischungen mit stark formulierten Additiven oder Kontaktherbiziden absehen, die das Blattgewebe der Kultur schädigen könnten, da dies die systemische Aufnahme des Wirkstoffs abrupt stoppt. Achte auf eine ausreichende Wassermenge und vermeide extrem hartes Wasser. Die Anwendung sollte idealerweise in den kühleren Morgen- oder Abendstunden bei hoher Luftfeuchtigkeit erfolgen, damit die Spritzbrühe langsam antrocknet und der Wirkstoff optimal in das Blatt eindringen kann.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Fazor ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen bei der Ausbringung und beim Ansetzen der Spritzbrühe, konsequent zu tragen. Um Nichtzielorganismen und die Umwelt zu schonen, solltest du Abdrift auf angrenzende Flächen unbedingt vermeiden. Da keine spezifische Bieneneinstufung vorliegt, empfiehlt es sich aus Vorsorgegründen, die Behandlung nicht auf blühende Bestände oder bei starkem Bienenflug durchzuführen und die Anwendung vorzugsweise in die Abendstunden zu verlegen, wenn Bestäuber nicht mehr aktiv fliegen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KartoffelKeimhemmung0–915 KILOGRAM_PER_HECTARE21T
SpeisezwiebelKeimhemmung47–484 KILOGRAM_PER_HECTARE7T
KartoffelKeimhemmung0–915 KILOGRAM_PER_HECTARE21T

Häufige Fragen

Wann ist für dich der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Fazor in Kartoffeln?

Der optimale Behandlungszeitpunkt liegt etwa 3 bis 5 Wochen vor der geplanten Krautabtötung. Zu diesem Zeitpunkt müssen die Kartoffeln ihre endgültige Größe nahezu erreicht haben (ca. 80 % der Knollen sollten die gewünschte Sortierung haben), und das Laub muss noch vollkommen grün und assimilationsaktiv sein, um den Wirkstoff aktiv in die Knollen zu transportieren.

Worauf musst du beim Wetter am Anwendungstag besonders achten?

Für eine erfolgreiche Aufnahme benötigt Fazor gemäßigte Temperaturen (unter 25 °C) und eine hohe relative Luftfeuchtigkeit (über 50 %). Spritze am besten in den Abendstunden. Vermeide Behandlungen bei praller Sonne, starkem Wind oder wenn die Kultur unter Trockenstress leidet, da die Aufnahme dann stark eingeschränkt ist.

Kannst du Fazor auch in Zwiebeln anwenden, die direkt vermarktet werden sollen?

Ja, das ist möglich, sofern du die registrierte Wartezeit strikt einhältst. Beachte jedoch, dass Fazor vor allem für Partien gedacht ist, die für eine mittelfreie bis langfristige Lagerung vorgesehen sind. Bei sehr früher Vermarktung direkt nach der Ernte ist eine Behandlung meist wirtschaftlich nicht notwendig.

Wie verhält sich Fazor bei Regen kurz nach der Spritzung?

Da der Wirkstoff systemisch über das Blatt aufgenommen werden muss, benötigt Fazor eine regenfreie Zeit von mindestens 24 Stunden nach der Applikation. Tritt vorher Niederschlag auf, kann der Wirkstoff abgewaschen werden, was die keimhemmende Wirkung im Lager drastisch reduziert.

Warum ist die Vitalität der Kultur zum Spritztermin so entscheidend?

Maleinsäurehydrazid wird rein systemisch mit dem Saftstrom (Phloem) von den Blättern in die Knollen oder Zwiebeln transportiert. Ist das Laub bereits vergilbt, durch Krankheiten geschädigt oder leidet die Kultur unter starkem Stress (z. B. Hitze oder Trockenheit), findet kein ausreichender Transport mehr statt, und die Keimhemmung bleibt wirkungslos.

Hilft dir die Anwendung von Fazor auch gegen Durchwuchskartoffeln im Folgejahr?

Ja, das ist ein wertvoller Nebeneffekt. Da der Wirkstoff die Zellteilung in den Knollen nachhaltig blockiert, keimen im Boden verbliebene kleine Knollen (Ernteverluste) im Folgejahr nicht oder nur sehr schwach aus. Dies erleichtert die Unkrautbekämpfung in der Nachfolgekultur erheblich.