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Fazor Flo

BVL Zul.-Nr. 00B139-00

Fazor Flo ist ein bewährtes, systemisches Pflanzenschutzmittel zur Keimhemmung in den Kulturen Kartoffel und Speisezwiebel. Als flüssiges Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, zeichnet sich das Produkt durch eine hervorragende Handhabung und präzise Dosierbarkeit aus. Der primäre Einsatzbereich liegt in der Sicherung der Lagerqualität, indem ein vorzeitiger Austrieb der Ernteprodukte effektiv verhindert wird.

Darüber hinaus leistet das Präparat einen wertvollen Beitrag zur Feldhygiene, da es den Durchwuchs von Kartoffeln in den Folgekulturen der Fruchtfolge signifikant reduziert. Dies entlastet nachfolgende Herbizidmaßnahmen und schützt vor der Verschleppung von Krankheiten im Boden.

Wirkstoffe

Maleinsäurehydrazid
362 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Maleinsäurehydrazid wird nach der Spritzung rasch über das grüne Laub der Kultur aufgenommen. Über die Leitbahnen (Phloem) erfolgt ein aktiver, systemischer Transport direkt in die physiologischen Zentren der Knollen und Zwiebeln. Am Wirkort fungiert Maleinsäurehydrazid als Zellteilungsinhibitor (Mitosehemmstoff). Es blockiert gezielt die Zellteilung in den Vegetationspunkten (Augen und Knospen), während die normale Zellstreckung und der Stoffwechsel der Knolle unbeeinflusst bleiben. Dadurch wird der Keimprozess während der gesamten Lagerperiode im Keimruhestadium gehalten.

Resistenzmanagement

Da es sich bei Maleinsäurehydrazid um einen Wachstumsregler handelt, der direkt in die pflanzeneigene Physiologie eingreift, besteht kein klassisches Risiko für eine Resistenzentwicklung im Sinne von Schaderregern. Das Augenmerk im Management liegt hier auf der Applikationsqualität: Um eine ungleichmäßige Wirkstoffverteilung im Erntegut zu verhindern, muss die Behandlung exakt auf das physiologische Entwicklungsstadium der Kultur abgestimmt werden. Nur eine vitale Kultur garantiert den vollständigen Transport des Wirkstoffs in alle Speicherorgane.

Mischbarkeit & Tankmischung

Fazor Flo ist im Allgemeinen gut kompatibel mit gängigen Fungiziden, die zur Abschlussbehandlung gegen Kraut- und Knollenfäule eingesetzt werden. Auf Mischungen mit stark wirkenden Netzmitteln, kationischen Formulierungen oder kupferhaltigen Pflanzenschutzmitteln sollte jedoch verzichtet werden, da diese die Blattoberfläche schädigen und die systemische Aufnahme des Wirkstoffs abrupt stoppen können. Die Anwendung sollte stets mit ausreichend Wasser und bei hoher Luftfeuchtigkeit erfolgen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Fazor Flo ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen, um den Anwenderschutz lückenlos zu gewährleisten. Zum Schutz von Oberflächengewässern und aquatischen Organismen sind die im Zulassungsbescheid definierten Abstandsauflagen und Driftminderungsklassen strikt einzuhalten. Das Produkt ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch empfiehlt sich eine Anwendung in den Abendstunden, um die Wirkstoffaufnahme unter optimalen Bedingungen zu begünstigen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SpeisezwiebelKeimhemmung47–488.9 LITER_PER_HECTARE14T
KartoffelKeimhemmung11.1 LITER_PER_HECTARE21T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale BBCH-Zeitpunkt für die Behandlung in Kartoffeln?

Der optimale Anwendungszeitraum liegt in den BBCH-Stadien 47 bis 48. Zu diesem Zeitpunkt haben etwa 80 % der Knollen ihre endgültige Größe erreicht, während das Laub der Kartoffel noch vollkommen grün, vital und assimilationsaktiv sein muss, um den Wirkstoff aktiv in die Knollen zu transportieren.

Warum darf Fazor Flo nicht bei trockenem und heißem Wetter gespritzt werden?

Bei Temperaturen über 25 °C oder extremer Trockenheit schließt die Kultur ihre Spaltöffnungen und stellt den systemischen Transport weitgehend ein. Der Wirkstoff kann dann nicht in ausreichender Menge in die Knollen oder Zwiebeln verlagert werden, was zu einer unzureichenden Keimhemmung im Lager führt.

Wie wirkt sich die Anwendung auf Durchwuchskartoffeln im Folgejahr aus?

Durch die systemische Einlagerung von Maleinsäurehydrazid in die Tochterknollen wird deren Keimfähigkeit dauerhaft blockiert. Auf dem Feld verbleibende Knollen können im nächsten Frühjahr nicht austreiben, was das Problem von Durchwuchskartoffeln in Folgekulturen wie Getreide oder Rüben drastisch minimiert.

Welche Wartezeit muss zwischen der Behandlung und der Ernte eingehalten werden?

Je nach Kultur und Zulassungssituation liegt die einzuhaltende Wartezeit (PHI) zwischen 14 und 21 Tagen. Dieser Zeitraum ist zwingend erforderlich, damit der Wirkstoff vollständig aus dem Laub in die Ernteorgane transportiert und dort stabilisiert werden kann.

Kann Fazor Flo auch in Speisezwiebeln eingesetzt werden, wenn das Laub bereits umgeknickt ist?

Nein, das Umknicken des Laubs signalisiert das Ende des aktiven Stofftransports. Die Anwendung in Speisezwiebeln muss erfolgen, wenn das Laub noch zu mindestens 50 % grün ist und der Zwiebelhals weich wird, meist etwa 10 bis 14 Tage vor dem eigentlichen Knicken.