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OTHER · SIPCAM OXON S. P. A.

Fezan

BVL Zul.-Nr. 006400-00

Fezan ist ein bewährtes, systemisches Fungizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von Pilzkrankheiten in wichtigen landwirtschaftlichen Kulturen wie Getreide (Weizen, Gerste) und Raps. Mit dem bewährten Wirkstoff Tebuconazol formuliert, bietet dieses Pflanzenschutzmittel sowohl protektive als auch kurative und eradikative Eigenschaften. Es schützt die Kulturen zuverlässig vor ertragsmindernden Schaderregern und sichert somit die Qualität und den Ertrag der Ernte.

Die flüssige Formulierung zeichnet sich durch eine schnelle Wirkstoffaufnahme und eine hervorragende systemische Verteilung in der Kultur aus. Nach der Anwendung dringt der Wirkstoff rasch in das Blattgewebe ein und wird akropetal, also mit dem Saftstrom nach oben, transportiert. Dadurch werden auch neu zuwachsende Pflanzenteile effektiv vor einer Infektion geschützt.

Das Wirkungsspektrum von Fezan umfasst bedeutende pilzliche Schaderreger. Im Getreidebau zeigt es eine hervorragende Wirkung gegen Rostpilze (Gelb- und Braunrost), Echten Mehltau sowie Rhynchosporium secalis und mindert das Risiko von Fusarium-Ähreninfektionen. Im Rapsanbau steht die Bekämpfung von Sclerotinia sclerotiorum (Weißstängeligkeit) sowie der Cylindrosporium-Weißfleckigkeit im Vordergrund, wobei das Pflanzenschutzmittel im Herbst zusätzlich als Wachstumsregler zur Verbesserung der Winterhärte beiträgt.

Wirkstoffe

Tebuconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Fezan enthaltene Wirkstoff Tebuconazol gehört zur chemischen Klasse der Triazole und ist in die FRAC-Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) eingestuft. Die biochemische Wirkung beruht auf der Hemmung der C14-Demethylase im Biosyntheseweg des Ergosterols, welches ein essenzieller Baustein für die Zellmembranen von Pilzen ist. Ohne Ergosterol verliert die Zellmembran der Pilze ihre strukturelle Integrität und Funktionalität, was letztlich zum Absterben des Pathogens führt. Da der Wirkstoff gezielt in den Stoffwechsel des Pilzes eingreift, blockiert er das Wachstum der Keimschläuche und die Entwicklung der Haustorien. Durch diese systemische Wirkungsweise kann Fezan bereits etablierte, unsichtbare Infektionen in der Kultur stoppen (kurativer Effekt) und gleichzeitig einen langanhaltenden Schutzfilm gegen neue Sporenkeimungen aufbauen.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, sollte Fezan stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts eingesetzt werden. Da Tebuconazol der FRAC-Gruppe 3 angehört, ist das Risiko einer Selektion resistenter Pilzstämme bei wiederholter Alleinanwendung gegeben. Es wird dringend empfohlen, Behandlungen mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen (wie z. B. Strobilurinen oder Carboxamiden/SDHI) abzuwechseln oder in Tankmischung auszubringen. Zudem sollte die maximale Anzahl der zugelassenen Anwendungen pro Saison strikt eingehalten werden, um den Selektionsdruck auf die Schaderreger zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Fezan ist im Allgemeinen gut mischbar mit gängigen Herbiziden, Insektiziden und Blattdüngern, die für die jeweiligen Kulturen registriert sind. Bei der Erstellung von Tankmischungen sollte stets die physikalische Kompatibilität vorab in einem kleinen Gefäß getestet werden. Die Zugabe von Netzmitteln oder Additiven kann die Benetzung und Wirkstoffaufnahme insbesondere bei dicken Wachsschichten (z. B. im Raps) optimieren. Es wird empfohlen, eine ausreichende Wassermenge zu verwenden, um eine homogene Benetzung der gesamten Kultur zu gewährleisten, und extreme Spritzfenster bei starker Sonneneinstrahlung oder Frostgefahr zu vermeiden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Fezan ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, zwingend erforderlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da der Wirkstoff Tebuconazol als gewässergefährdend eingestuft ist, müssen die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen) strikt eingehalten werden, um aquatische Organismen zu schützen. Das Pflanzenschutzmittel ist bei vorschriftsmäßiger Anwendung in der Regel als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte der direkte Kontakt mit blühenden Beständen oder Unkräutern während des Bienenflugs vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
RapsSclerotinia sclerotiorum61–671 LITER_PER_HECTARE
GersteRhynchosporium secalis30–611 LITER_PER_HECTARE
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–611 LITER_PER_HECTARE
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)30–691 LITER_PER_HECTARE
WeizenFusarium-Arten61–711 LITER_PER_HECTARE
RapsCylindrosporium-Weißfleckigkeit (Cylindrosporium concentricum)14–670.5 LITER_PER_HECTARE
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–611 LITER_PER_HECTARE
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)30–611 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von Fezan zur Bekämpfung von Sclerotinia im Raps?

Der beste Anwendungszeitpunkt liegt in der Vollblüte des Rapses (BBCH 65), wenn die ersten Blütenblätter abfallen. Zu diesem Zeitpunkt besiedelt der Pilz die abfallenden Blütenblätter, die in den Blattachseln hängen bleiben. Eine gezielte Behandlung schützt die Kultur effektiv vor dem Eindringen des Myzels in den Stängel.

Welche physiologischen Nebeneffekte hat Fezan bei einer Herbstanwendung im Winterraps?

Neben der fungiziden Wirkung gegen Cylindrosporium wirkt Tebuconazol im Herbst als Wachstumsregler. Es hemmt das Längenwachstum des Sprosses, verhindert das vorzeitige Überstrecken des Vegetationskegels und fördert ein flaches, bodennahes Wachstum. Dies verbessert die Winterhärte der Kultur und reduziert das Risiko von Auswinterungsschäden erheblich.

Kann Fezan auch bei kühlen Frühjahrstemperaturen im Getreide eingesetzt werden?

Ja, systemische Triazole wie Tebuconazol benötigen für eine optimale systemische Verteilung zwar aktives Pflanzenwachstum, Fezan zeigt jedoch bereits ab Temperaturen von ca. 8–10 °C eine gute Wirkung. Bei extremen Nachtfrösten oder anhaltender Kälte sollte die Behandlung jedoch verschoben werden, da die Wirkstoffaufnahme und der Transport in der Kultur dann verlangsamt sind.

Wie lässt sich das Risiko von Ährenfusariosen im Weizen mit Fezan minimieren?

Für eine effektive Reduzierung von Mykotoxinen durch Fusarium-Arten muss die Behandlung gezielt in die Blüte des Weizens (BBCH 61–65) fallen. Die Anwendung sollte idealerweise protektiv, spätestens jedoch 24 bis 48 Stunden nach einem Infektionsereignis (Niederschlag während der Blüte) erfolgen, da die kurative Leistung gegen Fusarium zeitlich stark begrenzt ist.

Warum ist der Wechsel der Wirkstoffklasse bei der Bekämpfung von Getreidekrankheiten so wichtig?

Da Tebuconazol zu den Triazolen (FRAC-Gruppe 3) gehört, besteht bei Monotherapie ein Risiko für die Selektion resistenter Pilzstämme. Durch den gezielten Wechsel oder die Kombination mit Wirkstoffen aus den Gruppen der SDHI (FRAC 7) oder Strobilurine (FRAC 11) blockieren Sie unterschiedliche Stoffwechselwege des Schaderregers und sichern die langfristige Wirksamkeit.

Wie verhält sich Fezan bezüglich der Regenfestigkeit nach der Applikation?

Aufgrund der schnellen systemischen Aufnahme in das Blattgewebe ist Fezan bereits etwa 1 bis 2 Stunden nach der Anwendung regenfest. Einsetzender Niederschlag nach diesem Zeitraum beeinträchtigt die fungizide Schutzwirkung in der Regel nicht mehr.