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Forester

BVL Zul.-Nr. 00B571-00

Forester ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel, das speziell für den Einsatz in der Forstwirtschaft entwickelt wurde, um junge Kulturen vor existenzbedrohenden Schäden zu schützen. Mit dem bewährten Wirkstoff Cypermethrin bietet das Produkt eine zuverlässige Barriere gegen beißende Schadinsekten in Nadel- und Laubholzbeständen. Die Formulierung zeichnet sich durch eine hervorragende Haftung auf der Rindenoberfläche aus, was eine langanhaltende Schutzwirkung garantiert.

In frisch angelegten Forstkulturen oder auf Verjüngungsflächen ist der Schutz der jungen Pflanzen entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg der Wiederaufforstung. Forester besetzt hier eine Schlüsselrolle im integrierten Pflanzenschutz, indem es gezielt dort ansetzt, wo Schaderreger die empfindliche Rinde der Jungpflanzen schädigen. Dank seiner robusten Formulierung bleibt der Schutz auch unter wechselnden Witterungsbedingungen stabil.

Das primäre Einsatzgebiet liegt in der Abwehr des Großen Braunen Rüsselkäfers, einem der gefährlichsten Schädlinge im Forstbereich. Durch die gezielte Behandlung der gefährdeten Kulturen wird verhindert, dass die Käfer durch ihren typischen Fraß die Leitungsbahnen der Pflanzen zerstören und so zum Absterben ganzer Bestände führen.

Wirkstoffe

Cypermethrin
100 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Forester enthaltene Wirkstoff Cypermethrin gehört zur chemischen Gruppe der Pyrethroide und ist in die IRAC-Gruppe 3A eingestuft. Als Modulator des Natriumkanals greift der Wirkstoff direkt in das Nervensystem der Zielorganismen ein. Er hält die spannungsgesteuerten Natriumkanäle in den Nervenmembranen der Insekten offen und verzögert deren Schließen. Diese verlängerte Depolarisation führt zu einer kontinuierlichen, unkontrollierten Reizweiterleitung im Nervensystem des Schädlings. Die betroffenen Insekten zeigen extrem schnelle Erregungszustände, gefolgt von Koordinationsstörungen, Krämpfen und einem raschen Wirkungseintritt (Knock-down-Effekt), der schließlich zum sicheren Absterben des Schaderregers führt. Die Aufnahme erfolgt sowohl über Kontakt mit dem Spritzbelag als auch durch die Aufnahme behandelter Pflanzenteile (Fraßwirkung).

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung gegenüber dem Wirkstoff Cypermethrin vorzubeugen, solltest du Forester stets im Rahmen eines vorausschauenden Resistenzmanagements einsetzen. Vermeide aufeinanderfolgende, ausschließliche Anwendungen von Insektiziden der IRAC-Gruppe 3A auf derselben Fläche. Nutze stattdessen im Wechsel Pflanzenschutzmittel mit anderen Wirkmechanismen und kombiniere die chemische Behandlung mit waldbaulichen Maßnahmen, wie der zeitlichen Verzögerung von Pflanzungen auf frischen Kahlschlägen, um den Populationsdruck des Rüsselkäfers auf natürlichem Weg zu senken.

Mischbarkeit & Tankmischung

Bei der Planung von Tankmischungen mit Forester solltest du vorab immer eine physikalische Mischbarkeitsprobe in einem kleinen Gefäß durchführen. Achte darauf, dass das verwendete Wasser sauber ist und einen neutralen bis leicht sauren pH-Wert aufweist, da alkalische Spritzbrühen den Abbau von Pyrethroiden beschleunigen können. Forester sollte als flüssige Komponente nach dem vollständigen Auflösen eventueller fester Mischungspartner in den Tank gegeben werden. Die fertige Spritzbrühe ist umgehend auszubringen und während der Fahrt sowie bei Unterbrechungen kontinuierlich zu rühren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Forester ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, robuster Handschuhe und Augenschutz, für den Anwenderschutz zwingend erforderlich. Da Pyrethroide eine hohe Toxizität gegenüber aquatischen Organismen aufweisen, musst du streng darauf achten, dass kein Eintrag oder Abdrift in Oberflächengewässer gelangt. Zum Schutz von Bestäubern sollte die Anwendung nicht auf blühenden Kulturen oder an Orten erfolgen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind; verlege die Behandlung daher bevorzugt in die späten Abendstunden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
LaubholzGroßer Brauner Rüsselkäfer1 LITER_PER_HECTARE
NadelholzGroßer Brauner Rüsselkäfer1 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie erkennst du einen Befall durch den Großen Braunen Rüsselkäfer rechtzeitig?

Achte im Frühjahr und Spätsommer auf den typischen Pockennarbenfraß an der Rinde junger Nadel- und Laubholzpflanzen. Wenn dieser Fraß den Stamm ringelt, stirbt die Kultur oberhalb der Schadstelle ab. Regelmäßige Kontrollen frisch angepflanzter Flächen sind in den ersten zwei bis drei Jahren nach dem Einschlag unerlässlich.

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Behandlung mit Forester?

Du solltest die Behandlung vorbeugend vor dem Einsetzen des Hauptfraßes der Rüsselkäfer durchführen, idealerweise direkt vor oder unmittelbar nach der Pflanzung im Frühjahr. Eine zweite Aktivitätswelle im Spätsommer erfordert oft eine erneute Überwachung und gegebenenfalls eine Folgebehandlung.

Wie wird Forester auf den jungen Forstpflanzen ausgebracht?

Das Pflanzenschutzmittel wird je nach Zulassung im Tauchverfahren vor der Pflanzung oder im gezielten Spritzverfahren (Einzelschutzbehandlung) direkt im Forst ausgebracht. Achte darauf, dass der untere Stammbereich, wo der Rüsselkäfer bevorzugt frisst, lückenlos benetzt wird.

Warum ist der Große Braune Rüsselkäfer besonders auf Kahlschlägen ein Problem?

Die Käfer werden durch den Geruch von frischem Harz und schlagfrischen Stubben angelockt, die ihnen als Brutstätte dienen. Die dort schlüpfenden Jungkäfer wandern dann auf die frisch gepflanzten Kulturen über, weshalb Neuanpflanzungen auf frischen Schlagflächen besonders gefährdet sind.

Welche Rolle spielt die Wasserqualität bei der Zubereitung der Spritzbrühe?

Verwende für die Spritzbrühe sauberes, möglichst neutrales bis leicht saures Wasser. Ein hoher pH-Wert (alkalisches Wasser) kann zu einem schnellen Abbau des Wirkstoffs Cypermethrin führen, was die Dauerwirkung von Forester spürbar reduzieren würde.