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Sonstige · Finchimica S.p.A.

GENOLANE Protect 37

BVL Zul.-Nr. 00A398-60

GENOLANE Protect 37 ist ein hochwirksames, systemisches Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von Pilzkrankheiten in Getreide und Raps. Als moderner flüssiger Formulierungs-Typ zeichnet sich das Produkt durch eine schnelle Wirkstoffaufnahme und eine hervorragende Verteilung in der Kultur aus. Es bietet sowohl vorbeugenden (protektiven) als auch heilenden (kurativen) Schutz, was es zu einem flexiblen Baustein in deiner Pflanzenschutzstrategie macht.

Das breite Wirkungsspektrum umfasst wirtschaftlich bedeutende Schaderreger wie Septoria-Arten, Roste, Echten Mehltau sowie ertragsmindernde Ähren- und Stängelkrankheiten wie Fusarium-Arten und die Halmbruchkrankheit im Getreide. Im Raps schützt es die Kultur zuverlässig vor Wurzelhals- und Stängelfäule (Phoma) sowie Cylindrosporium. Dank dieser Vielseitigkeit ist GENOLANE Protect 37 ein verlässlicher Partner für die Sicherung von Ertrag und Qualität in verschiedenen Fruchtfolgen.

Wirkstoffe

Prothioconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Prothioconazol gehört zur chemischen Klasse der Triazolinthione und wird innerhalb der FRAC-Klassifizierung in die Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) eingeordnet. Nach der Applikation dringt der Wirkstoff systemisch in das Pflanzengewebe ein und verteilt sich gleichmäßig mit dem Saftstrom (akropetal) in den neu zuwachsenden Pflanzenteilen. Auf biochemischer Ebene hemmt Prothioconazol die C14-Demethylase im Biosyntheseweg des Ergosterols, welches ein essenzieller Baustein für den Aufbau der Pilzzellmembranen ist. Ohne funktionierende Zellmembranen wird das Wachstum der Pilzhyphen gestoppt, und der Schaderreger stirbt ab. Da der Wirkstoff an einer zentralen Stelle des Pilzstoffwechsels ansetzt, wird eine langanhaltende und zuverlässige Wirkung gegen ein breites Spektrum von Ascomyceten, Basidiomyceten und Deuteromyceten erzielt.

Resistenzmanagement

Um die langfristige Wirksamkeit von GENOLANE Protect 37 zu sichern, ist ein konsequentes Resistenzmanagement unerlässlich. Da Prothioconazol der FRAC-Gruppe 3 angehört, solltest du die Anzahl der Anwendungen pro Saison begrenzen und das Produkt im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen (wie z. B. Strobilurinen oder Carboxamiden/SDHI) einsetzen. Auch die Kombination mit Kontaktfungiziden oder Partnern mit unterschiedlichem Wirkungsmechanismus in einer Tankmischung hilft dabei, das Risiko von Resistenzbildungen bei kritischen Schaderregern wie Septoria-Blattdürre effektiv zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

GENOLANE Protect 37 weist eine gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit vielen gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern auf. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine kleine Mischprobe (Kübeltest) durchführen, um die physikalische Stabilität zu prüfen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität (idealerweise neutraler bis leicht saurer pH-Wert) und vermeide extreme Spritzbrühtemperaturen, um eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme zu gewährleisten.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit GENOLANE Protect 37 ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, bei der Ansetzung der Spritzbrühe und der Anwendung obligatorisch. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Datenblatt ausgewiesen ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern und Nützlingen grundsätzlich auf Anwendungen in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, verzichten oder diese Behandlungen in die späten Abendstunden verlegen. Vermeide zudem jegliche Abdrift auf angrenzende Flächen, insbesondere auf Oberflächengewässer und Saumbiotope, um aquatische Organismen und die lokale Fauna zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeichweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterroggenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE
GersteZwergrost (Puccinia hordei)0–610.8 LITER_PER_HECTARE
WeichweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
HartweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–610.8 LITER_PER_HECTARE
GersteHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenRhynchosporium secalis0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WeichweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE
HartweizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
HaferEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–610.8 LITER_PER_HECTARE
WeichweizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
HartweizenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
WeichweizenGelbrost (Puccinia striiformis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
HartweizenFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE
WeichweizenFusarium-Arten59–690.8 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)0–210.7 LITER_PER_HECTARE56T
HartweizenSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE
HaferHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)0–610.8 LITER_PER_HECTARE
GersteFusarium-Arten59–610.8 LITER_PER_HECTARE
GersteGelbrost (Puccinia striiformis)0–610.8 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsCylindrosporium-Weißfleckigkeit (Cylindrosporium concentricum)0–210.7 LITER_PER_HECTARE56T
WeichweizenBraunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
HaferHaferkronenrost (Puccinia coronata)0–610.8 LITER_PER_HECTARE
WeichweizenSeptoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE
GersteRhynchosporium secalis0–610.8 LITER_PER_HECTARE
TriticaleRhynchosporium secalis0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
TriticaleHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenHalmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides)30–320.8 LITER_PER_HECTARE
HartweizenSeptoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE
WinterroggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
TriticaleSeptoria-Blattdürre (Septoria tritici)37–650.8 LITER_PER_HECTARE
TriticaleBraunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterroggenBraunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
TriticaleGelbrost (Puccinia striiformis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterroggenSeptoria nodorum37–650.8 LITER_PER_HECTARE
HartweizenGelbrost (Puccinia striiformis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
HartweizenBraunrost (Puccinia recondita)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
TriticaleEchter Mehltau (Erysiphe graminis)0–710.8 LITER_PER_HECTARE35T
WinterrapsSclerotinia sclerotiorum0–650.7 LITER_PER_HECTARE56T

Häufige Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Behandlung gegen die Halmbruchkrankheit im Getreide?

Die Bekämpfung der Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) ist besonders im frühen Frühjahr zu Beginn des Schossens (BBCH-Stadien 30 bis 32) effektiv. Achte auf feucht-kühle Witterungsbedingungen, die den Infektionsdruck erhöhen, und behandle vorbeugend, bevor der Pilz tief in die Halmbasis eindringt.

Wie unterstützt GENOLANE Protect 37 die Qualitätssicherung bei spätem Befall mit Fusarium-Arten?

Eine gezielte Anwendung während der Getreideblüte schützt die Ähre vor einer Infektion mit Fusarium-Pilzen. Dies verhindert nicht nur Ertragsverluste, sondern reduziert auch die Bildung von Mykotoxinen (wie DON), was für die Vermarktung deines Ernteguts als Backgetreide oder Braugerste entscheidend ist.

Kann ich das Pflanzenschutzmittel auch bei kühlen Frühjahrstemperaturen im Raps einsetzen?

Ja, der Wirkstoff Prothioconazol ist auch bei mäßigen Temperaturen im zeitigen Frühjahr gut wirksam. Sobald die Vegetation einsetzt und die Kultur aktiv wächst, wird der Wirkstoff systemisch aufgenommen und schützt den Raps zuverlässig vor der Ausbreitung von Wurzelhals- und Stängelfäule.

Warum ist die Einhaltung der angegebenen Wartezeit so wichtig?

Die Wartezeit stellt sicher, dass sich eventuelle Wirkstoffrückstände in der Kultur bis zur Ernte unter die gesetzlich festgelegten Grenzwerte abbauen. Halte diese Frist unbedingt ein, um die Verkehrsfähigkeit deines Ernteguts für die Lebens- und Futtermittelkette nicht zu gefährden.

Wie kann ich feststellen, ob eine Tankmischung mit einem Wachstumsregler verträglich ist?

Neben einem physikalischen Mischtest im kleinen Gefäß solltest du die Witterung beachten. Vermeide Mischungen bei starker Sonneneinstrahlung oder Frostgefahr, da die Kombination von Fungizid und Wachstumsregler unter Stressbedingungen die Wachsschicht der Kultur belasten kann. Behandle bevorzugt bei bewölktem Himmel oder am Abend.

Welche Rolle spielt die Wasseraufwandmenge für die Wirkung von GENOLANE Protect 37?

Eine ausreichende Wasseraufwandmenge (üblicherweise 200 bis 400 l/ha) ist entscheidend für eine gleichmäßige Benetzung des Pflanzenbestands. Besonders bei dichten Beständen im Getreide oder Raps sorgt nur eine gute Durchdringung dafür, dass der Wirkstoff auch die unteren Blattetagen und die Halmbasis erreicht.