GENOLANE Protect 37
GENOLANE Protect 37 ist ein hochwirksames, systemisches Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung eines breiten Spektrums pilzlicher Schaderreger in Getreide und Winterraps. Als modernes Fungizid unterstützt es landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland dabei, Ertrag und Qualität ihrer Kulturen nachhaltig zu sichern. Das Produkt zeichnet sich durch eine hervorragende Verteilung in der Pflanze und eine langanhaltende Schutzwirkung aus.
Der enthaltene Wirkstoff Prothioconazol (250 g/l) gehört zur Klasse der Triazolinthione und bietet sowohl protektive als auch kurative Eigenschaften. Dadurch werden bereits vorhandene, unsichtbare Infektionen gestoppt und gleichzeitig gesunde Pflanzenteile vor Neuinfektionen geschützt. Das breite Wirkungsspektrum erstreckt sich von klassischen Blatt- und Ährenkrankheiten im Getreide bis hin zu wichtigen Stängel- und Blattkrankheiten im Raps.
Dank der schnellen Wirkstoffaufnahme ist das Pflanzenschutzmittel bereits kurz nach der Applikation regenfest. Die systemische Akropetalbewegung sorgt dafür, dass auch der Neuzuwachs der Kulturen während der kritischen Wachstumsphasen zuverlässig geschützt bleibt, was GENOLANE Protect 37 zu einem unverzichtbaren Baustein im integrierten Pflanzenschutz macht.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Prothioconazol ist ein Demethylierungs-Inhibitor (DMI) und wird innerhalb der FRAC-Klassifizierung in die Gruppe 3 (Steroilsynthese-Hemmer / SBI) eingeordnet. Er blockiert gezielt die C14-Demethylase, ein Schlüsselenzym in der Biosynthese von Ergosterol. Da Ergosterol ein essenzieller Baustein für den Aufbau und die Funktion pilzlicher Zellmembranen ist, führt dieser Mangel zu einer Störung der Membranintegrität und letztlich zum Absterben des Schaderregers. Durch diese biochemische Wirkungsweise entfaltet das Mittel eine starke kurative Wirkung, die den Pilz auch nach erfolgter Infektion in der Inkubationsphase stoppt. Dennoch erzielt die vorbeugende (protektive) Anwendung stets den höchsten Wirkungsgrad, da sie das Eindringen der Keimschläuche in das Pflanzengewebe von vornherein verhindert und die Energie der Kultur vollständig für das Wachstum erhalten bleibt.
Resistenzmanagement
Um das Risiko einer Resistenzbildung gegenüber Wirkstoffen aus der FRAC-Gruppe 3 zu minimieren, sollte GENOLANE Protect 37 stets im Rahmen eines vorausschauenden Antiresistenzmanagements eingesetzt werden. Dies umfasst den konsequenten Wechsel mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen, wie beispielsweise SDHI (Gruppe 7) oder Strobilurinen (Gruppe 11). Zudem wird empfohlen, das Pflanzenschutzmittel in Tankmischungen mit Kontaktpartnern oder Fungiziden mit abweichendem Wirkungsmechanismus zu kombinieren und die maximal empfohlene Anzahl an Anwendungen pro Saison und Kultur strikt einzuhalten, um Selektionsdruck zu vermeiden.
Mischbarkeit & Tankmischung
GENOLANE Protect 37 weist eine hervorragende Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und flüssigen Blattdüngern auf. Bei der Erstellung von Tankmischungen ist die Standard-Mischreihenfolge einzuhalten, wobei feste Formulierungen stets zuerst vollständig im Tank aufgelöst werden sollten. Um die Kulturverträglichkeit zu gewährleisten, sollten komplexe Mehrfachmischungen nicht unter extremen Stressbedingungen wie starker Hitze, intensiver UV-Einstrahlung oder anhaltender Trockenheit appliziert werden. Die Verwendung einer ausreichenden Wassermenge sichert zudem eine homogene Verteilung auf den Zielflächen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Bei der Anwendung von GENOLANE Protect 37 sind die gesetzlich vorgeschriebenen Auflagen zum Anwenderschutz und zum Schutz des Naturhaushalts strikt zu beachten. Das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) bei der Tankbefüllung und Ausbringung ist obligatorisch. Zum Schutz von Oberflächengewässern und Nichtzielorganismen müssen die vom BVL festgelegten Abstandsauflagen (Abdriftminderungsklassen) sowie gegebenenfalls Abschwemmungsminderungsflächen eingehalten werden. Das Produkt ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich eingestuft, dennoch sollte der direkte Kontakt mit blühenden Beständen während des Bienenflugs vermieden werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Weichweizen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 0–71 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterroggen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 37–65 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Zwergrost (Puccinia hordei) | 0–61 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weichweizen | Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) | 30–32 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Hartweizen | DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis) | 0–71 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Gerste | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 0–61 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) | 30–32 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Rhynchosporium secalis | 0–71 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Weichweizen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 37–65 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Hartweizen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 0–71 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Hafer | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 0–61 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weichweizen | DTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis) | 0–71 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Hartweizen | Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) | 30–32 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weichweizen | Gelbrost (Puccinia striiformis) | 0–71 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Hartweizen | Fusarium-Arten | 59–69 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weichweizen | Fusarium-Arten | 59–69 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans) | 0–21 | 0.7 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Hartweizen | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 37–65 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Hafer | Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) | 30–32 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Netzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres) | 0–61 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Fusarium-Arten | 59–61 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Gelbrost (Puccinia striiformis) | 0–61 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Cylindrosporium-Weißfleckigkeit (Cylindrosporium concentricum) | 0–21 | 0.7 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Weichweizen | Braunrost (Puccinia recondita) | 0–71 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Hafer | Haferkronenrost (Puccinia coronata) | 0–61 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weichweizen | Septoria nodorum | 37–65 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Rhynchosporium secalis | 0–61 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Triticale | Rhynchosporium secalis | 0–71 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Triticale | Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) | 30–32 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) | 30–32 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Hartweizen | Septoria nodorum | 37–65 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 0–71 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Triticale | Septoria-Blattdürre (Septoria tritici) | 37–65 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Triticale | Braunrost (Puccinia recondita) | 0–71 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterroggen | Braunrost (Puccinia recondita) | 0–71 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Triticale | Gelbrost (Puccinia striiformis) | 0–71 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterroggen | Septoria nodorum | 37–65 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Hartweizen | Gelbrost (Puccinia striiformis) | 0–71 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Hartweizen | Braunrost (Puccinia recondita) | 0–71 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Triticale | Echter Mehltau (Erysiphe graminis) | 0–71 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Winterraps | Sclerotinia sclerotiorum | 0–65 | 0.7 LITER_PER_HECTARE | 56T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen die Halmbruchkrankheit im Getreide?
Eine Behandlung gegen die Halmbruchkrankheit (Pseudocercosporella herpotrichoides) sollte im frühen Frühjahr während der Bestockung bis zum Schossen (BBCH-Stadien 30 bis 32) erfolgen. Zu diesem Zeitpunkt ist der Stängelgrund noch gut erreichbar, sodass das systemische Pflanzenschutzmittel seine Wirkung optimal entfalten kann, bevor der Erreger tief in das Gewebe eindringt.
Wie unterstützt GENOLANE Protect 37 das Mykotoxin-Management bei Weizen?
Eine gezielte Anwendung während der Blüte (BBCH-Stadien 61 bis 65) schützt die Ähren effektiv vor einer Infektion durch Fusarium-Arten. Dies verhindert nicht nur Ertragsverluste, sondern reduziert auch die Belastung des Ernteguts mit gesundheitsschädlichen Mykotoxinen (wie DON und ZEA) signifikant, was für die Vermarktung als Back- oder Futtergetreide entscheidend ist.
Kann das Produkt auch bei kühlen Frühjahrstemperaturen eingesetzt werden?
Ja, der Wirkstoff Prothioconazol ist auch bei mäßig kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr voll wirksam. Die Aufnahme in die Kultur erfolgt rasch, sodass auch bei wechselhafter Witterung ein guter Schutz gegen frühe Infektionen wie Halmbruch oder frühe Septoria-Wellen gewährleistet ist. Frostfreie Bedingungen während der Applikation sind jedoch Voraussetzung.
Welche Rolle spielt die Benetzungsqualität bei der Bekämpfung von Septoria-Blattdürre?
Da Septoria-Blattdürre sich von den unteren Blattetagen nach oben ausbreitet, ist eine gründliche und gleichmäßige Benetzung des gesamten Pflanzenbestands entscheidend. Die Verwendung von ausreichend Wasser (in der Regel 200 bis 400 l/ha) und die Wahl der passenden Düsentechnologie (z. B. Antidriftdüsen) stellen sicher, dass der Wirkstoff auch die tieferen Blattschichten erreicht.
Wie lässt sich GENOLANE Protect 37 in ein Antiresistenzmanagement im Raps integrieren?
Um Resistenzen bei Schaderregern wie Leptosphaeria maculans (Wurzelhals- und Stängelfäule) vorzubeugen, sollte GENOLANE Protect 37 im Raps im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen (z. B. Strobilurinen oder Carboxamiden/SDHI) eingesetzt werden. Zudem sollte die maximale Anzahl der zugelassenen Anwendungen pro Saison nicht überschritten und stets die volle registrierte Aufwandmenge genutzt werden.
Wie verhält sich das Mittel bei Regen kurz nach der Anwendung?
Dank der schnellen systemischen Aufnahme von Prothioconazol ist das Pflanzenschutzmittel bereits kurze Zeit nach dem Antrocknen des Spritzbelags (meist nach 1 bis 2 Stunden) regenfest. Einsetzender Niederschlag nach diesem Zeitraum beeinträchtigt die fungizide Wirkung und Dauerleistung in der Regel nicht mehr.