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Sonstige · CAC Chemical GmbH

Grasser 100 EC

BVL Zul.-Nr. 008386-60

Grasser 100 EC ist ein hochwirksames, systemisches Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen Unkräutern (Ungräsern) und der Gemeinen Quecke. Als emulgierbares Konzentrat (EC) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine schnelle Aufnahme über die Blätter der Schaderreger und eine zuverlässige Verteilung in der gesamten Pflanze aus. Es ist speziell für den Einsatz in zweikeimblättrigen Kulturen wie Winterraps, Kartoffeln und Zuckerrüben registriert und bietet eine flexible Lösung zur Bereinigung von Ungras-Durchwuchs.

Dank der selektiven Wirkung werden die behandelten Kulturen geschont, während Schadgräser effektiv im Wachstum gestoppt werden. Die Formulierung sorgt für eine hervorragende Benetzung der Blattoberflächen, was die Wirkstoffaufnahme selbst unter wechselhaften Witterungsbedingungen optimiert. Damit etabliert sich Grasser 100 EC als wichtiger Baustein in der Unkrautbekämpfung im Nachauflauf.

Wirkstoffe

Quizalofop-P-ethyl
108 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Quizalofop-P-ethyl gehört zur chemischen Gruppe der Aryloxyphenoxypropionate (Fops) und ist als ACCase-Inhibitor in die HRAC-Gruppe 1 klassifiziert. Nach der Aufnahme über die grünen Pflanzenteile wird der Wirkstoff rasch in die Meristeme der Schadgräser transportiert. Dort blockiert er das Enzym Acetyl-CoA-Carboxylase, welches eine Schlüsselrolle bei der Biosynthese von Fettsäuren spielt. Durch diese Blockade wird der Aufbau von Zellmembranen in den Wachstumszonen der Ungräser unterbunden. In der Folge stoppt das Wachstum der Schaderreger innerhalb weniger Tage. Sichtbare Symptome wie Vergilbungen der jüngsten Blätter und Herzblattfäule treten nach etwa ein bis zwei Wochen auf, bevor die Schadgräser vollständig absterben. Zweikeimblättrige Kulturen besitzen eine natürliche Toleranz gegenüber diesem Wirkungsmechanismus, da ihre ACCase strukturell anders aufgebaut ist.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei Schadgräsern wie dem Ackerfuchsschwanz oder dem Windhalm vorzubeugen, solltest du Grasser 100 EC stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts einsetzen. Vermeide den wiederholten, alleinigen Einsatz von ACCase-Inhibitoren (HRAC-Gruppe 1) auf derselben Fläche. Kombiniere oder rotiere die Anwendung stattdessen mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen und nutze ackerbauliche Maßnahmen wie eine vielseitige Fruchtfolge und mechanische Bodenbearbeitung, um den Selektionsdruck zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Grasser 100 EC ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Fungiziden und Insektiziden mischbar. Bei geplanten Tankmischungen mit anderen Pflanzenschutzmitteln oder Blattdüngern solltest du jedoch vorab stets eine Mischprobe auf physikalische Kompatibilität durchführen. Mischungen mit breitblättrigen Herbiziden (z. B. gegen zweikeimblättrige Unkräuter) können unter Umständen die Gräserwirkung mindern; in solchen Fällen ist ein zeitlicher Abstand von einigen Tagen zwischen den Behandlungen ratsam. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide Applikationen bei extremer Hitze.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Grasser 100 EC ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsdokument vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern vorsorglich auf Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, verzichten und die Applikation in die späten Abendstunden verlegen. Um Einträge in Oberflächengewässer und Schäden an Nichtzielorganismen zu vermeiden, sind Abdriften strikt zu minimieren und die allgemeinen Gewässerschutzauflagen einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter10–180.6 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsGemeine Quecke0–351 LITER_PER_HECTARE75T
KartoffelGemeine Quecke12–331 LITER_PER_HECTARE45T
KartoffelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–330.6 LITER_PER_HECTARE45T
ZuckerrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter10–330.6 LITER_PER_HECTARE87T
WinterrapsGemeine Quecke10–181 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0–350.6 LITER_PER_HECTARE75T
ZuckerrübeGemeine Quecke10–331 LITER_PER_HECTARE87T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung von Schadgräsern mit Grasser 100 EC?

Der beste Bekämpfungserfolg wird erzielt, wenn sich die einjährigen Schadgräser im aktiven Wachstum befinden und ausreichend Blattfläche zur Wirkstoffaufnahme gebildet haben – idealerweise vom 2-Blatt-Stadium bis zum Ende der Bestockung. Bei der Gemeinen Quecke ist eine Behandlung am effektivsten, wenn sie eine Wuchshöhe von etwa 15 bis 20 cm erreicht hat, da dann genügend Wirkstoff in die Rhizome transportiert werden kann.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von Grasser 100 EC nach der Applikation?

Da der Wirkstoff systemisch aufgenommen wird, ist warmes und wüchsiges Wetter ideal, da es den Stoffwechsel der Schadgräser und somit die Wirkstoffverteilung beschleunigt. Nach der Anwendung sollte es für mindestens ein bis zwei Stunden trocken bleiben, damit das emulgierbare Konzentrat vollständig in die Blätter eindringen kann und nicht durch Regen abgewaschen wird.

Kann ich Grasser 100 EC auch bei Frost oder extremer Trockenheit anwenden?

Nein, von einer Anwendung unter extremen Stressbedingungen wie Frost, anhaltender Trockenheit oder großer Hitze solltest du absehen. Unter diesen Bedingungen ist der Stoffwechsel der Schadgräser verlangsamt, was die Wirkstoffaufnahme und -leitung stark beeinträchtigt und zu unzureichenden Bekämpfungsergebnissen führen kann. Zudem steigt das Risiko von Schäden an den Kulturen.

Warum ist die Einhaltung der Wartezeit bei diesem Produkt so wichtig?

Die registrierte Wartezeit zwischen der letzten Anwendung und der Ernte (je nach Kultur zwischen 45 und 87 Tagen) stellt sicher, dass eventuelle Wirkstoffrückstände in den Ernteprodukten wie Kartoffeln, Raps oder Zuckerrüben weit unter den gesetzlichen Grenzwerten liegen. Plane deine Behandlungen daher vorausschauend unter Berücksichtigung des voraussichtlichen Erntetermins.

Wie erkennst du, ob die Behandlung gegen die Gemeine Quecke erfolgreich war?

Erste Symptome zeigen sich meist nach 7 bis 10 Tagen durch einen Wachstumsstopp und eine rötlich-violette Verfärbung der jüngsten Blätter. Später verbräunen die Triebe und sterben ab. Wenn du an den betroffenen Quecken ziehst, lässt sich das Herzblatt leicht und faulig aus der Blattscheide herausziehen – ein sicheres Zeichen für den Absterbeprozess der Vegetationspunkte.

Wie findest du heraus, ob Grasser 100 EC für deine spezifische Kultur zugelassen ist?

Auf agronomy.farmable.tech kannst du direkt im Produktprofil die Liste der zugelassenen Kulturen einsehen. Grasser 100 EC ist offiziell für den Einsatz in Winterraps (BRSNW), Kartoffeln (SOLTU) und Zuckerrüben (BEAVA) registriert. Achte darauf, die für die jeweilige Kultur spezifischen Anwendungsbestimmungen und BBCH-Stadien einzuhalten.