Grasser 100 EC
Grasser 100 EC ist ein hochselektives, systemisches Nachauflauf-Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen Unkräutern sowie der Gemeinen Quecke. Als Emulsionskonzentrat (EC) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine schnelle Wirkstoffaufnahme und hervorragende Verteilung in der Zielpflanze aus. Es ist speziell für den Einsatz in wichtigen zweikeimblättrigen Kulturen wie Winterraps, Kartoffeln und Zuckerrüben zugelassen.
Durch die schnelle Benetzung und das exzellente Eindringvermögen bietet Grasser 100 EC auch unter wechselhaften Witterungsbedingungen eine verlässliche Wirkung. Die betroffenen Ungräser stellen kurz nach der Behandlung ihr Wachstum ein, wodurch die Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe in der Kultur sofort unterbunden wird. Dies sichert die ungestörte Jugendentwicklung der Kultur und legt den Grundstein für hohe Erträge.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der enthaltene Wirkstoff Quizalofop-P-ethyl gehört zur chemischen Gruppe der Aryloxyphenoxypropionate (bekannt als „Fops“) und wird in die HRAC-Gruppe 1 (ehemals Gruppe A) eingestuft. Die Wirkung basiert auf der selektiven Hemmung des Enzyms Acetyl-CoA-Carboxylase (ACCase), welches eine Schlüsselrolle bei der Fettsäurebiosynthese in einkeimblättrigen Pflanzen spielt. Zweikeimblättrige Kulturen besitzen eine strukturell andere, unempfindliche Form dieses Enzyms, was die hervorragende Kulturverträglichkeit erklärt. Nach der Aufnahme über die Blätter wird der Wirkstoff systemisch sowohl akropetal als auch basipetal in die Wachstumszonen (Meristeme) und Rhizome transportiert. Dort führt die Blockade der Fettsäuresynthese zum Zusammenbruch der Zellmembranen. Erste Symptome zeigen sich nach wenigen Tagen durch Wachstumsstopp und Verfärbungen der jüngsten Blätter, gefolgt von einer vollständigen Nekrose und dem Absterben des gesamten Ungrases innerhalb von zwei bis drei Wochen.
Resistenzmanagement
Da der Wirkstoff Quizalofop-P-ethyl der HRAC-Gruppe 1 angehört, besteht bei wiederholter Anwendung ein inhärentes Risiko für die Selektion resistenter Biotypen, insbesondere bei weit verbreiteten Ungräsern wie dem Ackerfuchsschwanz oder Weidelgras-Arten. Ein konsequentes Resistenzmanagement ist daher unerlässlich. Dies umfasst den regelmäßigen Wirkstoffwechsel mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen (z. B. HRAC-Gruppe 3 oder 15) in der Fruchtfolge sowie die Integration mechanischer und pflanzenbaulicher Maßnahmen zur Unkrautregulierung, um den Selektionsdruck zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
Grasser 100 EC ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln mischbar. Bei Tankmischungen mit breit wirksamen Dikotylen-Herbiziden sollte jedoch vorab die Verträglichkeit geprüft werden, da es in Einzelfällen zu antagonistischen Effekten kommen kann, welche die Gräserwirkung reduzieren. Um eine optimale Wirkstoffaufnahme zu gewährleisten, sollte die Anwendung auf trockene Kulturbestände erfolgen. Auf den Zusatz von speziellen Netzmitteln kann in der Regel verzichtet werden, da die EC-Formulierung bereits für eine optimale Haftung und Penetration formuliert ist.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Grasser 100 EC ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen, um Haut- und Augenkontakt zu vermeiden. Das Pflanzenschutzmittel ist als gewässergefährdend eingestuft, weshalb die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und die Einhaltung von Abdriftminderungsklassen strikt zu beachten sind. Zum Schutz von Nichtzielorganismen, insbesondere nützlichen Gliederfüßern und Gewässerorganismen, sind die spezifischen Anwendungsbestimmungen der BVL-Zulassung einzuhalten. Das Produkt ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zum Schutz von Wildbienen nicht in blühende Bestände appliziert werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterraps | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 10–18 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Gemeine Quecke | 0–35 | 1 LITER_PER_HECTARE | 75T |
| Kartoffel | Gemeine Quecke | 12–33 | 1 LITER_PER_HECTARE | 45T |
| Kartoffel | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 12–33 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | 45T |
| Zuckerrübe | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 10–33 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | 87T |
| Winterraps | Gemeine Quecke | 10–18 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 0–35 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | 75T |
| Zuckerrübe | Gemeine Quecke | 10–33 | 1 LITER_PER_HECTARE | 87T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung gegen die Gemeine Quecke?
Die Bekämpfung der Gemeinen Quecke ist am erfolgreichsten, wenn diese genügend Blattmasse zur Wirkstoffaufnahme gebildet hat. Der optimale Behandlungszeitpunkt liegt vor, wenn die Quecke eine Wuchshöhe von etwa 15 bis 20 cm erreicht hat (meist im 3- bis 5-Blatt-Stadium des Ungrases), da dann genügend Wirkstoff in die unterirdischen Ausläufer (Rhizome) transportiert werden kann.
Bis zu welchem BBCH-Stadium der Kultur darf Grasser 100 EC angewendet werden?
Die Anwendung von Grasser 100 EC ist in den zugelassenen Kulturen (Winterraps, Kartoffeln, Zuckerrüben) ab dem Auflaufen bis zum BBCH-Stadium 35 (Beginn des Schossens bzw. Reihenschluss) zulässig. Eine spätere Anwendung sollte vermieden werden, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden und die gesetzlichen Wartezeiten bis zur Ernte einzuhalten.
Welchen Einfluss hat das Wetter auf die Wirkung von Grasser 100 EC?
Für eine optimale Wirkung sind wüchsige Wetterbedingungen mit Temperaturen zwischen 10 °C und 25 °C ideal, da der Wirkstofftransport in aktiv wachsenden Pflanzen am schnellsten erfolgt. Bei extremer Trockenheit, Frostgefahr oder starker Hitze sollte von einer Behandlung abgesehen werden, da die Wachstumsruhe der Ungräser die Wirkstoffaufnahme mindert. Eine Regenfestigkeit ist meist schon 1 bis 2 Stunden nach der Applikation gegeben.
Kann ich Grasser 100 EC mit einem Herbizid gegen zweikeimblättrige Unkräuter mischen?
Mischungen sind grundsätzlich möglich, um das Wirkungsspektrum zu erweitern. Allerdings kann es bei der Kombination mit bestimmten Wuchsstoffen oder Kontaktherbiziden zu einer verminderten Gräserwirkung (Antagonismus) kommen. Im Zweifel empfiehlt sich eine Splitting-Anwendung, bei der das Gräserherbizid mit einem Abstand von einigen Tagen versetzt ausgebracht wird.
Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meine Kultur?
Nutzen Sie hierzu einfach die Filterfunktion in unserer Produktdatenbank. Wählen Sie Ihre spezifische Kultur (z. B. Winterraps oder Kartoffel) und den Ziel-Schaderreger aus. Das System listet Ihnen sofort alle in Deutschland (BVL) registrierten Pflanzenschutzmittel inklusive der aktuellen Anwendungsbestimmungen auf.