HAKSAR 500 SL
HAKSAR 500 SL ist ein bewährtes, systemisches Herbizid zur selektiven Bekämpfung von zweikeimblättrigen Unkräutern in Getreidekulturen sowie auf Wiesen und Weiden. Als lösliches Konzentrat (SL) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine schnelle Aufnahme über die Blätter der Schaderreger aus. Es bietet Landwirten eine zuverlässige Lösung, um ertragsmindernde Unkräuter effektiv zu kontrollieren und die Vitalität der Hauptkulturen zu sichern.
Der Wirkstoff MCPA gehört zur chemischen Gruppe der Phenoxycarbonsäuren und imitiert pflanzliche Wuchsstoffe. Dies führt zu einem unkontrollierten Wachstum und letztlich zum Absterben der empfindlichen Schaderreger. HAKSAR 500 SL erweist sich besonders schlagkräftig gegen Problemunkräuter wie den Kriechenden Hahnenfuß, das Wiesen-Labkraut und Weiß-Klee, die in Grünland- und Getreidesystemen oft schwer zu bekämpfen sind.
Durch das breite Anwendungsfenster im Frühjahr lässt sich das Pflanzenschutzmittel hervorragend in bestehende Pflanzenschutzstrategien integrieren. Die flüssige Formulierung garantiert eine einfache Dosierung, eine hervorragende Löslichkeit im Spritztank und eine gleichmäßige Benetzung der Zielflächen, was die biologische Wirksamkeit auch unter wechselnden Witterungsbedingungen optimiert.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in HAKSAR 500 SL enthaltene Wirkstoff MCPA ist ein synthetisches Auxin (Wuchsstoffherbizid) und wird in die HRAC-Gruppe 4 (früher Klasse O) eingeordnet. Nach der Aufnahme über das Laubblatt wird der Wirkstoff systemisch in der gesamten Pflanze – sowohl akropetal als auch basipetal – verteilt und reichert sich in den meristematischen Geweben der Schaderreger an. Dort stört MCPA die hormonelle Regulation der Unkräuter empfindlich. Es kommt zu einer Überstimulation des Zellwachstums, was sich optisch durch typische Epinastien (Verkrümmungen von Stängeln und Blättern) äußert. Die betroffenen Pflanzen können ihren Stoffwechsel nicht mehr aufrechterhalten, die Leitungsbahnen verstopfen, und das Unkraut stirbt innerhalb weniger Tage bis Wochen vollständig ab.
Resistenzmanagement
Als Herbizid der HRAC-Gruppe 4 weist MCPA ein inhärent geringes Risiko für die Entstehung von Resistenzen auf. Dennoch erfordert ein nachhaltiges Resistenzmanagement den konsequenten Wechsel mit Wirkstoffen anderer Wirkmechanismen (wie beispielsweise ALS-Inhibitoren) in der Fruchtfolge. Zudem sollten mechanische Regulierungsmaßnahmen integriert und die Anwendungen stets bei optimalen Wuchsbedingungen der Schaderreger durchgeführt werden, um eine vollständige Abtötung zu gewährleisten und den Selektionsdruck zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
HAKSAR 500 SL ist im Allgemeinen gut mit gängigen Fungiziden, Insektiziden und flüssigen Stickstoffdüngern mischbar. Bei Tankmischungen ist darauf zu achten, dass das Pflanzenschutzmittel als eine der ersten Komponenten dem wassergefüllten Tank beigemischt wird. Um Ausfällungen oder phytotoxische Reaktionen an den Kulturen zu vermeiden, wird vor der großflächigen Anwendung dringend ein physischer Mischbarkeitstest (Kübeltest) sowie eine Kleinflächenbehandlung empfohlen. Die Wasserqualität sollte im neutralen bis leicht sauren Bereich liegen, um die Wirkstoffstabilität nicht zu beeinträchtigen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit HAKSAR 500 SL ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug, zu tragen. Da der Wirkstoff MCPA ein Gefährdungspotenzial für Gewässerorganismen und terrestrische Nichtzielpflanzen aufweist, sind die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und Saumstrukturen strikt einzuhalten. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zur Schonung von Bestäubern nicht in blühende Bestände oder auf von Bienen beflogene Unkräuter appliziert werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Winterroggen | Zweikeimblättrige Unkräuter | 20–39 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Zweikeimblättrige Unkräuter | 20–39 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Zweikeimblättrige Unkräuter | 20–29 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Zweikeimblättrige Unkräuter | 20–39 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Zweikeimblättrige Unkräuter | 20–29 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Zweikeimblättrige Unkräuter | 20–39 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintertriticale | Zweikeimblättrige Unkräuter | 20–29 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterroggen | Zweikeimblättrige Unkräuter | 20–29 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kernobst | Weiß-Klee | — | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wiesen, Weiden | Wiesen-Labkraut, Kriechender Hahnenfuß | 19–37 | 2 LITER_PER_HECTARE | 28T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit HAKSAR 500 SL im Getreide?
Der beste Anwendungszeitpunkt liegt im Frühjahr, sobald die Kulturen das BBCH-Stadium 19 erreicht haben und bis zum Erscheinen des Fahnenblattes (BBCH 39). Die Schaderreger sollten sich im aktiven Wachstum befinden und eine ausreichende Blattfläche zur Wirkstoffaufnahme ausgebildet haben, idealerweise bei milden Temperaturen über 10 °C ohne Nachtfrostgefahr.
Wie wirkt sich die Witterung auf die Effizienz von HAKSAR 500 SL aus?
Da es sich um ein Wuchsstoffherbizid handelt, ist warme und wüchsige Witterung (idealerweise zwischen 12 °C und 20 °C) optimal für eine schnelle Wirkung. Bei extremer Trockenheit, Kälte oder nach Frostperioden ist der Stoffwechsel der Unkräuter verlangsamt, was die Wirkstoffaufnahme und -verteilung erheblich beeinträchtigen kann. Eine Regenfestigkeit ist meist nach ca. 2 bis 4 Stunden gegeben.
Was muss bezüglich der Wartezeit bei der Anwendung auf Wiesen und Weiden beachtet werden?
Nach einer Behandlung auf Wiesen und Weiden (Grünland) ist eine gesetzliche Wartezeit von genau 28 Tagen einzuhalten, bevor die Flächen wieder beweidet oder für die Futtergewinnung (Silage oder Heu) genutzt werden dürfen. Dies stellt sicher, dass keine Wirkstoffrückstände in die Futtermittelkette gelangen.
Kann HAKSAR 500 SL auch bei niedrigen Temperaturen im Spätherbst eingesetzt werden?
Ein Einsatz im Spätherbst wird nicht empfohlen. Wuchsstoffherbizide wie MCPA benötigen für eine optimale Wirkung aktive Stoffwechselprozesse in den Unkräutern. Bei niedrigen Temperaturen unter 8–10 °C stagniert das Wachstum der Schaderreger, wodurch die systemische Wirkung stark herabgesetzt wird und unbefriedigende Bekämpfungsergebnisse drohen.
Welche Unkräuter werden durch HAKSAR 500 SL nicht ausreichend erfasst?
Während zweikeimblättrige Unkräuter wie Weiß-Klee und Hahnenfuß hervorragend bekämpft werden, zeigt das Pflanzenschutzmittel keine Wirkung gegen einkeimblättrige Schaderreger (Ungräser) sowie gegen tiefwurzelnde, holzige Unkräuter oder stark verholzte Altverunkrautung. In solchen Fällen sollte über eine gezielte Tankmischung oder eine spezifische Folgebehandlung nachgedacht werden.
Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Wiesen-Labkraut?
Nutzen Sie hierzu die Such- und Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech. Filtern Sie in der Produktdatenbank nach dem Schaderreger 'Wiesen-Labkraut' und wählen Sie Ihre spezifische Kultur aus, um eine vollständige Liste aller in Deutschland zugelassenen Pflanzenschutzmittel inklusive Aufwandmengen und Anwendungsbestimmungen zu erhalten.