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OTHER · QEMETICA Agricultural Solutions Poland

HALVETIC

BVL Zul.-Nr. 00A579-00

HALVETIC ist ein innovatives, nicht-selektives Herbizid (Totalherbizid) zur Bekämpfung eines sehr breiten Spektrums von ein- und zweikeimblättrigen Unkräutern und Ungräsern. Das Pflanzenschutzmittel basiert auf dem bewährten Wirkstoff Glyphosat, nutzt jedoch eine moderne Formulierungstechnologie, die eine hohe biologische Wirksamkeit bei gleichzeitig optimierter Wirkstoffmenge pro Hektar ermöglicht. Dies macht das Produkt zu einem wichtigen Baustein für ein effizientes und zeitgemäßes Vegetationsmanagement.

Das Einsatzspektrum erstreckt sich über verschiedene Kulturen im Ackerbau sowie im Obstbau, wie beispielsweise Kernobst. Durch seine flüssige Formulierung lässt sich das Präparat leicht dosieren und zeichnet sich durch eine hervorragende Benetzung der Blattoberflächen aus. Es eignet sich ideal für die Vorsaatbehandlung, die Stoppelbearbeitung oder zur gezielten Unterblattspritzung in Dauerkulturen.

Die systemische Wirkung sorgt dafür, dass der Wirkstoff nach der Aufnahme über die grünen Pflanzenteile rasch in der gesamten Pflanze verteilt wird. Dadurch werden nicht nur die oberirdischen Pflanzenteile, sondern auch die unterirdischen Speicherorgane und Wurzeln nachhaltig erfasst, was einen Wiederaustrieb hartnäckiger Schaderreger effektiv verhindert.

Wirkstoffe

Glyphosat
242.9 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in HALVETIC enthaltene Wirkstoff Glyphosat gehört zur HRAC-Gruppe 9 (ehemals Gruppe G). Die biochemische Wirkung beruht auf der gezielten Blockierung des Enzyms 5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat-Synthase (EPSPS) im Shikimatweg der Pflanzen. Dieses Enzym ist essenziell für die Biosynthese der aromatischen Aminosäuren Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan, die für das Pflanzenwachstum und den Zellaufbau unerlässlich sind. Da dieser Stoffwechselweg ausschließlich in Pflanzen, Pilzen und einigen Mikroorganismen vorkommt, besitzt das Herbizid eine hohe Spezifität. Nach der Applikation wird der Wirkstoff primär über die grünen Blätter und Triebe aufgenommen und systemisch sowohl im Xylem als auch im Phloem transportiert. Er verlagert sich aktiv in die Wachstumszonen (Meristeme) sowie in die Wurzeln, Rhizome und Ausläufer, was zum Absterben der gesamten Pflanze führt.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von resistenten Biotypen bei Unkräutern und Ungräsern vorzubeugen, sollte HALVETIC stets im Rahmen eines integrierten Unkrautmanagements (IWM) eingesetzt werden. Da Glyphosat der HRAC-Gruppe 9 angehört, ist das Risiko einer Resistenzentwicklung bei einseitiger, kontinuierlicher Anwendung erhöht. Landwirte sollten chemische Behandlungen konsequent mit mechanischen Maßnahmen zur Bodenbearbeitung, einer abwechslungsreichen Fruchtfolge und dem Anbau von konkurrenzstarken Zwischenfrüchten kombinieren. Zudem empfiehlt es sich, bei nachfolgenden Anwendungen Herbizide mit anderen Wirkmechanismen einzusetzen.

Mischbarkeit & Tankmischung

HALVETIC weist eine gute Mischbarkeit mit vielen gängigen Bodenherbiziden und Additiven auf. Zur Optimierung der Benetzung und Wirkstoffaufnahme, insbesondere unter schwierigen Witterungsbedingungen oder bei sehr hartem Spritzwasser, kann die Zugabe von Ammoniumsulfat oder geeigneten Netzmitteln vorteilhaft sein. Vor der Herstellung von Tankmischungen wird dringend empfohlen, eine physikalische Mischbarkeitsprüfung (Kübeltest) durchzuführen und die Gebrauchsanleitungen der Mischpartner genau zu beachten. Die Spritzbrühe sollte nach dem Ansetzen zügig und unter ständigem Rühren ausgebracht werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Bei der Anwendung von HALVETIC sind die gesetzlichen Vorgaben zum Anwenderschutz und zur Ecotox-Sicherheit strikt einzuhalten. Das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) bei der Handhabung des Konzentrats und während der Applikation ist obligatorisch. Um den Eintrag des Wirkstoffs in Oberflächengewässer und angrenzende terrestrische Biotope zu verhindern, müssen die vorgeschriebenen Abstandsauflagen und der Einsatz abdriftsmindernder Technik (z. B. Injektordüsen) konsequent berücksichtigt werden. Das Mittel ist so anzuwenden, dass eine Gefährdung von Nichtzielorganismen ausgeschlossen wird.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Nichtkulturland ohne HolzgewächseZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
MaisZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter3 LITER_PER_HECTARE
BirneZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE
ApfelZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie beeinflusst die Temperatur die Wirkung von HALVETIC nach der Applikation?

Die beste Wirkung wird bei aktivem Wachstum der Unkräuter erzielt, idealerweise bei Temperaturen zwischen 10 °C und 25 °C. Bei extremen Temperaturen (unter 5 °C oder über 30 °C) sowie bei starker Trockenheit verlangsamt sich der Stoffwechsel der Pflanzen, was die systemische Aufnahme und den Transport des Wirkstoffs in die Wurzeln spürbar verzögern kann.

Wann ist der optimale BBCH-Stadium-Zeitpunkt für die Bekämpfung von ausdauernden Wurzelunkräutern?

Ausdauernde Unkräuter wie die Quecke oder die Ackerwinde sollten zum Zeitpunkt der Behandlung genügend aufnahmefähige Blattmasse gebildet haben. Dies ist meist ab dem 3-Blatt-Stadium bis kurz vor der Blüte der Fall, da in dieser Phase ein starker Assimilatstrom in die Wurzeln und Rhizome stattfindet, der den Wirkstoff bis in die Vegetationspunkte transportiert.

Wie lange sollte nach der Behandlung mit HALVETIC mit der Bodenbearbeitung gewartet werden?

Um eine vollständige Translokation des Wirkstoffs in die unterirdischen Überdauerungsorgane zu gewährleisten, sollte nach der Behandlung von einjährigen Unkräutern mindestens 2 bis 3 Tage und bei ausdauernden Wurzelunkräutern mindestens 7 bis 10 Tage mit jeglicher mechanischen Bodenbearbeitung (Pflügen, Grubbern) gewartet werden.

Welchen Einfluss hat Niederschlag kurz nach der Spritzung auf die Wirksamkeit?

HALVETIC benötigt eine gewisse Antrocknungszeit auf der Blattoberfläche. Ein Regenschauer innerhalb von 4 bis 6 Stunden nach der Applikation kann den Wirkstoff abwaschen und die Herbizidwirkung erheblich reduzieren. Planen Sie die Behandlung daher nur bei sicheren, niederschlagsfreien Wetterprognosen.

Kann HALVETIC auch bei sehr hartem Spritzwasser eingesetzt werden?

Ja, allerdings können freie Calcium- und Magnesiumionen in sehr hartem Wasser den Wirkstoff Glyphosat binden und dessen Aktivität abschwächen. In solchen Fällen empfiehlt sich die vorherige Konditionierung des Spritzwassers, beispielsweise durch den Zusatz von Ammoniumsulfat (AMS), um die Kationen zu binden und die Wirkstoffaufnahme zu sichern.

Wie lässt sich das Risiko von Abdrift auf die Hauptkultur im Obstbau minimieren?

In Dauerkulturen wie Kernobst darf die Anwendung nur als gezielte Unterblattspritzung erfolgen. Der Einsatz von abdriftsmindernder Düsentechnik (mindestens 90 % Abdriftsminderung), ein niedriger Arbeitsdruck und die Verwendung eines Spritzschirms sind dringend zu empfehlen, um jeglichen Kontakt des Spritznebels mit grünen Teilen der Kulturpflanze zu verhindern.