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OTHER · HELM AG

Helocur 250 EW

BVL Zul.-Nr. 007519-62

Helocur 250 EW ist ein hochwirksames, systemisches Fungizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von Pilzkrankheiten in Getreide und Raps. Als Emulsion, Öl in Wasser (EW) formuliert, zeichnet sich dieses Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Benetzung der Blattoberfläche und eine schnelle Wirkstoffaufnahme aus. Es hat sich als verlässlicher Baustein im integrierten Pflanzenschutz etabliert, um Ertrag und Qualität der Ernte abzusichern.

In Getreidekulturen wie Weizen, Gerste und Triticale bietet das Mittel einen exzellenten Schutz gegen ertragsmindernde Blatt- und Ährenkrankheiten, darunter Echter Mehltau, Gelbrost, Braunrost sowie Fusarium-Arten. Im Winterraps wird Helocur 250 EW vor allem zur Regulierung des Wuchses im Herbst und Frühjahr sowie zur Bekämpfung der wirtschaftlich bedeutenden Wurzelhals- und Stängelfäule eingesetzt.

Durch seine systemischen Eigenschaften verteilt sich der Wirkstoff akropetal in der Kultur, wodurch auch neuer Zuwachs geschützt wird. Die flexible Anwendung im weiten BBCH-Bereich ermöglicht es Landwirten, gezielt auf den aktuellen Infektionsdruck und die Witterungsverhältnisse zu reagieren.

Wirkstoffe

Tebuconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Tebuconazol gehört zur chemischen Gruppe der Triazole (Demethylierungs-Inhibitoren, DMI) und ist in die FRAC-Gruppe 3 eingestuft. Die biochemische Wirkung beruht auf der Hemmung der C14-Demethylase in der Sterol-Biosynthese der Pilze. Ohne Ergosterol verliert die Zellmembran der Schaderreger ihre strukturelle Integrität und Funktionalität, was das Myzelwachstum stoppt und den Erreger letztlich abtötet. Tebuconazol wirkt sowohl protektiv (vorbeugend gegen das Eindringen von Sporen) als auch kurativ (heilend nach erfolgter Infektion). Nach der Applikation dringt der Wirkstoff rasch in das Pflanzengewebe ein und wird mit dem Saftstrom nach oben transportiert, was eine langanhaltende Schutzwirkung auch bei starkem Infektionsdruck gewährleistet.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzbildung gegen Triazole (FRAC-Gruppe 3) zu minimieren, sollte Helocur 250 EW stets im Rahmen eines integrierten Antiresistenzmanagements eingesetzt werden. Dies umfasst den konsequenten Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen (wie z. B. Strobilurinen oder Carboxamiden/SDHI) in der Spritzfolge. Zudem wird dringend empfohlen, stets die vollen zugelassenen Aufwandmengen auszubringen, um die Selektion weniger empfindlicher Pilzstämme im Feld zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Helocur 250 EW ist im Allgemeinen gut mischbar mit gängigen Herbiziden, Insektiziden, Wachstumsreglern und Blattdüngern. Bei Tankmischungen ist auf die richtige Reihenfolge beim Befüllen der Spritze zu achten (zuerst feste Formulierungen auflösen, dann flüssige wie EW hinzugeben). Die Verwendung von ausreichend Wasser (mindestens 200 l/ha) sichert eine homogene Benetzung. Vor großflächiger Anwendung empfiehlt sich ein physischer Mischbarkeitstest im Kleinen sowie die Beachtung der jeweiligen Gebrauchsanleitungen der Mischpartner.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielpflanzen sind die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen (Abdrifteleistungs- und Gewässerabstände) strikt einzuhalten. Helocur 250 EW ist bezüglich der Bienengefährdung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollten Anwendungen in blühenden Beständen vorzugsweise in den Abendstunden erfolgen, um Bestäuber zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–611 LITER_PER_HECTARE
TriticaleEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–611.25 LITER_PER_HECTARE
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)30–611 LITER_PER_HECTARE
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)30–691 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)16–591.5 LITER_PER_HECTARE
TriticaleFusarium-Arten61–691.25 LITER_PER_HECTARE
WeizenFusarium-Arten61–691 LITER_PER_HECTARE
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)30–611.25 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von Helocur 250 EW im Winterraps im Herbst?

Im Herbst liegt der Fokus auf der Vermeidung des Überwachsens der Kultur und dem Schutz vor Phoma (Wurzelhals- und Stängelfäule). Der optimale Behandlungszeitraum liegt im 4- bis 6-Blatt-Stadium des Rapses (BBCH 14–16). Dies stärkt die Winterhärte, da der Vegetationspunkt flach am Boden gehalten wird.

Wie beeinflusst die Temperatur die Wirkung von Helocur 250 EW?

Tebuconazol benötigt für eine optimale systemische Verteilung und kurative Wirkung aktive Wachstumsbedingungen der Kultur. Die Temperaturen sollten bei der Applikation idealerweise über 10 °C liegen. Bei Frostgefahr oder extremen Hitzeperioden sollte von einer Behandlung abgesehen werden, um Phytotoxizität zu vermeiden.

Kann Helocur 250 EW zur gezielten Fusarium-Bekämpfung in der Ähre eingesetzt werden?

Ja, eine Anwendung während der Blüte (BBCH 61–65) ist hochwirksam gegen Ährenfusariosen. Für einen optimalen Schutz sollte die Applikation idealerweise innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach einem Infektionsereignis (z. B. Niederschlag während der Blüte) erfolgen, um die Mykotoxinbildung im Korn effektiv zu unterdrücken.

Welche Rolle spielt die Wasserhärte bei der Ausbringung dieses Fungizids?

Helocur 250 EW ist gegenüber moderater Wasserhärte unempfindlich. Bei extrem hartem Wasser kann jedoch die Zugabe eines geeigneten pH-Puffers oder Wasserenthärters die Stabilität der Spritzbrühe und die Wirkstoffaufnahme durch die Wachsschicht der Blätter verbessern.

Wie lässt sich Helocur 250 EW im Rahmen des Resistenzmanagements mit SDHI-Fungiziden kombinieren?

Um Resistenzen vorzubeugen, sollte Helocur 250 EW (FRAC-Gruppe 3) idealerweise als Kombinationspartner oder im Blockwechsel mit Fungiziden eingesetzt werden, die einen anderen Wirkungsmechanismus besitzen, wie etwa SDHI (FRAC-Gruppe 7) oder Strobilurine (FRAC-Gruppe 11). Dies verhindert, dass sich selektierte Pilzstämme ungehindert vermehren.

Ist nach der Anwendung von Helocur 250 EW mit einer Wartezeit bis zur Ernte zu rechnen?

Ja, die spezifischen Wartezeiten (in Tagen) sind kulturabhängig und in den Zulassungsbestimmungen des BVL festgeschrieben. Sie stellen sicher, dass eventuelle Wirkstoffrückstände im Erntegut unter den gesetzlichen Grenzwerten liegen. Die genauen einzuhaltenden Tage entnehmen Sie bitte den aktuellen Zulassungsdetails auf dieser Seite.