Himalaya 60 SG
Himalaya 60 SG ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel zur Keimhemmung in Kartoffeln (SOLTU) und Zwiebeln (ALLCE). Als wasserlösliches Granulat (SG) formuliert, bietet es eine hervorragende Löslichkeit und einfache Handhabung in der landwirtschaftlichen Praxis. Das Produkt hat sich als Standardlösung für die Qualitäts- und Ertragssicherung während der Lagerung etabliert.
Der Wirkstoff Maleinsäurehydrazid sorgt dafür, dass die Knollen und Zwiebeln auch unter langfristigen Lagerbedingungen keimfrei und fest bleiben. Dies reduziert Gewichtsverluste und erhält die Vermarktungsfähigkeit der Ernteprodukte über einen langen Zeitraum, ohne dass kontinuierlich gasförmige Keimhemer im Lager eingesetzt werden müssen.
Durch die systemische Wirkung wird der Wirkstoff direkt in die vegetativen Wachstumspunkte transportiert. Dies macht Himalaya 60 SG zu einem unverzichtbaren Baustein im modernen Lagermanagement für professionelle Anbauer, die hohe Qualitätsstandards erfüllen müssen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Maleinsäurehydrazid greift gezielt in die Zellteilung (Mitose) in den meristematischen Geweben der Kultur ein. Nach der Aufnahme über das grüne Blattwerk wird der Wirkstoff systemisch über das Phloem in die Knollen oder Zwiebeln transportiert und reichert sich in den Vegetationspunkten an. Dort verhindert er die Zellteilung, während das normale Zellstreckungswachstum unbeeinflusst bleibt. Da die Zellteilung in den Knospenanlagen gestoppt wird, wird das Austreiben von Keimen dauerhaft unterdrückt. Dieser regulierende Effekt sorgt für eine langanhaltende Ruhephase der Ernteprodukte im Lager.
Resistenzmanagement
Da es sich bei Himalaya 60 SG um einen Wachstumsregulator zur Keimhemmung handelt, ist das Risiko einer klassischen Resistenzentwicklung im Vergleich zu Fungiziden oder Insektiziden äußerst gering. Dennoch solltest du auf eine exakte Einhaltung der empfohlenen Aufwandmengen und den optimalen Anwendungszeitpunkt achten. Eine gleichmäßige Benetzung der Kultur ist entscheidend, um eine homogene Wirkstoffverteilung in allen Knollen oder Zwiebeln zu gewährleisten und somit ungleichmäßige Keimhemmung zu verhindern.
Mischbarkeit & Tankmischung
Himalaya 60 SG ist im Allgemeinen gut mit gängigen Fungiziden mischbar, die zum Ende der Vegetationsperiode eingesetzt werden. Du solltest jedoch vor jeder Tankmischung eine physikalische Mischbarkeitsprobe durchführen. Vermeide Mischungen mit stark sauren oder alkalischen Produkten sowie mit Blattdüngern, die die Wachsschicht der Blätter beschädigen könnten, da dies die systemische Aufnahme des Wirkstoffs beeinträchtigen kann. Achte auf eine ausreichende Wassermenge, um eine vollständige Benetzung der Pflanzenmasse zu garantieren.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Himalaya 60 SG ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung, unerlässlich. Zum Schutz von Nichtzielorganismen und der Umwelt solltest du Abdrift auf angrenzende Flächen und Gewässer strikt vermeiden. Da keine spezifische Bieneneinstufung vorliegt, empfiehlt es sich aus Vorsorgegründen, die Anwendung nicht in blühenden Beständen oder zu Zeiten des aktiven Bienenflugs durchzuführen; verlege die Behandlung idealerweise in die späten Abendstunden, wenn keine Bienen mehr aktiv auf den Kulturen fliegen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Kartoffel | Keimhemmung | 0–91 | 5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 21T |
| Kartoffel | Keimhemmung | 0–91 | 5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 21T |
| Speisezwiebel | Keimhemmung | 47–48 | 4 KILOGRAM_PER_HECTARE | 7T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Himalaya 60 SG in Kartoffeln?
Du solltest die Behandlung durchführen, wenn die Kartoffeln ihre endgültige Größe erreicht haben, aber das Laub noch vollkommen grün und assimilationsaktiv ist (meist etwa 3 bis 5 Wochen vor der geplanten Krautminderung). Nur ein vitales Blattwerk kann den Wirkstoff aufnehmen und aktiv in die Knollen transportieren.
Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung des Pflanzenschutzmittels?
Für eine optimale Aufnahme benötigt das Produkt moderate Temperaturen unter 25 °C und eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit. Vermeide Spritzungen in der prallen Mittagssonne oder bei extremer Trockenheit, da die Wirkstoffaufnahme sonst stark eingeschränkt ist. Nach der Applikation sollten mindestens 6 Stunden ohne Regen folgen, damit der Wirkstoff nicht abgewaschen wird.
Kann ich Himalaya 60 SG auch in Zwiebeln anwenden, die bereits umgeknickt sind?
Nein, das solltest du vermeiden. Für eine erfolgreiche Keimhemmung in Zwiebeln muss das Laub noch zu mindestens 50 % grün sein und aufrecht stehen. Sobald die Zwiebeln umknicken oder das Laub abstirbt, ist der Saftstrom unterbrochen, und der Wirkstoff kann nicht mehr in die Zwiebelknolle transportiert werden.
Hilft Himalaya 60 SG auch gegen den Durchwuchs von Kartoffeln im Folgejahr auf dem Feld?
Ja, das ist ein wertvoller Nebeneffekt. Da der Wirkstoff die Zellteilung in den Knollen nachhaltig blockiert, keimen im Boden verbliebene Kartoffeln (sogenannte Durchwuchskartoffeln) im Folgejahr deutlich schlechter oder gar nicht aus. Dies erleichtert dir die Unkrautbekämpfung in der Folgekultur erheblich.
Darf ich das Produkt in Beständen zur Pflanzguterzeugung anwenden?
Nein, du darfst Himalaya 60 SG keinesfalls in Beständen anwenden, die für die Erzeugung von Pflanzgut (Pflanzkartoffeln oder Steckzwiebeln) vorgesehen sind. Da die Keimfähigkeit der Knollen und Zwiebeln dauerhaft unterdrückt wird, wäre das geerntete Material als Pflanzgut völlig unbrauchbar.