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Sonstige · Certis Belchim B.V.

Inigo

BVL Zul.-Nr. 007932-60

Inigo ist ein hochwirksames Bodenherbizid von Certis Belchim B.V., das speziell für den Einsatz im Vorauflaufverfahren entwickelt wurde. Als Suspensionskonzentrat formuliert, bietet das Pflanzenschutzmittel mit dem bewährten Wirkstoff Metobromuron (500 g/l) eine zuverlässige Basis für die Unkrautbekämpfung in wichtigen Kulturen wie Kartoffeln und Feldsalat. Es zeichnet sich durch eine breite Bodenwirkung aus, die auflaufende Schaderreger direkt im Keimprozess erfasst.

Das Wirkungsspektrum von Inigo umfasst einjährige zweikeimblättrige Unkräuter sowie wichtige einjährige Schadgräser wie das Einjährige Rispengras und die Hühnerhirse. Durch die frühe Anwendung direkt nach der Pflanzung bzw. Aussaat sorgt das Mittel für einen unkrautfreien Start der Kultur und sichert so das Ertragspotenzial von Anfang an. Dank seiner Formulierung haftet der Wirkstoff gut an den Bodenpartikeln und bildet einen stabilen Herbizidfilm.

Wirkstoffe

Metobromuron
500 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Inigo enthaltene Wirkstoff Metobromuron gehört zur chemischen Gruppe der Harnstoffderivate und ist im HRAC-System der Gruppe 5 zugeordnet. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der Photosynthese im Photosystem II. Metobromuron besetzt die Plastochinon-Bindungsstelle am D1-Protein im Thylakoidmembran-System der Chloroplasten. Dies blockiert den Elektronentransport, unterbricht die Energieübertragung und führt letztlich zur Bildung reaktiver Sauerstoffspezies, welche die Zellmembranen zerstören. Die Aufnahme erfolgt primär über die Wurzeln der keimenden Unkräuter und Schadgräser, sekundär auch über die Keimblätter. Nach der Aufnahme wird der Wirkstoff akropetal mit dem Saftstrom in die Blätter transportiert. Erste Symptome zeigen sich als Chlorosen an den Blatträndern und in den Blattadern, gefolgt von einer vollständigen Nekrose und dem Absterben der Schaderreger kurz nach dem Auflaufen.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung bei den Zielunkräutern vorzubeugen, solltest du Inigo stets in ein integriertes Herbizidkonzept einbinden. Da Metobromuron der HRAC-Gruppe 5 angehört, ist es ratsam, dieses Pflanzenschutzmittel im Wechsel oder in Kombination mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen einzusetzen. Achte zudem auf pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine abwechslungsreiche Fruchtfolge und eine sorgfältige mechanische Bodenbearbeitung, um den Selektionsdruck auf einzelne Wirkstoffgruppen nachhaltig zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

Inigo lässt sich in der Praxis gut mit anderen zugelassenen Vorauflaufherbiziden kombinieren, um das Wirkungsspektrum insbesondere gegen schwer bekämpfbare Unkräuter abzurunden. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen der Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe durchführen. Verwende ausreichend Wasser (üblicherweise 200 bis 400 l/ha), um eine gleichmäßige Benetzung des Bodens zu gewährleisten. Die Anwendung sollte auf feuchtem, feinkrümeligem Boden erfolgen, da Bodenfeuchtigkeit die Aktivierung und Verteilung des Wirkstofffilms entscheidend verbessert.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Inigo ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung für den Anwenderschutz obligatorisch. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsdokument vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern und nützlichen Insekten die Anwendung generell nicht auf blühende Bestände oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind; weiche idealerweise auf die Abendstunden aus. Um den Eintrag in Oberflächengewässer und angrenzende Biotope zu verhindern, sind Abdriften strikt zu vermeiden und die allgemeinen Gewässerschutzauflagen sowie Abstandsregelungen sorgfältig einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
FeldsalatEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter1 LITER_PER_HECTARE
KartoffelEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras, Hühnerhirse0–93 LITER_PER_HECTARE
FeldsalatEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter1 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Inigo?

Der optimale Anwendungszeitpunkt liegt im frühen Vorauflauf (BBCH-Stadium 0 bis 9), direkt nach der Aussaat oder dem Legen der Kultur. Wichtig ist, dass die Unkräuter noch nicht aufgelaufen sind, da Inigo seine Wirkung primär über den Boden und die Wurzeln der keimenden Schaderreger entfaltet.

Welchen Einfluss hat die Bodenfeuchtigkeit auf die Wirkung von Inigo?

Bodenfeuchtigkeit ist ein kritischer Erfolgsfaktor für Inigo. Der Wirkstoff Metobromuron benötigt Feuchtigkeit, um im Boden gelöst und von den Wurzeln der keimenden Unkräuter aufgenommen zu werden. Auf sehr trockenen Böden kann die Wirkung verzögert einsetzen; eine Anwendung kurz vor angekündigten Niederschlägen ist daher ideal.

Kann ich Inigo auch im Nachauflauf der Kultur spritzen?

Nein, Inigo ist ein reines Vorauflaufherbizid und für den Einsatz in den BBCH-Stadien 0 bis 9 registriert. Eine spätere Anwendung im Nachauflauf kann zu erheblichen Schäden an deinen Kulturen wie Feldsalat oder Kartoffeln führen und ist zulassungsrechtlich nicht zulässig.

Wie bereite ich das Saatbett optimal für die Behandlung mit Inigo vor?

Für eine optimale Wirkung von Inigo sollte das Saatbett feinkrümelig, eben und frei von groben Klumpen oder Pflanzenresten sein. Nur so kann sich ein gleichmäßiger, geschlossener Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche bilden, der auflaufende Unkräuter lückenlos erfasst.

Was muss ich beim Anbau von Nachfolgekulturen nach dem Einsatz von Inigo beachten?

Da Metobromuron eine gewisse Bodenpersistenz aufweist, um eine langanhaltende Unkrautwirkung zu garantieren, solltest du bei einem vorzeitigen Umbruch der Kultur oder bei der normalen Nachfolgekultur die spezifischen Wartezeiten und Bodenbearbeitungshinweise beachten. In der Regel ist vor dem Anbau empfindlicher Nachfolgekulturen eine tiefe, wendende Bodenbearbeitung ratsam.

Wie finde ich heraus, ob Inigo mit einem bestimmten Mischpartner kompatibel ist?

Du kannst die physikalische Mischbarkeit vorab in einem kleinen Gefäß testen, um zu sehen, ob sich Klumpen bilden oder Phasen trennen. Für die biologische Verträglichkeit und spezifische Empfehlungen solltest du die offiziellen Mischbarkeitstabellen des Herstellers Certis Belchim konsultieren oder deine pflanzenbauliche Beratung kontaktieren.