Feldsalat
Feldsalat (Valerianella locusta, EPPO-Code: VLLLO) ist eine der bedeutendsten winterharten Blattsalatkulturen im mitteleuropäischen Erwerbsgemüsebau. Die Kultur zeichnet sich durch eine hervorragende Kältetoleranz aus und ermöglicht dadurch einen flexiblen Anbau, wobei der Schwerpunkt auf der Ernte im Herbst, Winter und zeitigen Frühjahr liegt. Aufgrund der kurzen Entwicklungszeit eignet sich Feldsalat hervorragend als wertvolle Nachkultur in engen Fruchtfolgen.
Für einen erfolgreichen Anbau sind eine präzise Saatbettbereitung und ein ausgeglichener Wasserhaushalt entscheidend. Da die Kultur flach wurzelt, reagiert sie empfindlich auf Verkrustungen des Bodens und unregelmäßige Feuchtigkeit während der Keimphase. Ein professionelles Management von Schaderregern ist unerlässlich, da optische Mängel an den Blattrosetten direkt zur Unverkäuflichkeit der Ware führen.
Bodenmanagement
Feldsalat bevorzugt mittelschwere, humose Böden mit einer stabilen Struktur und guter Wasserführung, um Staunässe zu vermeiden. Ein feinkrümeliges, gut rückverfestigtes Saatbett ist für den gleichmäßigen Feldaufgang der feinen Samen zwingend erforderlich. Da die Kultur sehr flach wurzelt, ist eine gleichmäßige Feuchtigkeit in den oberen Bodenschichten besonders in der Keimphase kritisch. Eine moderate Stickstoffdüngung ist ausreichend, wobei du den Nitratgehalt im Boden im Auge behalten musst, um übermäßige Anreicherungen in den Blättern zu verhindern. Nach der Ernte empfiehlt sich eine schonende Bodenbearbeitung, um die Bodenstruktur für Folgekulturen zu erhalten.
Schaderreger-Management
Der Schutz vor Schaderregern konzentriert sich beim Feldsalat vor allem auf Pilzkrankheiten wie Echten und Falschen Mehltau sowie bodenbürtige Erreger wie Rhizoctonia solani und Sclerotinia-Arten. Vorbeugende Maßnahmen wie eine weite Fruchtfolge, angepasste Pflanzdichten und eine bedarfsgerechte Beregnung am Vormittag minimieren das Infektionsrisiko erheblich. Gegen auflaufende Unkräuter wie Einjähriges Rispengras (Poa annua) ist eine mechanische Unkrautregulierung oder der gezielte Einsatz zugelassener Herbizide im Vorauflauf wichtig. Chemische Pflanzenschutzmittel sollten stets unter Beachtung der Wartezeiten und des BBCH-Stadiums eingesetzt werden, um Rückstände im Erntegut zu vermeiden. Ein konsequentes Monitoring ab dem Keimlingsstadium sichert die geforderte optische Qualität der Rosetten.
Sorten
Vit
MittelfrühSehr ertragreich und robust bei kühler Witterung.
Resistent gegen: Falscher Mehltau
Anfällig für: Rhizoctonia, Grauschimmel
Sehr beliebte, dunkelgrüne Standardsorte für den Herbst- und Winteranbau. Zeichnet sich durch aufrechten Wuchs und gute Haltbarkeit aus.
Favor
FrühHoher Ertrag durch rasche Rosettenentwicklung.
Resistent gegen: Falscher Mehltau
Anfällig für: Echter Mehltau
Schnellwachsende Sorte, die sich hervorragend für den frühen Herbst- sowie den geschützten Winteranbau eignet.
Elan
Früh bis mittelfrühKonstant gute Erträge auch unter lichtarmen Bedingungen.
Resistent gegen: Falscher Mehltau
Anfällig für: Sclerotinia
Eine bewährte Sorte für den ganzjährigen Anbau, besonders stark im Unterglasanbau während der Wintermonate.
Cirilla
SpätHohes Einzelrosettengewicht bei später Ernte.
Resistent gegen: Falscher Mehltau, Frost
Anfällig für: Rhizoctonia
Äußerst frostharte Sorte für die späteste Freilandüberwinterung. Bildet sehr feste, schwere Rosetten.
Wichtige Schaderreger
Zugelassene Pflanzenschutzmittel
Häufige Fragen
Wie kannst du das Risiko von Rhizoctonia-Befall im Feldsalat effektiv senken?
Um Rhizoctonia solani vorzubeugen, solltest du auf eine weite Fruchtfolge achten und Feldsalat nicht direkt nach anderen anfälligen Kulturen wie Kartoffeln oder Leguminosen anbauen. Zudem fördert eine zu tiefe Aussaat oder Staunässe den Befall; achte daher auf ein optimal rückverfestigtes, flaches Saatbett und vermeide abendliches Beregnen, damit die Bestände vor der Nacht abtrocknen können.
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Herbizidanwendung gegen Einjähriges Rispengras (Poa annua)?
Die Regulierung von Poa annua sollte bevorzugt im Vorauflauf direkt nach der Saat oder im sehr frühen Nachauflauf (BBCH-Stadium 10 bis 12) erfolgen. Da Feldsalat sehr empfindlich auf Spätunkräuter reagiert, ist ein früher Schutz entscheidend, da spätere mechanische Maßnahmen die flachen Wurzeln der Kultur schädigen können.
Wie beeinflusst das BBCH-Stadium die Wahl und Wartezeit von Pflanzenschutzmitteln im Feldsalat?
Aufgrund der sehr kurzen Kulturzeit von Feldsalat (oft nur 40 bis 60 Tage) spielen die Wartezeiten eine kritische Rolle. Chemische Pflanzenschutzmittel gegen Pilzkrankheiten oder Schädlinge sollten vorzugsweise in den frühen BBCH-Stadien (bis BBCH 14) eingesetzt werden, um sicherzustellen, dass bis zur Ernte (BBCH 49) alle Rückstandshöchstmengen sicher eingehalten werden.
Welche Rolle spielt die Temperaturführung im geschützten Anbau zur Vermeidung von Botrytis?
Im Unterglas- oder Folienanbau ist eine gezielte Lüftung das wichtigste Werkzeug gegen Botrytis cinerea. Du solltest die Lüftung so steuern, dass die relative Luftfeuchtigkeit unter 85 % bleibt und sich kein Kondenswasser auf den Blättern bildet, besonders bei sinkenden Temperaturen am Nachmittag und Abend.
Wie findest du im Portal die aktuell zugelassenen Pflanzenschutzmittel für Feldsalat?
Nutze die Suchfunktion in unserem Hub und filtere gezielt nach der Kultur "Feldsalat" (oder dem EPPO-Code VLLLO) sowie dem spezifischen Schaderreger. Achte darauf, die Zulassungssituation für dein jeweiliges Land abzugleichen, da sich Indikationen und Anwendungsbestimmungen kurzfristig ändern können.
Warum ist die Stickstoff-Form bei der Düngung von Feldsalat im Winteranbau so wichtig?
Im Winter baut Feldsalat aufgrund des Lichtmangels vermehrt Nitrat in den Blättern auf. Du solltest daher bevorzugt ammoniumbetonte Dünger einsetzen oder auf eine späte Stickstoffgabe verzichten, um die gesetzlichen Nitratgrenzwerte im Erntegut nicht zu überschreiten.